Resident Evil Village in der Vorschau: Die nächste Generation des Gruselns - mit Video!
Special
Nachdem sich Entwickler Capcom in den letzten beiden Jahren damit begnügt hat, seine Horror-Fangemeinde mit Remakes alter Klassiker abzuspeisen, kommen wir 2021 endlich wieder in den Genuss eines komplett neuen Resident Evil. Wir konnten uns RE: Village bereits vorab in einer Presse-Vorführung anschauen und verraten, was euch zum Release im kommenden Frühling erwartet!
"Sorry, Ethan", mehr hat Chris Redfield nicht zu sagen, bevor er mit fünf gezielten Schüssen in die Brust unsere Ehefrau Mia niederstreckt. Hilflos müssen wir mit anschauen, wie die Liebe unseres Lebens reglos zu Boden sackt, dann wird das Bild schwarz. Die Szene war der große Paukenschlag am Ende des ersten Trailers, mit dem Capcom im vergangenen Juni Resident Evil Village ankündigte. Der Cliffhanger, seit dem Spieler weltweit auf eine Antwort, eine Aufklärung oder eben ganz einfach auf mehr Informationen zum neuesten Teil der alteingesessenen Survival-Horror-Serie warten.
Mit denen hielt sich das japanische Studio allerdings gekonnt zurück. Bis die angespannte Warterei nun mit einem großen Resident-Evil-Showcase beendet wurde, in dessen Rahmen es endlich weitere Details zu dem Titel gab. Gut, der Auftritt von Chris bleibt leider weiterhin ein Rätsel. Aber immerhin bot die Veranstaltung ein paar Einblicke in Gameplay und Spielwelt von Resi 8 und klärte auch endlich die Frage: Wann dürfen wir denn nun selbst Hand anlegen? Die Antwort: Bereits am 7. Mai! Und zwar nicht nur auf PC, PS5 und Xbox Series X wie bisher angenommen. Auch auf den Current-Gen-Konsolen Playstation 4 und Xbox One werden wir im kommenden Frühling in den Genuss des Gruseltrips kommen.
So schön, so schauerlich
Der spielt ein paar Jahre nach den Geschehnissen des 2017 erschienen Vorgängers und versetzt euch erneut in die Haut von Ethan Winters. Der Protagonist aus Resi 7 hat sich nach seinen Eskapaden auf dem Anwesen der Baker-Familie nach Europa abgesetzt und eigentlich eine wohlverdiente Verschnaufpause im Kreise der Familie erhofft. Daraus wird allerdings nichts. Vermummte brechen nämlich in sein Haus ein und kidnappen Tochter Rose. So ist unser leidgeplagter Held dazu gezwungen, sich auf Spurensuche in ein verschneites Bergdorf zu begeben, das viel mehr ist als nur eine mysteriöse Kulisse für die tragischen Ereignisse, die sich im Spiel entfalten. Capcom bezeichnet das namensgebende Village sogar als "selbstständigen Charakter" mit eigenen Geheimnissen und Schrecken, denen es zu entfliehen gilt.
Quelle: Capcom
Die Kulissen von Resident Evil Village sind wirklich atemberaubend. Dank der verbesserten Hardware der Next-Gen-Konsolen dürft ihr das Abenteuer in 4K und mit Raytracing genießen.
In Sachen Setting weiß Resi 8 auf jeden Fall schon jetzt zu überzeugen. Die Spielwelt versprüht mit seinem osteuropäischen Schauplatz und den übernatürlichen Einflüssen das Flair klassischer Schauerromane à la Bram Stokers Dracula. Besonders eindrucksvoll ist in diesem Zusammenhang das örtliche Schloss, in dem ihr wohl einen Großteil des Spiels verbringen werdet. Das düstere Gemäuer kommt sehr nobel daher, weckt Erinnerungen an Spencer Mansion aus dem Serien-Erstling und gibt besonders grafisch ein eindrucksvolles Bild ab: Das Interieur haben die Macher mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Goldverzierte Holzarmaturen, kristallene Kronleuchter und opulente Ölgemälde verleihen dem Castell einen erhaben königlichen Look. Resident Evil 8 ist wunderschön und gleichzeitig angsteinflößend.
Dafür sorgen auch die diversen okkulten Einflüsse, Krypten in flackerndem Kerzenschein oder finstere Folterkeller mit blutverschmierten Höllenmaschinen. Und spätestens, wenn die blutsaugenden Bewohner des Gemäuers zur ersten Verköstigung eure Hauptarterie anzapfen oder euch mit Käfer-Schwärmen angreifen, die wortwörtlich unter die Haut gehen, wird klar: Ja, das ist Resi-Horror-Atmosphäre wie man sie kennt und liebt.
Gestalterisch setzt Capcom bei alledem wieder auf die RE Engine, welche bereits beim Vorgänger zum Einsatz kam und schon damals lebensechte Charakterdarstellungen und realistische Schatten auf den Bildschirm zauberte. Für ihren ersten Einsatz auf Next-Gen-Konsolen wurde die Software nun aber nochmal ordentlich aufgebohrt. Das Survival-Abenteuer bietet nun unter anderem dynamische 4K-Auflösung oder atemberaubende Spiegeleffekte via Raytracing. Playstation-5 -Besitzer dürfen sich zudem über eine immersive Soundkulisse mittels Tempest-3D-Audio-Technologie freuen, auch die neuen Features des Dualsense-Controllers werden unterstützt, sodass ihr etwa in den adaptiven Triggern spüren könnt, wie der Abzug einer Waffe betätigt wird.
