Resident Evil 9 Requiem im Test - Seite 2: Fanservice, Bosse, Technik und Fazit

Test Stefan Wilhelm
Resident Evil 9 Requiem im Test - Seite 2: Fanservice, Bosse, Technik und Fazit
Quelle: PC Games

Auf Seite 2 widmen wir uns den Details: Wie cheesy ist die Story, wie spannend sind die Begegnungen mit besonders gefährlichen Monstern, und stimmt die Technik?

Retroviren

Nun ist Resident Evil aber vermutlich eh nicht der beste Stoff, um ein durchweg bierernstes Horrorspiel damit umzusetzen. Da gehört Käse eben dazu, und der wird auch diesmal wieder auf der großen Platte serviert.

Requiem setzt auf einem ähnlichen Niveau auf Fanservice wie etwa Dark Souls 3 oder Metal Gear Solid 4. Soll heißen: Einiges aus der langen Seriengeschichte wird neu aufgerollt und vor allem werden ein paar alte Widersacher noch einmal entstaubt.

Das Ergebnis hat uns zufrieden in die Credits entlassen, aber es geht auch nicht alles auf, was die Schreiber von früher zurückholen. Requiems übergeordnete Story ist gerade deswegen spannend, weil sie bis zu den Anfängen der Reihe zurückreicht und es versteht, die Ergänzungen richtig zu dosieren. So fühlen sie sich bedeutsam, aber nicht hinkonstruiert an.

Dieses bissige Wesen taucht gerne mal auf, wenn wir es am allerwenigsten gebrauchen können. Quelle: PC Games Dieses bissige Wesen taucht gerne mal auf, wenn wir es am allerwenigsten gebrauchen können. Die meisten kleinen Cameos im Spiel sind dagegen eher auf dem Niveau von "Guck mal, na, den kennst du doch!", aber ohne, dass mit den Figuren dann viel gemacht wird, außer sie vor unserer Nase herumzuwedeln. Da haben wir doch manchmal mit den Augen gerollt.

Spielerisch zündet der Nostalgiefaktor vor allem, wenn wir in der zweiten Spielhälfte mit Leon Raccoon City und das Polizeirevier erkunden dürfen. Die Geschehnisse der Vergangenheit haben die Stadt in eine gespenstische Ruine verwandelt, und es übt einen großen Reiz aus, sie noch einmal zu durchstreifen. Vor allem, weil hier immer noch so manches alte Übel lauert.

Gespenstisch sind auch die Persönlichkeiten, die Capcom den Zombies in Requiem verliehen hat. So erinnern sich Personal und Patienten im Sanatorium etwa noch daran, was sie vor ihrem "Untod" getan haben. Teilweise sprechen sie sogar mit uns, während sie uns mit offenen Mäulern hinterhertorkeln. Aufs Gameplay nimmt das keinen großen Einfluss, die gruselige Stimmung profitiert aber davon.

Der Letzte macht das Licht aus: Vielleicht war dieser Zombie zu Lebzeiten besonders darauf bedacht, Strom zu sparen. Quelle: PC Games Der Letzte macht das Licht aus: Vielleicht war dieser Zombie zu Lebzeiten besonders darauf bedacht, Strom zu sparen. Was wir vor allem mit Grace immer einkalkulieren müssen: Besiegte Zombies lösen sich nicht einfach in Luft auf. Requiem spendiert ihnen nämlich eine fiese Spezialfähigkeit, die sie zufällig und viel gefährlicher wieder aufstehen lässt. Die Crimsonheads aus Resi 1 lassen grüßen.

Während Leon die Wucherköpfe mit seiner Axt enthaupten darf, muss Grace eine halbwegs seltene Spritze einsetzen, die einen Infizierten platzen lässt - auch, wenn der noch scheinbar besiegt am Boden liegt. Das bereichert die taktische Tiefe: Räumen wir die Leiche sicherheitshalber aus dem Weg oder lassen wir sie liegen? Und was, wenn sie irgendwann aufsteht - weglaufen oder Spritze opfern?

Haushohe Monster, zu wenig Tiefgang

Ein solches Maß an Interaktivität hätten wir uns auch bei den Bossgegnern gewünscht, mit denen es vor allem Leon zu tun bekommt. Es sprießen uns zwar wieder die verschiedensten Geschwülste entgegen, aber das Mittel der Wahl ist fast immer, mit der dicksten Waffe, die noch Kugeln im Magazin hat, draufzuhalten. Manchmal immerhin auf Schwachstellen, aber da haben Teile wie Resident Evil 4 oder 5 schon deutlich Kreativeres hervorgebracht.

