Resident Evil 8 Winters' Expansion im Test: Absurder und sehr kreativer Horror

Test Lukas Egner Lukas Schmid
Resident Evil 8 Winters' Expansion im Test: Absurder und sehr kreativer Horror
Quelle: PC Games

Was lange währt, ist endlich da: Nach über eineinhalb Jahren bekommt Resident Evil 8 Village seinen ersten und vermutlich einzigen Story-DLC. In Winters' Expansion samt der Handlungserweiterung Shadows of Rose spielt ihr die erwachsene Tochter von Ethan Winters, dem Protagonisten von Teil sieben und acht. Wie sehr wir uns dabei gegruselt haben, verraten wir im Test!

Vorneweg eine kleine Warnung: Hier kommt es zu Spoilern zum achten Teil von Resident Evil. Unser Testvideo zum DLC folgt am kommenden Montag. Als Capcom 2016 ein Soft-Reboot der Resident-Evil-Reihe angekündigt hat, waren Fans zunächst skeptisch. Teil fünf und sechs der Kultreihe waren ziemlich umstritten, Teil sieben sollte das nun ändern - und schaffte es mit Bravour! Es wurde wieder mehr auf Survival-Horror gesetzt, die Schieß-Passagen zurückgeschraubt. Mit Ethan Winters hielt ein mysteriöser Protagonist Einzug, den wir in Resident Evil: Village ebenfalls wieder übernommen haben. Am Ende von Teil acht bekamen wir einen Ausblick, wie es mit seiner geretteten Tochter weitergeht. Ihre Geschichte erleben wir jetzt im Rahmen des DLCs Winters' Expansion mit Shadows of Rose, der ersten und vermutlich einzigen Erweiterung für Resident Evil 8. Für diesen Test haben wir uns primär mit Shadows of Rose beschäftigt. Und das neue Kapitel schafft es, uns mit kreativen Ideen, abwechslungsreichen Gebieten und einer neuen Kameraperspektive zu überzeugen, auch wenn es noch kleinere Schwächen gibt.

Pilzmutationen vom Feinsten

In der neuen Story-Erweiterung zu Resident Evil: Village (jetzt kaufen ) schlüpfen wir nicht mehr in die Rolle von Ethan Winters, sondern die seiner Tochter Rosemary. Am Ende des Hauptspiels wurde in einer Post-Credit-Scene ja schon angedeutet, dass mit ihr irgendwas nicht stimmt.

Jetzt erfahren wir, dass sie ihre Fähigkeiten durch den Megamyzeten immer noch in sich trägt. Und in der Schule wird sie nicht etwa wegen der abgetragenen Jacke ihres Vaters gemobbt, sondern weil sie durch ihre Mutationen anders ist als ihre gleichaltrigen Mitschüler.

In 'Shadows of Rose' spielen wir die Tochter von Ethan Winters. Die wurde durch den Megamyzeten mutiert, will ihre Fähigkeiten aber eigentlich möglichst schnell wieder los haben.  Quelle: PC Games In "Shadows of Rose" spielen wir die Tochter von Ethan Winters. Die wurde durch den Megamyzeten mutiert, will ihre Fähigkeiten aber eigentlich möglichst schnell wieder los haben. 

Deswegen arbeitet sie auch für Chris Redfield und seine Bande von Söldnern, der wir schon im Hauptspiel begegnet sind. Was genau sie da macht und warum sie immer wieder auf mysteriöse Missionen geschickt wird, bekommen wir zwar nicht erklärt. Allerdings findet Rose diese Arbeit und ihre Mutationen gar nicht so cool und würde viel lieber ein ganz normales Teenager-Leben führen.

Als sich ihr die Chance bietet, ihre Kräfte loszuwerden, ergreift sie diese und macht sich einmal mehr ins Horrordorf nach Rumänien auf, wo ihr Vater schon Jahre zuvor gegen allerlei Monstrositäten gekämpft hat. Dort soll ein reinigender Kristall die Macht haben, sie von ihren Mutationen zu befreien. Die Sache hat jedoch einen Haken: Um den Kristall in die Finger zu bekommen, muss sie in das Bewusstsein des Megamyzeten eindringen.

Das ist der geheimnisvolle Pilz, den Oberschurkin Miranda schon im Hauptspiel erforscht hat. Als Rose mit ihrer Suche beginnt, landet sie direkt im Folterkeller von Schloss Dimitrescu. Und der Horror beginnt von Neuem.

Alte Gemäuer, neue Möglichkeiten

Zwar erwarten euch in der Erweiterung keine neuen Gebiete, dafür wurden die alten umgestaltet und mit neuen Rätseln und Gegnern gespickt. Quelle: PC Games Zwar erwarten euch in der Erweiterung keine neuen Gebiete, dafür wurden die alten umgestaltet und mit neuen Rätseln und Gegnern gespickt.

Shadows of Rose macht gleich mehrere Sachen anders als das Hauptspiel: Am offensichtlichsten ist natürlich die neue Kameraperspektive. Wir können nämlich jetzt im Hauptmenü zwischen First- und Third-Person wählen. Gameplaytechnisch macht das keinen großen Unterschied, die neue Third-Person-Kamera spielt sich gut und ist wohl am ehesten mit der aus den beiden Remakes zu Teil zwei und drei vergleichbar.

Zwar können wir in der neuen Perspektive gerade in hektischen Situation nicht immer perfekt reagieren, trotzdem tut das dem Gunplay und der Atmosphäre keinen Abbruch.

Eine neue Mechanik sorgt zudem für Abwechslung vom Rumgeballere: Weil Rose vom Megamyzet mutiert wurde, kann sie mit ihren Kräften die Gegner auf eine neue Art zur Strecke bringen.

Das bringt ein kleines bisschen taktische Tiefe ins Spiel, weil ihr zum einen nur begrenzte Aufladungen für die Fähigkeiten habt und zum anderen immer wieder entscheiden müsst, für welche Gegner ihr die wertvolle Ladung benutzen wollt.

Und die Fähigkeiten ermöglichen es Rose auch, die ekelhafte Suppe, die in den alten Gemäuern, durch die wir uns bewegen, überall von der Decke tropft und durch die Wände glibbert, zu entfernen. Das schaltet neue Wege frei und wird noch für so manch andere Sache nützlich, die wir an dieser Stelle aber nicht verraten wollen.

Grundsätzlich bewegen wir uns auch mit Rose durch altbekanntes Terrain: Schloss Dimitrescu kennen wir ebenso wie das Horrorhaus von Beneviento schon aus dem Hauptspiel. Mit dem Unterschied, dass wir diesmal neue Rätsel vorgesetzt bekommen und sich Gegner, Waffen und Spielfigur etwas anders spielen.

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