Beweisen Sie, was Sie als Programmchef draufhaben: Klauen Sie anderen Fernsehsendern die Zuschauer!
Wenn wir einen Tag lang RTL-Programmchef wären, würden wir Gute Zeiten, Schlechte Zeiten absetzen und nur das A-Team laufen lassen. Dazu wird es allerdings nie kommen. Praktisch also, dass uns RTL Enterprises eine Wirtschaftssimulation im Fernsehbereich liefert. In der bauen wir unseren realen TV-Frust als virtueller Programmmanager ab. Prime Time nennt sich das gute Stück, in dem wir das Fernsehprogramm unseres Senders selber gestalten. Dafür sorgen, dass wir ordentlich Kohle mit Werbung verdienen. Und den drei Konkurrenzsendern die Zuschauer mopsen. Klingt nach Thriller, ist aber ungefähr so spannend wie ein Testbild.
Studioboss
Unser erster Arbeitstag beginnt mit einem Rapport beim Senderchef. Der legt uns ans Herz, eine Politiksendung zu drehen. Gesagt, getan. Wir verlassen den Bürobildschirm und landen auf den Straßen der 3D-Stadt »Blickfeld«. Nach kurzer Suche finden wir das Studio und bestellen per Klick beim Produktionsleiter eine politische Infoshow, suchen Moderatoren aus -- fertig ist die Sendung.
Mit genügend Geld können wir unser Studio erweitern oder an der Filmbörse einkaufen. Und das Geld verdienen wir natürlich mit Werbung. Dafür besuchen wir die städtische Werbeagentur.
Stoppuhr
Die meiste Zeit verbringen wir mit der Programmplanung: suchen Filme und Shows aus, platzieren Werbespots zu guten Sendezeiten. Wenn wir einen tollen Job machen und die Einschaltquoten steigen, winkt als Belohnung eine Trophäe. Das einzige Ziel, das uns gestellt wird, ist nach vier Jahren einen Preis abzusahnen.
Dummerweise stoppt die Zeit, wenn wir ein Haus betreten -- so geht die Spannung des Zeitdrucks flöten. Und während wir vorm Sendergebäude warten, dass die Uhr vorrückt, gibt's nicht mal was zu gucken, denn die Städter hocken nur vor der Glotze. Aber die Zuschauer wollen wir nicht wirklich sehen -- die Grafik von Prime Time ist nämlich potthässlich.
Susanne Braun
