Prinny 1 • 2: Exploded and Reloaded im Test: Hardcore-Pinguine auf irrsinniger Mission

Test Christian Volynskij Philipp Sattler
Prinny 1 • 2: Exploded and Reloaded im Test: Hardcore-Pinguine auf irrsinniger Mission
Quelle: NIS America

Mit Prinny 1 • 2: Exploded and Reloaded aus dem Hause NIS America führt es die bemitleidenswerten Nebencharaktere der Disgaea-Reihe noch einmal auf selbstzerstörerische Mission. Seit dem 13. Oktober ist die überarbeitete Kollektion der PSP-Spiele für die Nintendo Switch erhältlich und verlangt dem Spieler einiges ab. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! So stürzten wir uns noch einmal in das masochistische Abenteuer mit der Hoffnung, nicht all unsere Nerven bei diesem Test einzubüßen.

Die Prinnys aus der Disgaea-Reihe zählt wohl zu einem der bemitleidenswertesten Nebencharakteren überhaupt. Dennoch erhalten die gerne mal explodierenden Pinguine mit Prinny 1 • 2: Exploded and Reloaded erneut ihre Chance im Rampenlicht. Dabei handelt es sich um eine neu aufgelegte Kollektion aus beiden Prinny-Spielen, welche ursprünglich auf Sonys PSP erschienen. An den aufopfernden Heldentaten der Pinguine hat sich seitdem jedoch nichts geändert. Und auch der Schwierigkeitsgrad, der unsere Nerven mehr als einmal auf die Probe stellt, ist der gleiche geblieben. Wir haben uns den buchstäblichen Kamikaze-Missionen beider Titel gestellt und wie viele Nerven uns das letztlich gekostet hat, erfahrt ihr in unserem Test.

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Die wichtigen Dinge des Lebens

So nimmt die Tragödie ihren Lauf und euch bleibt keine andere Wahl, als euch für die begehrten Höschen ins Getümmel zu stürzen. Quelle: PC Games So nimmt die Tragödie ihren Lauf und euch bleibt keine andere Wahl, als euch für die begehrten Höschen ins Getümmel zu stürzen. Die Gründe für das jeweilige Aufbrechen in unsere selbstmörderischen Abenteuer sind genauso wahnwitzig wie der Schwierigkeitsgrad. Demnach gilt es im ersten Teil Prinny: Can I Really Be the Hero?, das verschwundene Dessert unserer Meisterin Etna innerhalb von zehn Stunden zu ersetzen, wofür eine Armee bestehend aus 1000 Prinnys entsandt wird. So machen wir uns auf den Weg in die gefährlichsten Ecken der Netherworld, um die einzelnen Zutaten zusammenzusammeln, natürlich unter Einsatz unseres Lebens. Zur Verfügung stehen im ersten Teil zwei Schwierigkeitsgrade, "Standard" und "Hell's Finest" - anspruchsvoll sind beide davon.

Auch der masochistische Zombie, welcher euch kurz darauf mit dem Panzer bedrängt, darf natürlich nicht fehlen. Quelle: PC Games Auch der masochistische Zombie, welcher euch kurz darauf mit dem Panzer bedrängt, darf natürlich nicht fehlen. In Prinny 2: Dawn of Operation Panties, Dood! wird es sogar noch skurriler, denn es erwartet uns eine schlüpfrige Angelegenheit. Ein Bösewicht namens Phantom Thief wagte es nämlich, eines der wohl mächtigsten Items der Netherworld zu entwenden: Das Höschen von Meisterin Etna. So wird auch für diesen Auftrag eine Schar an Prinnys losgeschickt, die das Privileg erhalten, auf Unterhosen-Jagd zu gehen. Auch diesmal zieht es uns in die höllischsten Winkel dieser Welt, wo wir den verschiedensten Bewohnern der Netherworld wichtige Items abknüpfen, die uns hoffentlich früher oder später zur begehrten Unterhose führen. Im Gegensatz zum ersten Teil erhält der zweite Ableger der Prinny-Reihe mit "Baby" einen dritten Schwierigkeitsgrad. Entgegen seiner Beschreibung, hält euch aber auch dieser ordentlich auf Trab und spendiert euch lediglich einige Unterstützung an besonders kniffligen Stellen. Den Preis hierfür zahlt ihr mit euren Lebenspunkten, die normalerweise in Schals abgebildet werden und nun durch Windeln ersetzt wurden.

