Renaissance

Test Simone Neus

Ein französischer Film Noir mit Kultfaktor oder ein Möchtegern-Pop-Art-Movie im radikalen Schwarz-Weiß-Look?

Inspektor Karas liefert sich mit einem Verdächtigen eine rasante Verfolgungsjagd Inspektor Karas liefert sich mit einem Verdächtigen eine rasante Verfolgungsjagd Paris im Jahr 2054. Die erst 22-jährige Wissenschaftlerin Ilona Tasuiev ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Genforschung. Momentan arbeitet sie für den Pharmakonzern Avalon an einem Heilmittel gegen Progerie. Die Krankheit lässt Menschen bereits im Kindesalter vergreisen. Doch bevor Ilona ihre bahnbrechenden Forschungsergebnisse veröffentlichen kann, wird sie Opfer einer Entführung. Das Motiv ist unklar. Wer hätte einen Nutzen von ihrem Verschwinden?

Mit der Suche nach der jungen Frau wird Inspektor Karas betraut. Der Einzelkämpfer gilt als zuverlässig und effizient -- nicht zuletzt, weil er die Gesetze öfter einmal zu seinen Gunsten auszulegen weiß. Gemeinsam mit Ilonas Schwester Bislane geht Karas einer bizarren Verschwörung auf den Grund, deren Ursprung mehr als vier Jahrzehnte zurückliegt.

Kopie oder Konkurrenz

Bislane sucht nach Hinweisen für das Verschwinden ihrer jüngeren Schwester Bislane sucht nach Hinweisen für das Verschwinden ihrer jüngeren Schwester Ähnlich wie die Rodriguez/Tarantino/Miller-Produktion "Sin City" kommt auch Christian Volckmans "Renaissance" im stylischen Comic-Look daher. Dennoch gibt es Unterschiede: Volckman verzichtete für seine linear erzählte Story bis auf eine einzige Szene sowohl auf Farben als auch auf Grauabstufungen. Mittels Motion Capturing verschmelzen Live-Action und Zeichentrick-Animation zu einem schrägen und visuell anspruchsvollen Ganzen. In der englischsprachigen Fassung wird Polizist Karas übrigens von Bond-Darsteller Daniel Craig gesprochen. Sir Ian Holm leiht Ilonas Doktorvater die Stimme.

Wer mehr über die französisch/britisch/luxemburgische Koproduktion erfahren will, legt Disc 2 in den Player. Dort warten Interviews mit dem Regisseur, eine Behind the Scenes-Featurette sowie eine Zusammenfassung mit Kommentaren von Cast & Crew plus Filmbildern.

Fazit

Film-Check: Christian Volckman schuf mit seinem für rund 14 Millionen Euro produzierten, experimentellen Langfilmdebüt einen eleganten, grafisch reduzierten, komplett in Schwarz-Weiß inszenierten Mix aus Science-Fiction, Kriminalgeschichte und Animation.Auch wenn die für einen Film Noir typische, düstere Detektiv-Story austauschbar ist, da sie nur wenig Originalität an den Tag legt und auch mit einigen Längen zu kämpfen hat, sollten sich aufgeschlossene Cineasten, die "Blade Runner", "Sin City" und "Metropolis" zu ihren Lieblingsfilmen zählen, dieses optisch außergewöhnlich innovative Werk auf keinen Fall entgehen lassen.
DVD-Fazit: In punkto Technik können wir grünes Licht für den DVD-Kauf geben. Die Zugaben der Special Edition sind ordentlich, die französische Version brachte noch einen Regiekommentar mit. Der HD DVD-Release ist für März geplant.

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