Slightly Mads Rennspiel Project Cars geht in die zweite Runde. Wir durften bereits Probe rasen und dabei einige spannende Eindrücke sammeln.
Project Cars. Was lange Zeit als Arbeitstitel für ein neues Rennspiel von Ex-Need for Speed: Shift-Macher Slightly Mad galt, ist inzwischen der Markenname einer ernst zu nehmenden Simulationsserie. Der Erstling kam bei Spielern wie Kritikern gut an und Teil 2 wartet mit einigen Verbesserungen auf, von denen wir einige bereits ausprobieren konnten.
Quelle: Bandai Namco
Raptor:
Nicht nur Offroad-Strecken, sondern auch entsprechend bereifte Fahrzeuge wie der Ford F-150 stehen im Angebot. (PC)
Quelle: Bandai Namco
Wie in echt:
Nicht nur den Acura NSX hat Slightly Mad nahezu fotorealistisch ins Spiel übertragen. Über 180 originalgetreue PS-Protze sind in Project Cars 2 enthalten. (PC)
Daten aus erster Hand
Nicht ohne Grund werden die Reifen im Motorsport als "schwarzes Gold" bezeichnet. Die beste Fahrzeugabstimmung bringt nichts, wenn die Pneus beim Kontakt mit dem Untergrund ihren Dienst verweigern, sprich die Haftung verlieren. Genau dies war im ersten Project Cars allzu schnell der Fall, sodass sich die englischen Entwickler gezwungen sahen, den Grip per Patch nachträglich zu verbessern.
Für Project Cars 2 haben die Verantwortlichen um Game Director Stephen Viljoen nun so lange mit Reifenherstellern verhandelt, bis sie die benötigten - normalerweise streng geheimen - Daten erhielten. Jetzt sind die Project Cars-Macher in der Lage, exakt abzubilden, wie viel Grip die Reifen auf der jeweiligen Rennstrecke haben und wie sie sich in bestimmten Szenarien sowie auf verschiedenen Bodenbelägen abnutzen. Dafür wurde ein neues Feature namens Rip-Grip entwickelt, mithilfe dessen sich die Abnutzung anhand unterschiedlicher Bremsstrategien darstellen lässt.
Beim Probespielen war der Unterschied zum Vorgänger direkt spürbar, die Ideallinie zu halten fällt leichter. Nachteilig ist jedoch, dass die verbesserte Haftung Driftmanöver fast ausschließt. Zumindest war dies mit unserem virtuellen Mercedes-Benz AMG GTR der Fall. Gut möglich, dass das Driften mit einem japanischen Flitzer wie einem Acura NSX leichter ist.
Quelle: Bandai Namco
Künstliche Intelligenz:
Die KI-Piloten verhielten sich in der Demo verhältnismäßig brav, machten aber auch Fehler und fuhren insgesamt durchaus nachvollziehbar. (PC)
Quelle: Bandai Namco
Winterlich:
Am langen Schatten des AMG GT sieht man, dass die Sonne tief steht. Project Cars 2 lässt euch in unterschiedlichen Jahreszeiten auf die Strecken. (PC)
Über 170 Autos soll der Fuhrpark von Project Cars 2 zum Launch umfassen. Eines haben alle Boliden gemein: Sie strotzen nur so vor Pferdestärken. Lahme Enten zum Eingewöhnen sucht man hier vergebens. Außerdem sind wieder sämtliche Fahrzeuge von Beginn an freigeschaltet. Statt Kohle für neue Autos zu verdienen, gilt es, in der Karriere Sponsoren und Werbeverträge an Land zu ziehen, um durch eine gute Performance in höhere Klassen aufzusteigen beziehungsweise Angebote von großen Teams zu erhalten.
