Ratropolis im Test: Verteidige das Rattenreich mit Geschick und Karten!

Test Michael Leibner
Ratropolis im Test: Verteidige das Rattenreich mit Geschick und Karten!
Quelle: Cassel Games

In Ratropolis übernehmt ihr die Leitung einer Rattensiedlung und verteidigt sie gegen jegliche Gefahren. Die Entwickler von Cassel Games verschmelzen Mechaniken verschiedenster Genres zu einem interessanten Echtzeit-Strategie-Mix. Was dieser Early-Access-Schmelztiegel von Videospielgenres zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Die große, antike Metropole der Ratten namens Ratropolis bot im gleichnamigen Spiel dereinst Wohlstand und Sicherheit. Grausame Experimente und Gier waren jedoch der Untergang der Stadt und ihre Bewohner flohen, um neue Siedlungen zu gründen. Ihr spielt den Anführer einer dieser Siedlungen und habt die Aufgabe, ein neues Ratropolis zu errichten und die Bewohner gegen Wellen von unterschiedlichsten Feinden zu verteidigen.

Dabei müsst ihr nicht nur auf eure Verteidigung achten, sondern auch darauf, dass eure Stadt sich wirtschaftlich weiterentwickelt. Denn ohne eine gute Wirtschaft und glückliche Bewohner wird Ratropolis nie zu neuem Ruhm gelangen.

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Mit Karten um das Wohlergehen der Stadt pokern

Zu Beginn jedes Durchlaufs wirkt unser Siedlung noch klein und wir haben nicht viel zu tun. Quelle: PC Games Zu Beginn jedes Durchlaufs wirkt unser Siedlung noch klein und wir haben nicht viel zu tun. Die zentrale Spielmechanik in Ratropolis ist der Deckbau. Aktionen, Gebäude, Einheiten und Fähigkeiten werden in Form von Karten platziert und gewirkt. Um diese Karten ausspielen zu können, werden Ressourcen wie Gold und Ratizen benötigt. Als Ratizen werden die Bewohner bezeichnet, in Anspielung auf den englischen Begriff "Citizen". Je nach Stärke und Art der Karte kostet sie dementsprechend Gold und/oder Ratizen. Ratropolis läuft im Vergleich zu anderen Kartenspielen nicht rundenbasiert, sondern in Echtzeit ab. Ihr müsst also schnell auf die Aktionen des Gegners reagieren und habt nur wenig Zeit zum Nachdenken.

Neue Karten könnt ihr erst dann ziehen, wenn ein Timer abgelaufen ist. Im Verlaufe der Partie habt ihr die Möglichkeit, weitere Karten zu erwerben, was euren Kartenpool erweitert. Dadurch erlangt ihr mit fortschreitender Spieldauer auch bessere Karten und könnt euer Deck auf eine bestimmte Strategie hin ausbauen. Trotz des ungewöhnlichen Ansatzes geht das Gameplay im wahrsten Sinne des Wortes gut von der Hand. Die Echtzeit-Komponente führt dazu, dass man nicht so viel Zeit hat, darüber nachzudenken, was man als Nächstes ausspielen möchte. Durch das rasante Spieltempo entwickelt sich eine ganz einzigartige Dynamik.

Anziehend wie ein Rattenfänger

Aus dem Dunkeln kommen die misslungenen Experimente und Gegnerhorden, um den Ratten die Hoffnung gänzlich zu nehmen. Quelle: PC Games Aus dem Dunkeln kommen die misslungenen Experimente und Gegnerhorden, um den Ratten die Hoffnung gänzlich zu nehmen. Neben dem Deckbuilding steht die Verwaltung der Stadt an oberster Stelle. Die Gegnerwellen werden immer schwerer und dementsprechend müssen die Einheiten und Verteidigungsanlagen ausgebaut werden. Ratropolis präsentiert sich uns in der Seitenperspektive mit dem Rathaus in der Mitte und Arealen links und rechts, von denen aus die Feinde anstürmen. In unserem von Mauern umzäunten Herrschaftsgebiet findet sich genug Platz für Gebäude, die Ressourcen produzieren, die Bewohnerzahl steigern oder Vorteile generieren. Die Militäreinheiten wiederum werden an den Mauern stationiert, um die anstürmenden Horden von Feinden abzuwehren.Als Kommandant muss man zu jeder Zeit die Situation überblicken und abwägen, an welchem der beiden Stadt-Enden weitere Einheiten oder Verteidigungsanlagen benötigt werden.

