Der Gamesaktuell.de-Test zeigt, wie sehr sich Prototype 2 von der großen Open-World-Konkurrenz Marke GTA, Saint's Row oder Assassin's Creed unterscheidet. Ob in der zweiten Dosis des verheerenden Mercer-Virus' eine süchtigmachende Substanz steckt, erfahrt ihr in unserem Test der Xbox-360- und PS3-Version - mehr zu Prototype 2 lest ihr auch in der Games Aktuell 05/2012.
Prototype 2 im Test: Prototype 2 ist der erste Teil der Serie, der offiziell in Deutschland erschien. Grund für das Fernbleiben von Prototype 1 war der übertriebene Brutalitätsgrad, ein Markenzeichen der Open-World-Reihe. Die deutsche Version von Prototype 2 musste für eine USK-18-Freigabe geschnitten werden: Alle nicht vom Mercer-Virus infizierten Menschen bleiben im Todesfall an einem Stück, Mutanten bzw. mutierte Menschen verwandeln sich bei unsachgemäßer Behandlung aber genauso in Gulasch, wie im Original. Für den Spielspaß sind die Schnitte unserer Meinung nach nicht schädlich.
Kurz zur Story: In Prototype 2 spielt ihr Sergeant James Heller, der vom Helden des ersten Teils, Alex Mercer, mit dem tödlichen Virus infiziert wurde. Während das Genforschungs-Unternehmen Gentek James Heller für Versuche missbraucht, kann der Ex-Soldat allerdings fliehen. Heller plant nun Rache an Mercer und Gentek zu üben, die er nicht nur für seine eigene Virus-Infektion verantwortlich macht, sondern auch für die seiner Familie. Was uns an Prototype 2 gefallen bzw. missfallen hat, lest ihr nachfolgend.
Das hat uns an Prototype 2 gefallen
Quelle: Activision
Prototype 2: Screenshots aus der Testversion. (5)
Abgedrehte, suchterregende Gefechte
James Heller verfügt am Anfang über zwei, am Spielende über fünf Armmutationen. Diese Ranken, Klauen oder Hammerfäuste lassen sich zudem noch aufleveln, so dass ihr spätestens ab dem zweiten Drittel des Spiels über enorme Kampfpower verfügt. Seit seiner Virus-Infektion kann Heller ohnehin blitzschnell Häuserfasaden hochsprinten, von Dach zu Dach gleiten oder zig Meter hoch springen. Wenn ihr euch auf der anderen Seite jetzt ein halbes Dutzend feindlicher Panzer, mehrere Kampfhubschrauber sowie giantische Mutanten vorstellt, habt ihr einen Eindruck über die absurden Gefechte in Prototype 2. Beispiel gefällig? Mit den Ranken zieht ihr einen Helikopter zu euch ran, springt auf ihn drauf, reißt sein Raketengeschütz ab und jagt beim Jump gen Boden eine Salve nach der anderen auf die Feinde. Das Ganze wird mit der Zeit immer übertriebener, unrealistischer und brachialer, macht aber gleichzeitig wahnsinnig viel Spaß. Dabei erzeugen Hellers Kräfte ein tolles Machtgefühl, nachdem wir mit der Zeit richtiggehend süchtig geworden sind.
Rote Zone mit beklemmender Atmosphäre
Im letzten Spieldrittel gelangt ihr in die rote Zone von New York Zero, nach Manhattan. Dieser Abschnitt ist vom Mercer-Virus durchzogen. Dicke, blutrote Geschwülste kleben an Häuserfasaden. Einige Wolkenkratzer "lehnen" am Nachbargebäude. Hier kommt eine deutliche beklemmendere Atmosphäre auf, als in der gelben (Quarantäne) und grünen Zone (weitgehend virusfrei). Zumal in der roten Zone 99 Prozent der EInwohner infiziert sind. Wenn man mal kurz Pause macht und mutierte Menschen dabei beobachtet wie sie einen anderen Mutanten im wahrsten Sinne zweiteilen, wird's einem schon ganz anders. Außerdem gewinnt die Story des Spiels in der roten Zone an Fahrt und beginnt einen endlich auch emotional zu berühren. Bis dahin kommt Heller zwar als taffer Ex-Soldat rüber, als trauernder Familienvater aber umso weniger.
Umfangreiche Story-Kampagne
Wenn ihr die zahlreichen Nebenaufgaben links liegen lasst, seid ihr mindestens zwölf Stunden beschäftigt. Setzt ihr aber alle Missionen auf eure To-Do-Liste, verbringt ihr weit mehr als zwanzig Stunden in New York Zero. Einige der Nebenquests ähneln den Hauptmissionen sehr. Ihr müsst also häufig ein Gentek-Gebäude infiltrieren und eine Zielperson absorbieren, denjenigen also quais in Hellers Körper übergehen lassen. Am besten haben uns die Bau-Abschnitte gefallen, in denen ihr Mutanten-Nester ausräuchert. Dabei bringt ihr große Pusteln zum Platzen unter denen sich mächtige Mutanten verbergen. Das Ganze artet schnell in ein ultrabrutales Gemetzel aus, bei dem ihr nicht nur viel Spaß habt, sondern auch wunderbar eure Kampfskills trainieren könnt.
Taktische Komponente beim Upgraden
Beim ersten Prototype konntet ihr noch alle eure Fähigkeiten maximal aufwerten, was letztlich witzlos war. In Protoype 2 erhaltet ihr bei jedem Levelaufstieg nur einen Erfahrungspunkt und müsst euch somit entscheiden, ob ihr aus James Heller etwa einen Supersprinter macht oder seine Regenerationsfähigkeit bis zum Maximum hochlevelt - ganz nach eurem individuellen Spielstil.
Das hat uns an Prototype 2 nicht gefallen
Quelle: Activision
Prototype 2: Screenshots aus der Testversion. (3)
Die ersten Aufgaben sind zu monoton
Prototype 2 braucht etwas um in Fahrt zu kommen, denn eure ersten Aufgaben ähneln sich sehr: Basis infiltrieren, Zielperson absorbieren und unter Einsatz von Hellers Armmutationen wieder verschwinden. Ab dem zweiten Spieldrittel verlagert sich der Schwerpunkt aber mehr von Infiltrations- zu Kampf-Missionen, was sich positiv auf den Spielspaß auswirkt.
Kämpfe teilweise unübersichtlich
Vor allem in den Bau-Abschnitten sieht man vor lauter Mutanten seinen eigenen Helden nicht mehr. Aber auch in Gefechten mit riesigen Bossgegnern oder mehreren Feindvehikeln geht die Übersicht gern mal flöten. Da man aber seine Kampfkombos mit der Zeit intuitiv ausführt und der Schwierigkeitsgrad ohnehin moderat ist, stört das nicht allzu sehr.
Keine deutsche Sprachausgabe
Manch einen mag dieser Punkt nicht stören, aber wer des Englischen weniger mächtig ist und ungern Untertitel liest, wird sich über die fehlende deutsche Sprachausgabe ärgern. Immerhin gibt die professionelle englische Vertonung keinen Grund zur Klage.