Mit Grace hat uns an den dicken Monstern gestört, wie wenig Platz man uns zum Ausweichen und Verstecken gibt. Die Passagen enden so gerne im Trial-and-Error, aber immerhin sind die Biowaffen nett genug, uns nach dem ersten Biss wieder auf den Boden zu setzen, damit wir noch einmal versuchen können, vor ihnen abzuhauen. Darunter leidet die Immersion doch ziemlich. Besser wäre, uns nur einen Versuch, aber dafür mehr taktische Möglichkeiten zu geben.

Durch das Arena-Design ist dieses Schwergewicht noch einer der taktischeren Bosse, aber meistens verlangen sie uns nicht mehr als stumpfe Waffengewalt ab. Schade! Quelle: PC Games Durch das Arena-Design ist dieses Schwergewicht noch einer der taktischeren Bosse, aber meistens verlangen sie uns nicht mehr als stumpfe Waffengewalt ab. Schade!

Technik & Fazit: Es kommt zusammen, was zusammengehört

Nix zu meckern gibt es dagegen bei der Technik. Capcoms RE Engine ist hier wieder voll in ihrem Element und liefert eine großartige Balance aus zeitgemäßer Grafik und flüssiger Performance - egal, ob auf PC, PS5, Switch 2 oder Steam Deck. Die 60 fps können zwar nur die großen Systeme halten, aber auch auf Handhelds bleibt Requiem stets vernünftig spielbar.

Weiterführende Infos und Techniktests zu Resident Evil Requiem auf dem PC gefällig? Dann schaut doch mal bei den Kollegen von der PC Games Hardware vorbei, die das Spiel und seine technischen Features wie Raytracing und Pathtracing in die Mangel genommen haben!

Nun sind Gameplay und Fanservice an manchen Stellen etwas zu seicht geraten, und auch den Söldner- oder einen anderen Zusatzmodus vermissen wir aktuell noch.

Das soll aber nicht davon ablenken, dass Requiem insgesamt eine starke Rückkehr geworden ist. Und zwar nicht nur in eine Hälfte der Resi-Vergangenheit, sondern in beide. Es gruselt, rätselt und sammelt sich genauso schön, wie es sich schießt und prügelt. Die Verteilung der größten Stärken der Reihe auf zwei Figuren klappt wunderbar und das Resultat ist eine Mischung, die sich endlich einmal anfühlt, als würde nicht ein Stil dem anderen das Wasser abgraben.

Klar, einzelne Mechaniken hätten sich im Vergleich zu früher vielleicht weiterentwickeln können, wenn Capcom hier nicht zweigleisig fahren würde. Aber dann wäre vermutlich auch nicht so ein abwechslungsreiches Spiel dabei herausgekommen, das immer noch genug Tiefe bietet, um uns nach dem Ende direkt zum nächsten Durchgang zu motivieren. So darf das legendäre Franchise gerne weitergehen!

Meinung

Wertung zu Resident Evil Requiem (PC)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Resident Evil Requiem (PS5)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Resident Evil Requiem (NSW2)

Wertung:

8.5 /10
Fazit

Was als Flickenteppich hätte enden können, ist eines der besten modernen Resident Evils geworden: Requiem jongliert gekonnt mit Action- und Horror-Gameplay und ist vor allem für diejenigen ein Fest, die der Reihe über ihre vielen Identitätswechsel hinweg die Treue gehalten haben.

Resident Evil Requiem erscheint am 27. Februar für PC, PS5, Xbox Series und Nintendo Switch 2. Auf der Nintendo-Konsole erscheinen in diesem Zuge auch Ports von Resident Evil 7: Biohazard und Resident Evil Village, die entweder einzeln digital oder im Bundle für knapp 100 Euro mit Requiem zusammen als physische Version gekauft werden können. Auch die haben wir bereits getestet. Transparenzhinweis: Für diesen Test stellte uns Capcom mehrere Fassungen von Resident Evil Requiem zur Verfügung.

  1. Seite 1 Das Spielprinzip: Action und Horror im stetigen Wechsel
  2. Seite 2 Was klappt, was nicht? Fanservice, Bosse, Technik und Fazit
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk