Portal 2 dürfte eines der besten Spiele dieses Jahres sein, wie unser Test verrät. Das Spiel hat uns überragend gefallen, Kritikpunkte musste man mit der Lupe suchen. Doch reicht es, damit Valve ihr eigenes Half-Life 2 vom Thron stürzen können? Wir verraten es euch in unserem Test zu Portal 2 für PC, PS3 und Xbox 360!
Das hat uns an Portal 2 gefallen:
Sanfter Einstieg
In Portal 2 beginnt Ihr abermals als Versuchskaninchen. Ihr erwacht in einem völlig verfallenen Hotelzimmer. Euer einziger Kompagnon ist der aus einem großen Auge bestehende Roboter Wheatley. Der bewacht die zahllosen verfallenen Hotelzimmer, die sich bei genauerer Betrachtung als eingerichtete Container entpuppen, in denen Versuchsobjekte - wie Ihr - festgehalten wurden. In Wirklichkeit seid ihr nämlich in keinem Hotel, sondern in einer gewaltigen Forschungseinrichtung der zwielichtigen Firma Aperture Science. Zusammen mit Wheatley versucht Ihr in den ersten Spielminuten, dem gewaltigen Komplex zu entkommen - Kenner des Vorgängers werden die verfallenen Kammern sofort wiedererkennen. Diese Retro-Levels sind ein gelungener Einstieg und machen euch mit der Portalkanone (mehr dazu unten) vertraut.
Quelle: EA
Köstlich: Roboter Wheatley ist ein feiger Idiot und sorgt für Lachkrämpfe - einer der besten Videospielcharaktere aller Zeiten!
Geniales Spielprinzip
Eure einzige Waffe ist dabei eine Portalkanone. Solltet ihr den ersten Teil bereits gespielt haben, dann wisst ihr, wozu die gut ist: Ihr könnt damit per Knopfdruck entweder ein blaues oder ein orangefarbiges Portal erzeugen. Wenn ihr das eine Portal betretet, dann kommt ihr im anderen wieder raus. Und nicht nur ihr, sondern auch jedes Objekt, jeder Strahl oder jede Flüssigkeit. Und daraus ergibt sich auch schon das eigentlich ganz einfache Grundprinzip von Portal 2. Eure Aufgabe ist es, mithilfe der Portale vom Anfang eines Levels ans Ende zu gelangen. Allerdings könnt ihr die Portale nicht an jeder Stelle anbringen, da man sie nur auf vorgegebenen Flächen erzeugen kann.
Story
Nach den ersten paar Tutorial-Kammern nimmt die Story von Portal 2 richtig Fahrt auf. Irgendwann landet ihr nämlich in der Kammer, in der im ersten Teil der Endkampf gegen die künstliche Intelligenz Glados tobte. Unglücklicherweise schafft es Wheatley versehentlich, Glados neu zu starten. Und jetzt geht's eigentlich erst richtig los: Die K.I. erkennt Euch (die Heldin Chell aus dem ersten Portal) wieder und ist mächtig angefressen, da Ihr sie im ersten Teil ja "ermordert" habt. Die Story wird in zehn Kapiteln erzählt und umfasst eine Spielzeit von rund acht bis zehn Stunden. Mehr von der Geschichte wollen wir nicht verraten. Ihr könnt euch allerdings sicher sein, dass die Story mit zahlreichen Wendungen aufwartet und dazu einen sagenhaft guten Humor bietet.
Quelle: EA
Timing: Des Öfteren fahrt ihr mit Schaltern kurzzeitig Hydraulik-Wände hoch, etwa um heranfliegende Würfel aufzuhalten.
Sinnvolle neue Puzzlestücke
Im Vorgänger waren es hauptsächlich Energiebälle und Kuben, die Ihr durch die Portale geleitet habt. In Portal 2 kommt eine ganze Palette neues Puzzlezubehör dazu. So könnt Ihr etwa durchgängige Laserstrahlen, die sich mithilfe spezieller Prisma-Würfel umleiten lassen, durch die Portale lenken. Dadurch ist zwar nicht mehr so das Timing gefragt, dafür aber sind die Rätsel ungleich komplexer. Außerdem gibt es Katapulte, mit denen ihr euch durch die einzelnen Räume schießen lassen könnt, sowie Laser-Barrieren, die sich als Brücke oder Schutz vor Wachrobotern nutzen lassen. Die niedlich brabbelnden, weißen Geschütztürme sind nämlich auch wieder mit von der Partie.
Die zwei innovativsten, weil vielseitig einsetzbaren Neuerungen sind jedoch die Gele und die Transportröhren. Von den Gelen gibt es insgesamt drei Arten. Das orangefarbene beschleunigt euch, das blaue lässt euch wie ein Flummi hüpfen und das weiße ermöglicht es euch, Portale an Stellen zu setzen, an denen es vorher nicht möglich war. Die Gele könnt ihr auch miteinander kombinieren. Dann baut ihr euch etwa mit dem orangefarbenen Gel eine Startbahn, an dessen Ende ihr durch blaues Gel in die Luft katapultiert werdet, um in ein Portal auf einer weißen Gelfläche geschleudert zu werden. Die Transportröhren sind da einfacher erklärt. Wie in einer Art Traktorstrahl schwebt ihr innerhalb der blau leuchtenden Strahlen in der Luft und werdet in eine bestimmte Richtung getragen. Hin und wieder bestimmt ihr die mithilfe von Knöpfen.
Quelle: EA
Der Aperture-Science-Komplex ist riesengroß und reicht tief unter die Erde!
Lernkurve und Komplexität
Portal 2 besitzt eine hervorragende Lernkurve. Die verschiedenen Möglichkeiten werden nach und nach an den Spieler herangeführt. Die Aufgaben sind durchaus knifflig, überfordern euch aber zu keinem Zeitpunkt. Die Rätsel sind deutlich komplexer als im ersten Teil, und häufig werdet ihr erst mal mehrere Minuten grübeln müssen. Aber Frust schiebt Ihr niemals.
Multiplayer-Modus
Portal 2 macht nicht nur im Einzelspieler-Modus eine fantastische Figur. Es gibt nämlich einen rund sechs Stunden langen, vollkommen eigenständigen Koop-Modus. Der hat zwar keine eigenen Story, unterhält jedoch bestens dank des tollen Roboter-Duos Atlas und P-Body sowie der zynischen Glados-Kommentare aus dem Off. Die Rätsel sind im Koop-Modus noch einmal deutlich komplexer: Es stehen nämlich gleich vier Portale zur Verfügung. Ohne Zusammenarbeit und perfekt abgestimmtes Timing geht hier gar nichts. Dank Pointer und Emote-System könnt Ihr Euch mit Eurem Partner auch ohne Voice-Chat verständigen, wobei letzterer natürlich die empfehlenswerte Variante ist. Übrigens könnt Ihr per Cross-Platform-Gaming auch mit PC-Spielern gemeinsam spielen - Voraussetzung ist lediglich ein Steam-Account. Dieses Feature konnten wir allerdings noch nicht testen.
