Rising Force Online

Test

Spieler kämpfen gegen Spieler, in einer Science-Fiction-Welt. Klingt super, hat aber einen Haken: es ist Arbeit.

Hinfort mit Drachen, edlen Rittern und hilflosen Jungfrauen -- das Online-Rollenspiel Rising Force Online bewegt sich abseits der Fantasy-Pfade von World of WarCraft oder Everquest 2. Auf Seiten der Bellato Union (knuffige Kinder mit Kulleraugen), der Heiligen Allianz Cora (wandelnde Schönheitsideale in zu engen Klamotten) oder des Accretia Imperiums (grimmige Roboter) kämpfen Sie um eine Science-Fiction-Welt.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei ähnlich wie in Dark Age of Camelot auf dem Kampf Spieler gegen Spieler (PvP). Im Abstand von acht Stunden startet auf den fünf zur Verfügung stehenden Servern der so genannte »Chip War«. In einem speziellen Areal, der Crag Mine, versuchen alle Fraktionen, die Kontrollkristalle der Gegner zu zerstören. Die Sieger haben dann für einige Zeit Vorrecht in der Mine und können ungestört Bergbau betreiben. Das so gewonnene Erz machen Sie zu Geld oder verarbeiten es weiter -- mit den Endprodukten können Sie etwa Ihre Ausrüstung verbessern.

Tretmühle

Bevor Sie sich mit Ihrem Krieger, Jäger oder Magier in diese Chip Wars stürzen, müssen Sie Ihren Charakter aufpäppeln -- und das ist alles andere als spannend. Eine lebendige Spielwelt wie in World of WarCraft gibt es nicht. Sie stapfen abhängig von Ihrem Level in eines der Gebiete und töten wie am Fließband. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihre Fähigkeiten wie Zaubersprüche oder spezielle Angriffe exzessiv verwenden, denn nur so können Sie diese steigern; und das ist in RF Online wichtiger als der eigentliche Levelaufstieg.

Damit das Ganze nicht zu eintönig wird, gibt es auch ein paar Quests. Die geben sich mit »töte dies«- und »besorge jenes«-Aufträgen simpel, haben allerdings einen absurd hohen Schwierigkeitsgrad. Mit Level 4 bekommen Sie beispielsweise eine Quest, die Sie solo frühestens mit Level 8 schaffen können. Wollen Sie sofort ran an die Buletten, muss eine Gruppe her. Das zieht sich durch das gesamte Spiel.

Die unfeine englische Art

Der Großteil der RF Online-Community ist elitär, oder hält sich zumindest dafür. Entsprechend gefährlich ist es, als Einsteiger Fragen zu stellen. Die werden schnell mit Äußerungen wie »Wegen Leuten wie Dir fehlt mir eine Ignorier-Funktion« quittiert. Während unseres Tests haben wir ob des Verhaltens mancher Spieler öfter den Kopf geschüttelt. Neben autodidaktischen Qualitäten sollten Sie aber auch gute Englisch-Kenntnisse mitbringen. Spezielle deutscher Server gibt es nämlich nicht, in RF Online wird vorrangig Englisch gesprochen.

David Bergmann

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