Mit dem neuen Update zu Red Dead Online, führte Rockstar Games am 10. Januar 2019 den Battle-Royale-Modus Gun Rush ein. Wie sich der Modus spielt, ob er überhaupt als Battle-Royale bezeichnet werden kann und wo es noch einige Probleme gibt, erfahrt ihr in unserem Update-Check zu Gun Rush.
Der neue Battle-Royale-Spielmodus in Red Dead Online heißt Gun Rush. Ihr sterbt, wenn ihr den immer kleiner werdenden Kreis verlasst, ihr spawnt ohne Waffen und am Ende kann nur einer überleben. Das hört sich alles nach den typischen Battle-Royale-Elementen an. Warum Gun Rush aber trotzdem kein Battle-Royale-Feeling rüberbringt, und warum ihr den Modus generell noch nicht spielen solltet, erfahrt ihr jetzt.
Quelle: PC Games
Der Kreis verkleinert sich konzentrisch. Die Waffen sind gleichmäßig verteilt. Je näher ihr der Mitte kommt, desto besser werden die Waffen.
Gun Rush spielt ihr auf fünf Karten, die ihr aus Red Dead Redemption 2 (jetzt kaufen / 56,99 € ) bereits kennt: Rhodes, Hennigan's Stead, Braithwaite Manor, Fort Mercer und Tall Trees. Waffen sind gleichmäßig über die Karte verteilt. Je näher ihr dem Mittelpunkt der Map kommt, desto besser werden die Waffen. Von Messern, Mauserpistolen, Revolvern, über Gewehre und Bögen mit Explosivpfeilen ist alles dabei.
Quelle: PC Games
Kein falscher Schritt. Für uns kaum auszumachen, verstecken sich im Dickicht bereits Spieler des gegnerischen Teams.
Ihr startet allein oder als Team am Rand des Kreises und versucht nun möglichst schnell an eine Waffe zu kommen, damit ihr euch bei Feindkontakt verteidigen könnt. Der Kreis, der das Spielgebiet begrenzt, verkleinert sich jede Minute. Im Gegensatz zu anderen Battle-Royale-Spielen wie PUBG oder Fortnite geschieht das aber konzentrisch und nicht zufallsbasiert. Das nimmt dem Modus eine Menge Wiederspielwert, da sich das Finale einer Runde immer im gleichen Gebiet der Map abspielt. Da Waffen auch immer dieselben Spawnpunkte haben, bilden sich früh im Spiel Hot-Spots, die hart umkämpft sind. Wer die begehrte Waffe zuerst aufhebt, hat meist die Oberhand. Ist der Kampf um die ersten guten Waffen ausgefochten, tritt oft Langeweile ein, da sich kaum ein Spieler aus seiner Deckung traut. Der Kreis ist dabei keine wirkliche Bedrohung, da er im Gegensatz zu anderen Battle-Royale-Spielen nicht sofort Schaden zufügt, wenn ihr ihn verlasst. Es startet lediglich ein Timer von 20 Sekunden, der euch auffordert, in das Spielgebiet zurückzukehren. Kehrt ihr zwischendurch auch nur für einen Moment in die sichere Zone zurück, startet der Countdown jedes Mal erneut. Außerdem sind die Bereiche, um die der Kreis schrumpft, sehr klein.
Gun Rush spielt ihr mit maximal 32 Spielern, die derzeit noch automatisch Teams zugewiesen werden. Den Solo-Modus konnten wir nicht ausprobieren. Obwohl er zur Auswahl stand, wies uns das Spiel immer dem Team-Modus zu. Auf 32 Mitspieler kamen wir aber so gut wie nie. Meist traten nur zehn bis zwölf Spieler der Partie bei. Wenn diese wenigen Spieler, dann auch noch auf die Teams aufgeteilt werden, ist vom Battle-Royale-Feeling nicht mehr viel übrig. Zusätzlich dazu, funktioniert das Matchmaking und die Teamaufteilung überhaupt nicht. Es ist uns öfter passiert, dass Teams, bestehend aus drei oder mehr Spielern, gegen einzelne Spieler antraten.
Quelle: PC Games
Die letzten Sekunden für den gegnerischen Spieler in dieser Runde. Hätte er vorher mal durchs Fenster geschaut.
Das Deckungssystem sowie die Schussmechanik aus Red Dead Redemption 2 eignen sich nicht besonders gut für ein kompetitives Multiplayerspiel. Der Charakter geht oft an der falschen Stelle in Deckung und die langsamen Animationen laden zum Abschuss ein. Auch wenn die Musik von Red Dead Redemption 2 fantastisch ist, in einem klassischen Battle-Royale-Modus stört sie, da sie Schritte und manchmal sogar Schüsse übertönt. Diese Geräusche sind zur Orientierung auf dem Schlachtfeld aber unbedingt notwendig. Zum Glück kann man die Musik im Options-Menü ausschalten.
Möchtet ihr euch auf dem Schlachtfeld mithilfe der Karte orientieren, geht das zu langsam. Im Gegensatz zum Einzelspielermodus braucht ihr zum Aufrufen der Map zwei Tastendrücke, dann folgt eine Ladezeit. Der sichere Kreis auf der Map wird nur hervorgehoben, wenn ihr euch außerhalb des Kreises befindet. Befindet ihr euch innerhalb des Kreises, ist dieser auf der Karte kaum zu erkennen. In der Spielwelt selbst ist der Kreis überhaupt nicht sichtbar.
Was aber derzeit den Spielspaß am meisten zerstört, sind die permanenten Anzeigefehler, Bugs und Verbindungsabbrüche sowie das regelmäßige Einfrieren des Spiels zum Ende einer Runde. Hierdurch könnt ihr keine 20 Minuten am Stück spielen ohne den Modus neu starten zu müssen. Das ist sehr frustrierend.
Quelle: PC Games
Nehmt ihr früh bestimmte Hotspots auf der Karte ein, habt ihr einen gewaltigen Vorteil.
Geht euer Held über den Jordan, ist es gar nicht so einfach, zügig ein neues Match zu finden. Tretet ihr aus der laufenden Partie aus, und sucht eine neue, dürft ihr lediglich anderen gerade laufenden Partien beitreten und müsst als Beobachter warten, bis diese vorbei sind. Das sorgt für lange Wartezeiten zwischen den Spielen.
Rockstar hat sich hier anscheinend kaum damit beschäftigt, was das Battle-Royale-Erlebnis so beliebt macht und so mit Gun Rush einen Modus entworfen, der momentan nur den Anschein eines Battle-Royale-Modus hat. Auch wenn die zahlreichen Bugs, Abstürze und Steuerungsschwierigkeiten nicht wären, würde Gun Rush als Battle Royale so noch immer keinen Spaß machen.