Fällt eine der beiden Seiten, werden die Gebäude zerstört und die Partie endet mit dem Fall des Rathauses. Wie bei einem klassischen Echtzeit-Strategiespiel ist bei Ratropolis das Zusammenspiel aus Makro- und Mikromanagement das A und O. Wird der Basenbau vernachlässigt, leidet die Verteidigung darunter. Floriert die Wirtschaft innerhalb der Stadt und die Verteidigung lässt zu wünschen übrig, wird es nicht lange dauern, bis Ratropolis fällt. Eine ausgewogene Ressourcenverteilung ist für einen erfolgreichen Durchlauf also vonnöten.

Die Anführer der Rattenklans

Je mehr Zeit vergeht, desto stärker werden die Kreaturen, die aus dem Dunkeln emporsteigen. Quelle: PC Games Je mehr Zeit vergeht, desto stärker werden die Kreaturen, die aus dem Dunkeln emporsteigen. Um den Wiederspielwert zu erhöhen, haben die Entwickler verschiedenste Charaktere hinzugefügt. Diese können zu Beginn einer Partie ausgewählt werden und bringen verschiedene aktive und passive Fähigkeiten mit sich. Der Generalführer bekommt beispielsweise für jede Militärkarte in seinem Besitz zwei weitere Ratizen und kann alle 60 Sekunden seine Einheiten stärken. Der Architekt hingegen verbessert Gebäude und erhält alle 90 für eine abgeworfene Karte eine einmal einsetzbare Gebäudekarte. Die beschriebenen Fähigkeiten der Charaktere lassen sich zudem im Laufe einer Partie aufwerten. Zusätzlich startet jeder Charakter mit einem eigenen Kartendeck, dass sich allerdings nur durch wenige Karten von den Decks der anderen unterscheidet. Trotzdem bieten sich dadurch zahlreiche unterschiedliche Herangehensweisen, wodurch jeder Spieler seinen eigenen Spielstil finden und verfolgen kann. Uns hat beispielsweise der militärische Spielstil am besten gefallen, weil wir größeren Wert auf ein starkes Militär gesetzt haben. Je mehr man einen Charakter spielt, desto mehr Karten kann man freischalten. Deshalb lohnt es sich, einen Blick auf die verfügbaren Charaktere zu werfen und seine Favoriten zu finden.

Bis Ratropolis errichtet ist

Ratropolis besitzt keine Story-Kampagne und erzeugt seinen Spielspaß einzig und alleine aus dem Wellenmodus. Wie bei einem Roguelike müssen wir bei diesem von Neuem beginnen, wenn unser Rathaus fällt und uns bleibt nichts bis auf die gesammelte Erfahrung im wortwörtlichen und übertragenem Sinne. Eine Partie umfasst maximal dreißig Feindeswellen, die auf die Rattensiedlung niederregnen. Das kann ganz schön knifflig werden: Wir haben es lediglich zweimal geschafft, die dreißigste Welle zu erreichen und zu überleben! Hat man einmal die Stadt erfolgreich verteidigt, kann man sich an höheren Schwierigkeitsgraden versuchen oder startet mit dem Albtraummodus, bei dem die Anzahl der Wellen endlos ist. Man kann also definitiv sagen, dass Ratropolis viel Zeit und eine gute Strategie erfordert, um es zu bezwingen.

Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Ratropolis (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Stimmungsvolle GrafikSpaßige Deckbuilding-MechanikEinzigartiger GenremixHoher WiederspielwertTaktisch vielseitig und fordernd
Wenige ProgressionsmöglichkeitenEintöniges GameplayHoher Schwierigkeitsgrad
Fazit

Ratropolis bietet dem Spieler einen einzigartigen Mix aus Spielmechaniken, die zu einem spaßigen Gesamtkonstrukt zusammenfinden.

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