Reine Chefsache

Test

Nach "About a Boy" und "American Pie" werfen die Weitz-Brüder einen warmherzigen Blick auf die kalte Businesswelt

Das geregelte Leben des erfolgreichen Anzeigenverkäufers Dan Foreman (Dennis Quaid) gerät binnen kürzester Zeit komplett aus den Fugen. Dem in die Jahre gekommenen Abteilungsleiter wird aufgrund einer feindlichen Übernahme seines Verlages ein neuer Chef vorgesetzt. Das Schlimmste daran: Carter Duryea (Topher Grace) ist gerade mal halb so halt wie er.

Zur berechtigten Angst, bald ohne Job dazustehen, kommen drastische private Veränderungen. Ehefrau Ann (Marg Helgenberger) offenbart ihrem Gatten, dass er mit 52 noch einmal Vater wird, und Tochter Alex (Scarlett Johansson) möchte auf die extrem teure New York University wechseln.

New Economy

Während der karrieregeile Yuppie Carter mit seinem Gefasel über Rationalisierung, Synergien und Cross-Promotions stetig wachsende Zahlen präsentiert, muss Dan die Zähne zusammenbeißen und eine zweite Hypo-thek aufnehmen. Als sich jedoch der innerlich extrem unsichere und vereinsamte Carter in Dans Privatleben drängt und dann auch noch ein Verhältnis mit seiner Tochter anfängt, ist es mit "Reine Chefsache" endgültig vorbei ...

Regisseur Paul Weitz, der neben der Regie erneut für das Drehbuch und mit Bruder Chris für die Produktion zuständig war, fand sich zusammen mit Hauptdarsteller Topher Grace für einen Audiokommentar im Studio ein. Die beiden plaudern amüsiert über die Story, Charaktere oder Schwierigkeiten beim Dreh und tun ihre Meinungen zu einzelnen Szenen kund.

Zudem werden vom Regisseur auf Wunsch auch die entfallenen Szenen ausführlich kommentiert. Die siebenteilige Featurette mit dem Titel "S.Y.N.E.R.G.Y." behandelt die (Jung-)Stars, die Schnittarbeit, den Plot, die Drehorte und lässt sogar echte Anzeigenverkäufer des Sporting News-Magazins zu Wort kommen.

Fazit

Film-Check: Generationskomödie, Karrieredrama, Liebesromanze und Gesellschaftssatire -- "Reine Chefsache" ist ein bisschen von allem. Trotz der mitunter tragischen und ernsten Untertöne beim Kampf zwischen altem Hasen und jungem Senkrechtstarter, zwischen Menschlichkeit und Materialismus, entlässt einen der Film in durchaus positiver Stimmung.Dies ist in erster Linie dem gelungenen Drehbuch und der glaubhaften Inszenierung von Paul Weitz zuzuschreiben. Ihm gelingt die Verknüpfung von gefühlvoller Dramaturgie mit spitzfindigem Humor. Über alle Zweifel erhaben sind die darstellerischen Leistungen von Dennis Quaid und Topher Grace.
DVD-Fazit: Während tonal genrebedingt nur wenig Potenzial ungenutzt bleibt, ärgert beim Bild der unnötig hohe Rauschanteil. Die Extras reißen zwar nicht zu Begeisterungsstürmen hin, sind insgesamt aber ordentlich. Gutes Mittelmaß.

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