Ein kurzer Trailer, ein riesiger Hype, ein paar wenige Fakten und jede Menge Spekulationen zu Red Dead Redemption 2 von Rockstar-Games-Kenner Thomas!
Es gab tatsächlich Zeiten, in denen wir die Jungs von Rockstar Games auf der E3-Messe in Los Angeles treffen konnten. Aber das ist schon lange her. Heutzutage machen die Rockstars ihrem Namen alle Ehre und sich entsprechend rar, wenn eine E3 oder Gamescom ansteht. Sich in die Hersteller-Masse einzureihen, haben die New Yorker nicht mehr nötig. Wenn ein neuer Rockstar-Titel per Trailer angekündigt wird, steht die Spielewelt für einen Moment still und der Hype- und Diskussionslevel schießt nach oben. Da verblasst selbst die Tatsache, dass Nintendo am selben Tag eine neue Konsole enthüllt. Na ja, fast.
In diesem Artikel
Quelle: Rockstar
Malerisch:
Je nach Tageszeit und Sonnenstand verändert sich der Look der Szenerie. (PS4)
Quelle: Rockstar
Sternenhimmel:
Im Vorgänger dienten Lagerfeuer als Speicherpunkte. Hier dient ein Feuer als Paradebeispiel für das herausragende Lightsourcing der RAGE-Engine. Achtet mal auf die Sterne am Himmel - traumhaft! (PS4)
Sieht das geil aus!
Nur eine Minute ist der Trailer lang und doch gibt es viel zu diskutieren, viel zu spekulieren - und viel zu salutieren! Denn die Optik, die laut Rockstar Games PS4-Spielgrafik darstellt, sieht so wundervoll natürlich und detailliert aus, dass nicht nur Grafikfetischisten unweigerlich das Herz aufgeht. Wobei man sich schon fragt, ob die Szenen wirklich von der "alten" PS4 stammen oder nicht etwa von der leistungsstärkeren PS4 Pro. Allerdings trauen wir Rockstar Games und deren RAGE-Engine auch zu, mehr aus der "alten" PS4 zu kitzeln als die meisten anderen Entwickler.
Dass die "Rockstar-Sonne" in der Spielebranche das Nonplusultra darstellt, ist bekannt, aber wenn sich die Lichtstrahlen in einem Waldstück ihren Weg durch die lichten Stellen bahnen, dann sieht das einfach fantastisch aus. Ein Highlight ist auch die Passage, in der ein nächtliches Lagerfeuer die Szenerie erhellt, sich das flackernde Licht im Wasser spiegelt und man am Himmel sogar die Sterne sehen kann.
Auffällig sind die vielen Tiere im kurzen Trailer. Kaum eine Einstellung, in der nicht ein Nager, ein Huftier oder ein Vogel zu sehen ist. Sinnvoll, denn will man den Wilden Westen lebendig und gleichzeitig realistisch gestalten, dann sind Menschenmassen à la GTA fehl am Platze, viele Tiere aber genau richtig. Schon im ersten Teil konnte man ja Tiere jagen und häuten. Jetzt fällt die implementierte Nahrungskette auf: An einer Stelle fängt ein Dachs eine Maus, an anderer Stelle wird ein toter Wolf von Aasgeiern zerfleddert, während ein Hund daneben steht und die Geier anbellt, und wir sehen einen Mann (den Helden?), der erlegtes Wild auf seinem Pferd wegschafft.
Quelle: Rockstar
Bloß nicht den Buckel runterrutschen:
Das Jagen von Tieren war schon im Vorgänger ein wesentliches Spielelement. Vielleicht kommt jetzt auch ein Crafting-System hinzu. (PS4)
Quelle: Rockstar
Die glorreichen Sieben: Ist man Teil einer Bande?
Gibt es einen Koop-Modus? Oder steuert man gar alle sieben? Hoffentlich sind wir bald schlauer! (PS4)
Das wirft die Frage auf, ob es ein Crafting-System geben wird, also ob man die Tierfelle und -häute nicht nur zu Geld, sondern auch zu Gegenständen machen kann. In einer Szene steigt der vermeintliche Held in einer Scheune aufs Pferd, während draußen eine Rinderherde vorbeigeführt wird. Deshalb würde es uns nicht wundern, wenn es im Unterschied zum Vorgänger jetzt einen (oder mehrere) Heimatort(e) gibt, so wie man es von Grand Theft Auto kennt.
Wie viele Helden denn?
Apropos: Die Frage nach dem Helden von Red Dead Redemption 2 ist sicherlich die spannendste. Wobei man nicht nur "wer", sondern auch "wie viele" fragen muss, schließlich hat Rockstar Games mit GTA 5 das Multiple-Heroes-Konzept eingeführt - mit Erfolg.
In der Schlussszene des Trailers sehen wir sieben Reiter mit Masken im Gesicht und Waffen in den Händen von dannen reiten. Man kann das als eine Reminiszenz an den kürzlich neu aufgelegten Westernklassiker Die glorreichen Sieben ansehen, aber es lässt auch Rückschlüsse auf das RDR 2-Konzept zu.
Dabei würden wir ausschließen, dass es sieben spielbare Helden gibt. Das wäre zu viel und würde die intensive Charakterbindung, die Rockstar-Games so exzellent beherrscht, nahezu unmöglich machen. Unsere Vermutung ist eher die, dass es nur einen Helden gibt, der aber Teil einer Gruppe ist. Red Dead (Redemption) ist eine eigenständige Reihe, die Rockstar Games nicht als "GTA im Wilden Westen" sieht, weshalb das Drei-Helden-Konzept wohl nicht plump kopiert wird.
Für wahrscheinlicher halten wir, dass man den Story-Modus im Koop spielen kann. Warum? Weil die Entwickler für RDR 2 ein "brandneues Online-Multiplayer-Erlebnis" angekündigt haben. Klingt nicht zwingend nach "GTA Online im Wilden Westen". Eine Koop-Kampagne wäre dagegen neu für Rockstar Games und würde gleichzeitig perfekt in die heutige Zeit passen. "Wir hoffen, Spielern ein episches Erlebnis bieten zu können, das auf allem aufbaut, was wir bei der Entwicklung unserer Spiele gelernt haben", so Rockstar-Games-Gründer Sam Houser bei der Ankündigung von Read Dead Redemption 2.