Quelle: Capcom
Im Zentrum des Spiels steht das namensgebende Village zusammen mit dem eindrucksvollen Schloss, das auf einem Berg über ihm thront. Hier müsst ihr nach Tochter Rose suchen.
Kein stumpfes Action-Feuerwerk
Von denen erwarten euch im Spiel übrigens einige. Zwar wird Village kein stumpfes Action-Feuerwerk, Kämpfe stellen aber erneut einen elementaren Teil der Spielerfahrung dar. Pistole, Gewehr, Messer und Co. bedient ihr dabei aus der im Vorgänger eingeführten First-Person-Perspektive. Die sorgt nicht nur für ein intensiveres Erlebnis, sondern erleichtert auch das Zielen, Ausweichen sowie Blocken gegnerischer Angriffe. Darüber hinaus dürft ihr natürlich wieder die Umwelt zu eurem Vorteil nutzen. Wer beispielsweise auf die aus der Seriengeschichte bekannten roten Fässer ballert, kann seine Widersacher mit einer eindrucksvollen Explosionen in Flammen aufgehen lassen.
Quelle: Capcom
Auch im neuen Resi wird natürlich geballert. Das Kampfsystem wurde außerdem aber noch um neue Ausweich- und Block-Manöver erweitert.
Apropos Gegner: Statt euch erneut Zombies oder anderweitig Infizierte vorzusetzen, greift Capcom beim Design dieses Mal tief in die Folklore-Kiste. In Village habt ihr es mit allerlei okkulten Viechern wie Ghoulen, Vampiren oder Werwölfen zu tun, die alle individuelle Vorgehensweisen erfordern. Auch einige größere Brocken gab es schon zu sehen: pelzige Riesenmonster, die Dorfbewohner ohne Mühe aus ihren Häusern reißen, zwei Meter große Blutsauger oder auch einen Sonnenbrille tragenden Typen mit riesigem Metallhammer. Wir sind gespannt, was uns hier noch so erwartet.
Bereits gezeigt wurde ebenfalls ein Händler namens "The Duke", der an mehreren Stellen in der Spielwelt auftauchen soll. Der Fleischklops, der direkt aus Das Große Fressen zu stammen scheint, verscherbelt euch im Austausch gegen ein paar Lei - die Ingame-Währung, die auf Rumänien als Setting hindeutet - Waffenupgrades, Verbrauchsgegenstände oder auch zusätzliche Tragetaschen. Denn natürlich ist auch das serientypische Inventar-Management wieder mit an Bord. Wie in den Vorgängern habt ihr nur begrenzt Platz, um Munition und Medikits zu lagern. Da trifft es sich gut, dass die Crafting-Optionen nun deutlich erweitert wurden und über das bereits bekannte Kombinieren von Kräutern oder Schwarzpulver hinausgehen. In der Umgebung gefundene Items, die euer Inventar verstopfen, können so schnell und einfach in etwas Nützliches umgewandelt werden.
Das große Jubiläumsgeschenk
Quelle: Capcom
Ein wenig gerätselt wird in RE: Village ebenfalls. Wie die Puzzles aussehen, hat Entwickler Capcom aber noch nicht verraten.
Abgerundet wird das Spielerlebnis von Resident Evil Village (jetzt kaufen ) mit einigen Rätseln, über die die Macherbisher allerdings noch nicht allzu viel verrieten. Im Rahmen der Tokyo Game Show erklärte Director Morimasa Sato lediglich, der achte Serienteil werde wieder mehr offene Areale zur freien Erkundung beiten als noch der direkte Vorgänger. Das lässt auf eine etwas "klassischere" Spielerfahrung im Stile von Resident Evil 2 schließen, das euch auf Entdeckungstour durch das Polizeirevier von Raccoon City schickte. Definitiv aus dem zweiten Teil übernommen wurde indes die Implementierung von Sammelgegenständen wie den aus Resi 2 bekannten Mr.-Raccoon-Puppen. Dadurch soll der achte Teil zum bis dato umfangreichsten der gesamten Reihe werden.
Zumal nach Ende des Singleplayer-Parts noch lange nicht Schluss ist. Ähnlich wie Resi 3, das zum Launch noch den asymmetrischen Multiplayer-Modus Resistance spendiert bekam, ist auch beim Kauf von Village ein Mehrspieler-Part mitinbegriffen. Der ist allerdings, anders als ein vermeintlicher Leak im Dezember nahelegte, nicht free-to-play. Und auch der Name "Village Online" hat sich mittlerweile als falsch herausgestellt. Stattdessen zelebriert Entwickler Capcom mit der RE:Verse getauften Spielvariante 25 Jahre Seriengeschichte, indem es ikonische Serienhelden in einem Action-Spektakel im Comic-Stil gegeneinander antreten lässt. Weitere Infos sollen in den nächsten Wochen folgen.
Bis dahin könnt ihr euch als PS5-Besitzer schon mal auf die exklusive Demo "The Maiden" stürzen, die seit dem 21. Januar im PSN Store verfügbar ist. Oder aber ihr schaut euch mal unser Story-Special zu den bisherigen Resident-Evil-Spielen an, um perfekt auf den achten Teil vorbereitet zu sein. Der lässt sich übrigens ab sofort vorbestellen - nicht nur in der Standard-Version, sondern auch als Collector's oder Deluxe Edition mit diversen digitalen Goodies, beispielsweise einem zusätzlichen Schwierigkeitsgrad.