Rennspiel vier Jahreszeiten
Mit dynamischen Wettereffekten sticht man mittlerweile genauso wenig aus der Masse heraus wie mit einem mausgrauen Daihatsu Cuore im Stadtverkehr. Daher gehen die Entwickler einen Schritt weiter und verfeinern das Wettersystem durch den Einbau der vier Jahreszeiten. Während die Sonne im Sommer in einem höheren Winkel über der Strecke thront und den Kurs mit Helligkeit überflutet, steht der Lichtspender im Winter tiefer. Außerdem ist die Asphalttemperatur natürlich geringer, was sich in Project Cars 2 auf den Reifengrip auswirkt.
Als ultimative Herausforderung haben die Macher einen zugefrorenen Eissee im Norden Schwedens eingebaut, den normalerweise Mercedes-Benz für Testfahrten nutzt. Am virtuellen Steuer eines AMG C63 S durften wir den Eiskurs bereits abfahren. Wer hier den Analog-Stick des Controllers nicht analog nutzt, sondern bei Lenkbewegungen stets direkt von Anschlag zu Anschlag drückt, fährt nur noch Karussell. Und das, obwohl Slightly Mad die Zugänglichkeit der Controller-Steuerung im Vergleich zum übersensiblen Vorgänger verbessern möchte. Während dies auf der Eisstrecke nicht ersichtlich wurde, zeigte sich auf dem neu eingebauten Fuji Speedway, dass man Fahrzeuge nun präziser durch die Kurven manövrieren kann.
An das fantastische Fahrgefühl eines Forza Motorsport 6 kommt Project Cars 2 bislang aber nicht heran. Mehr als 20 frische Strecken verspricht Slightly Mad für Teil 2. Darin enthalten sind Rallyecross-Abschnitte und Indycar-Rundkurse.
Quelle: Bandai Namco
Spiegelglatt:
Über einen zugefrorenen schwedischen See zu fahren erwies sich beim Probezock als die ultimative Herausforderung. (PC)
Beeindruckende Atmosphäre
Es gibt kaum ein Genre, wo Grafik und Sound so elementar zum Spielspaß beitragen wie bei Rennspielen. Die von uns ausprobierte PC-Version sah bereits in diesem frühen Stadium exzellent aus. Sowohl Automodelle als auch Licht-Schatteneffekte waren von der Realität kaum noch zu unterscheiden. Originalgetreu sind zudem die Motorensounds, die derart klar und wuchtig in unsere Ohren drangen, dass wir uns wirklich im Schalensitz eines unbezahlbaren Sportwagens wähnten.
PC-Zocker dürfte es freuen, dass Slightly Mad nun von Beginn an eine Virtual-Reality-Unterstützung einbaut - beim Vorgänger wurde diese erst nachgereicht. Überdies bietet die PC-Fassung neben einem Triple-Screen-Feature auch Auflösungen bis hin zu 12K. Ob auch PS4-Raser in die virtuelle Project Cars 2-Realität eintauchen dürfen, steht noch nicht fest.
Die Guten ins Töpfchen
Die E-Sport-Tauglichkeit ist den Project Cars-Machern ganz wichtig. Das Spiel hilft bei Live-Übertragungen und bietet entsprechende Regisseur-Optionen. Außerdem legt man Wert auf ein ausgeklügeltes Strafensystem, das sich an iRacing anlehnt. So wird jeder Spieler abhängig von seinem Verhalten eingestuft und landet entsprechend in der Lobby für faire Fahrer oder rüde Rüpel.
In unserer Demo konnten wir uns davon aber ebenso wenig überzeugen wie vom Schadensmodell oder vom Rumble-Feature, das auch noch nicht enthalten war. So bleiben trotz unserer positiven Eindrücke noch einige Fragezeichen, die wir hoffentlich bei unserem nächsten Anspieltermin aus unserem Auspuff blasen können. Wir freuen uns bereits auf die nächste Probefahrt mit Project Cars 2!
Entwickler: Slightly Mad Studios | Hersteller: Bandai Namco