Weiche Schale, harter Kern

Unterwasser-Level sind ja schon seit jeher eine Qual, aber Prinny 2 hat kein Problem damit, noch einen obendrauf zu setzen. Quelle: PC Games Unterwasser-Level sind ja schon seit jeher eine Qual, aber Prinny 2 hat kein Problem damit, noch einen obendrauf zu setzen. Vom Spielprinzip her gibt es kaum Unterschiede zwischen den beiden Titeln, knallhartes Platforming wissen beide zu bieten. Zu Beginn gibt es stets die Auswahl zwischen sechs, meist liebevoll gestalteten Levels, welche ihr ganz eigenes Setting bieten und die in beliebiger Reihenfolge bestritten werden können. Der zweite Teil bietet für das Auge ein klein wenig mehr Abwechslung und gibt sich farbenfroher. Visuell spiegelt die Kollektion dabei den typischen Look von Disgaea wider, wobei die Grafik aus heutiger Sicht so langsam in die Jahre gekommen wirkt. Die Welten wie auch Charaktere kommen aber dennoch unglaublich schnucklig daher, was mitunter an ihrem ganz eigenen Stil liegt.

Auch vor lustigen Anspielungen macht der oftmals schwarze Humor keinen Halt. Quelle: PC Games Auch vor lustigen Anspielungen macht der oftmals schwarze Humor keinen Halt. Nicht außer Acht zu lassen ist außerdem der schöne Soundtrack, er untermalt die Levels passend und lässt den Adrenalinspiegel steigen. Während die Textausgabe ausschließlich in englischer Sprache abläuft, dürfen wir uns bei der Vertonung zwischen Englisch oder Japanisch wählen. Wie wir uns auch entscheiden, es ändert sich nichts am großartigen Humor der oft übertriebenen und mindestens ebenso oft sinnfreien Dialoge, die innerhalb aller relevanten Szenen voll vertont sind. Einzig und allein der Umstand, bei den unzähligen Versuchen den gleichen Soundtrack immer und immer wieder hören zu müssen, könnte irgendwann an den Nerven zerren. Aber selbst in diesem Fall dauert es ein Weilchen, bis man ihn irgendwann stumm schalten mag.

Always Hardcore

Die ersten Levels gehen noch verhältnismäßig locker von der Hand, doch der Schwierigkeitsgrad nimmt stetig zu. Unser jeweiliger Prinny stellt sich als überraschend geschickt im Umgang mit zwei Macheten heraus und im zweiten Teil steht uns sogar noch der sogenannte Break Mode zur Verfügung, welcher unsere Angriffe stärker werden lässt, nachdem wir eine ausreichend hohe Combo aufgebaut haben. In Anbetracht der oftmals einprasselnden Horden an Gegnern bewahren uns aber auch unsere Macheten nicht unbedingt vor dem Ableben. Zumal die Gegner nicht das einzige Hindernis darstellen, was zwischen uns und dem erfolgreichen Abschluss des Levels steht. Die knackigen Geschicklichkeitseinlagen sind mindestens genauso anspruchsvoll und zusammen ergeben diese beiden Risikofaktoren eine oftmals traumatisierende Kombination. Daher sind wir auch über jedes unserer 1.000 Leben froh, welche sich durch die Menge an entsandten Prinnys ergibt. Zu guter Letzt erwartet uns zum Abschluss jedes Levels ein Bosskampf. Unseren Augen kaum trauen konnten wir in den Fällen, bei denen wir sogar von zwei Bossgegnern gleichzeitig in die Mangel genommen wurden. All das erinnert vom Spielgefühl an Dark Souls, welches sich noch heute großer Beliebtheit erfreut, nur eben in zweidimensional und putzigerer Optik.

An den Anblick eines S-Rangs sollte man sich wohl lieber nicht allzu sehr gewöhnen. Quelle: PC Games An den Anblick eines S-Rangs sollte man sich wohl lieber nicht allzu sehr gewöhnen. Zum pikanten Leveldesign gesellt sich die bewusst eingeschränkte Steuerung. Damit gemeint sind vor allem die Sprünge, deren Sprungrichtung in der Luft nicht mehr beeinflusst werden kann. Das führt ganz schnell zu Patzern, besonders, wenn man inmitten eines Sprungs einen Gegner berührt und aufgrund des erlittenen Schadens direkt in den Abgrund stürzt. Aber auch abseits der Sprungeinlagen ist die Steuerung einfach gehalten. Ein einfacher Angriff, eine Stampf- und eine Sprungattacke sowie der Sprint müssen uns reichen, um das Schicksal der Prinnys zu leiten. Das Gameplay lässt dementsprechend an keiner Stelle Gnade walten, was schnell für Frustmomente sorgen kann. Das Spiel ist aber genau darauf ausgelegt, wie alleine schon die 1.000 Leben zeigen. Dennoch muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich und seinen inneren Frieden mit den Prinnys gefährden möchte.

Meinung

Wertung zu Prinny 1 • 2: Exploded and Reloaded (NSW)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Absolut irrwitzige InszenierungCharmanter LookMotivierender SoundtrackGelungene Herausforderung...
...welche zuweilen aber frustriertNur englische TextausgabeGrafisch in die Jahre gekommen
Fazit

Typisch Dark Souls, nur eben als Jump 'n' Run und in niedlich.

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