In Red Dead Redemption habt ihr massenhaft böse Buben umgelegt, in Undead Nightmare kehren diese aus ihren Gräbern zurück. Wie sich das Wild-West-Zombie-Adventure spielt, lest ihr in unserem Test.
Das hat uns nicht gefallen
Die zu einfache Story
Undead Nightmare reicht nicht einmal ansatzweise an die grandiose Story des Hauptspiels heran, dafür ist sie zu vorhersehbar. Spektakuläre Wendungen fehlen ebenso wie die Dramatik,
Immer wieder trefft ihr Überlebende der Katastrophe, die euch mit neuen Aufgaben und Hinweisen zum Ursprung der Seuche versorgen.
die man angesichts von Johns familiärer Schieflage eigentlich hätte erwarten können. Zudem sind die Hauptmissionen wenig einfallsreich und beschränken sich zu oft auf "Gehe-und-Töte"-Aufträge. Nebenmissionen sind zwar zahlreich vorhanden und mitunter auch sehr unterhaltsam, allerdings muss man sehr, sehr lange Wege in Kauf nehmen, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Die eintönigen, langen und viel zu oft verlangten Ritte durch die Prärie lassen sich auch nicht immer beschleunigen. Schnellreisen könnt ihr zwar immer noch, allerdings nur an "safe spots", also an Orten, in denen ein Bett auf euch wartet. Das Reisen vom Lagerfeuer aus ist in Undead Nightmare nicht möglich. Um an einen "safe spot" zu gelangen, muss man in der betreffenden Ortschaft erst einmal aufräumen. Ihr unterstützt die sich gegen Untote verteidigenden Einwohner mit Munition und einer ordentlichen Abschussquote und erhaltet als Belohnung die Möglichkeit dort zu übernachten, also auch zu speichern. Nach dem dritten Ort wird's langweilig, denn in jedem Dorf spielt sich die Untoten-Hatz gleich. Außerdem ist die Stadt danach nur für einige Tage sicher, dann greifen die Zombies wieder an.
Die nervigen Kämpfe
Angesichts der neuen Gegner spielen sich die Kämpfe in Undead Nightmare ganz anders als im
Die Gefechte gegen mehrere Untote werden mitunter sehr hektisch. Gut, dass die Dead-Eye-Zeit um ein paar Sekunden erhöht wurde.
Hauptspiel. Das Deckungssystem ist aufgrund der unbewaffneten Zombies sinnlos geworden, weshalb ihr zumeist im Rückwärtsgang auf die fauligen Kreaturen schießt. Da ein Zombie dem Gesetz des Horrors nach nur durch Kopfschuss zu erlegen ist und die Auto-Aim-Funktion oftmals die Brust aufs Korn nimmt, muss man mit dem etwas hakeligen Zielsystem nachjustieren. Dankbarerweise gibt es auch in Undead Nightmare den Dead-Eye-Modus, in welchem ihr in Zeitlupe mehrere Gegner markieren und umlegen könnt. Dieser steht einem jetzt deutlich länger als im Hauptspiel zur Verfügung und füllt sich auch schneller wieder auf. Das führt allerdings dazu, dass die Kämpfe sich nicht nur hektisch, sondern vor allem auch eintönig spielen. Zu oft rennt man im Kreis umher, verfolgt von einer Horde Zombies und wartet, dass sich die Dead-Eye-Anzeige wieder füllt. Richtig entnervend wird es im Nahkampf. Zum einen gibt es mit der Fackel gerade einmal eine neue Waffe für den Kampf Mano-a-Zombie, zum anderen ist die Kamera und die Steuerung in solchen Situationen derart hakelig, dass es oft im frustrierendem Untod endet.
Die nur scheinbare Munitionsknappheit
Ein paar vernünftige Hieb- und Stichwaffen hätten dem Spiel gut getan, denn Munition ist ein scheinbar rares Gut. Zwar versucht das Spiel eine gewisse Spannung durch rar verteilte
Im Nahkampf rammt ihr den Zombies eure Fackel in den Schädel. Leider ist das die einzige Nahkampf-Animation.
Munitionsreserven zu erzeugen, allerdings beschäftigte uns der Patronenmangel nur in der ersten Spielstunde, anschließend konnte man bei konsequenter Nutzung des Dead-Eye-Modus sehr gut mit den zur Verfügung gestellten Bleireserven zurechtkommen. Nervig, weil unlogisch: Ihr findet Munition in scheinbar willkürlich verteilten Truhen, bekommt sie eigenartigerweise von geretteten Frauen oder durch das Verbrennen von Särgen. Die euch bekannten Waffenläden sind hingegen verschlossen, im Sheriffbüro findet man keine und ein mit Patronengürtel bekleideter Zombie trägt oft nur eine einzige Pistolenkugel mit sich herum. Hier hat Rockstar es verpasst, dem Addon mehr Dynamik zu verleihen.
Die "leblose" Spielwelt
Die Prärie in Undead Nightmare ist extrem leblos, im wörtlichen Sinne. Die Tiere hat die Seuche
Die Atmosphäre in Undead Nightmare ist stets düster gehalten, gleißenden Sonnenschein sieht man selten.
nämlich ebenso wenig verschont wie die meisten Menschen. Trotzdem sind die Viecher rar gesät, im Vergleich zum Hauptspiel gibt es auf Ritten durch die Landschaft nur wenig zu betrachten. Selbst wenn das von den Entwicklern aufgrund des Szenarios so gewollt ist, vermissen wir Tiere die einem nicht ans Leder wollen. Dafür sind Fabelwesen hinzugekommen wie Bigfoot oder Einhörner, die allerdings nicht wirklich in das Szenario passen. Schlimmer noch als die Situation in der Wildnis ist sie in den Ortschaften. Sobald ihr eine Stadt gerettet habt, kehrt dort das Leben zurück. Von Barrikaden oder Bürgerwehren haben die Einwohner aber wohl noch nie etwas gehört. Das Auftreten der Untoten wird von ihnen wie eine Heuschreckenplage mit einem Achselzucken abgetan. Das ist schade, denn es stört die Apokalypse-Atmosphäre. Trotzdem ist es konsequent von den Bürgern, denn die lassen euch bei der Suche nach einem Heilmittel allein. Im Gegensatz zum Hauptspiel seid ihr fast immer solo unterwegs, entgegen aller Zombie-Genre-Konventionen.
Quelle: Take 2
Im Multiplayer verteidigt ihr euch im Ansturm-Modus gegen immer stärker werdende Zombie-Horden.
Die verpasste Multiplayer-Chance
Mit dem DLC kommen zwei neue Multiplayer-Modi auf die Konsole. In Ansturm der Untoten verteidigt ihr euch gemeinsam mit Mitspielern so lange wie möglich gegen immer stärker werdende Wellen von Untoten. In Land Grab gilt es möglichst viel Land für sich zu erobern. Schade: Wir hätten uns über einen Koop-Modus gefreut, doch der fehlt ebenso wie eine Open-World-Variante mit Zombies.
