Railway Empire 2 im Test

Test Matthias Dammes
Railway Empire 2 im Test
Quelle: Kalypso Media

Bitte steigen sie ein und Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges. Railway Empire 2 ist da und wir haben uns die Wirtschaftssimulation im Test angeschaut.

Gut gefallen hat uns obendrein, dass die Schienennetze, auch bei fortgeschrittenen Spielen, nicht mehr so arg in Chaos ausarten, wie das beim Vorgänger gelegentlich passiere. Das liegt an einigen durchdachten Designentscheidungen. Unser Ziel ist ja, nach wie vor Städte miteinander und diese Städte mit Rohstoffbetrieben zu verbinden. Wenn aber in der Nähe einer Stadt weit und keine Maisfarm liegt, muss die Ware von woanders her gekarrt werden. Im Vorgänger wurde das teilweise mit zentralen Lagerhäusern gelöst. Diese gibt es in Railway Empire 2 (jetzt kaufen 19,99 € ) nicht mehr.

Stattdessen können wir Bahnhöfe nun mit zwei Erweiterungsbauten ausstatten. Neben Wartungsdepot, Abfertigungshalle, Postamt oder Restaurant steht eine Lagerhalle zur Verfügung. Bei diesem Gebäude können wir bis zu sechs verschiedene Waren festlegen, die an diesem Bahnhof gewissermaßen umsteigen können. So ist es möglich, dass eine entfernte Maisfarm sein Produkt zu einer Stadt entsendet, auch wenn es zwischen beiden gar keine direkte Verbindung gibt. Die Ware wird dann in der dazwischenliegenden Stadt mit dem Lagerhaus einfach umgeladen. Eine ähnliche Funktion gibt es für Passagiere und Post. Auf Landbahnhöfen errichten wir einen Gasthof, damit Fahrgäste umsteigen können. Sowohl Lagerhäuser als auch Gasthöfe sorgen dafür, dass die gebaute Infrastruktur effizienter genutzt werden kann.

Eine Dampflokomotive wird im Lokschuppen präsentiert. Quelle: Kalypso Media Railway Empire 2 im Test. (14)

Virtueller Lokschuppen

So macht natürlich auch die Vertiefung des Wirtschaftssystems noch mehr Spaß. Mit ausgeklügelten Transportketten versorgen wir Städte mit Waren, die sie für ihr Wachstum benötigen, wodurch wiederum neue Bedürfnisse entstehen. Zusätzlich kommen mit den Jahrzehnten neue Waren in den Umlauf, die dann die Versorgungsstruktur unsere Städte ändern und neue Herausforderungen schaffen können. Haupteinnahmequelle ist dabei natürlich der Waren- und Passagiertransport auf der Schiene. Wir können aber auch direkt in die Wirtschaft eingreifen, indem wir in Städten Produktionsbetriebe errichten und auf dem Land die Rohstoffproduzenten aufkaufen. Diese Betriebe können wir dann in mehreren Stufen ausbauen, was deren Output deutlich erhöht. So haben wir direkten Einfluss auf den Warenkreislauf.

Ein gelungener Motivationsfaktor auf dem Weg durch die Eisenbahngeschichte ist zudem die Forschung. Unser Unternehmen produziert kontinuierlich Forschungspunkte, womit wir passive Verbesserungen, neue Gebäude, aber vor allem bessere Lokomotiven freischalten. Über 40 detailgetreu nachgebaute Zugmaschinen lassen sich zwischen 1830 und 1930 erforschen. Dabei wird zwischen drei Varianten unterschieden. Express-Loks sind hauptsächlich für den Passagiertransport vorgesehen. Sie verfügen über eine hohe Endgeschwindigkeit, aber nicht so viel Zugkraft. Für den Warentransport kommen spezielle Frachtloks zum Einsatz. Die sind zwar nicht so schnell, haben aber die Kraft, um die schwer beladenen Waggons auch über schwieriges Gelände zu ziehen. Dann gibt es noch gemischte Lokomotiven, die einen Kompromiss aus beiden Extremen darstellen.

Eine Lokomotive fährt durch eine verschneite Berglandschaft. Quelle: Kalypso Media Railway Empire 2 im Test. (17)

Fast keine Macken

Durch den Wegfall des einfachen Gleissystems haben die Entwickler ein großes Problem des Vorgängers behoben. Die KI-Gegner haben jetzt keine Möglichkeit mehr zu schummeln und den Spieler durch die Nutzung des vereinfachten Systems zu übertrumpfen. Das gestaltet den Konkurrenzkampf deutlich fairer. Das ist wichtig, da es weiterhin möglich ist, Aktien aller Eisenbahnunternehmen an der Börse zu kaufen. So können wir sukzessiv feindliche Firmen übernehmen. Die KI-Spieler können allerdings genauso Aktien von uns erwerben. Ein wirkliches Gegenmittel, außer wirtschaftlich deutlich stärker zu sein als die Konkurrenz, gibt es aber auch diesmal nicht. Wer sich nicht allein Gegenspielern stellen will, kann nun Projekte im Koop für bis zu vier Spieler gemeinsam angehen. Dabei kontrollieren alle Spieler die gleiche Eisenbahngesellschaft.

Technisch liefern die Entwickler von Gaming Minds ein relativ sauberes Produkt ab. Uns sind weder nennenswerte Performance-Probleme noch gravierende Bugs aufgefallen. Schade war lediglich, dass bei einigen Lokomotiven schlicht die Soundeffekte fehlen. Ein Bug, der hoffentlich noch behoben wird. Grafisch kann sich das Spiel auf jeden Fall sehen lassen. Die Karten überzeugen mit detail- und abwechslungsreichen Landschaften. In den Städten können wir bis auf Straßenniveau hineinzoomen und das bunte Treiben der Einwohner beobachten. Toll ist auch, dass wir wieder in unseren Zügen mitfahren können, um die Strecken so richtig auf uns wirken zu lassen. Wie schon beim Vorgänger ist Railway Empire 2 eine klare Empfehlung für Eisenbahn- und Wirtschaftssimulations-Fans. Dank Einsteigerfreundlichkeit finden sich auch Neulinge zurecht und Veteranen können dank der neuen Möglichkeiten noch mehr herausholen. In jedem Fall solltet ihr viel Zeit einplanen.

Wertung zu Railway Empire 2 (PC)

Wertung:

8.0 /10

Wertung zu Railway Empire 2 (PS5)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Eine Wirtschaftssimulation für Eisenbahnfreunde, die wenig falsch macht und sich im Vergleich zum Vorgänger sinnvoll weiterentwickelt hat.

Railway Empire 2 wurde von Gaming Minds Studios entwickelt und von Kalypso Media vertrieben. Das Spiel ist seit dem 25. Mai 2023 auf PC, Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series S/X und Nintendo Switch erhältlich. Der Preis liegt bei 50 Euro für die Standard-Version sowie 60 Euro für die Deluxe Edition mit digitalem Soundtrack und Guides.

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