Ponpu im Test: Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, Ente, KABOOM!
Test
In Ponpu, das seit dem 2. Dezember auf allen gängigen Plattformen verfügbar ist, stürzen wir uns in den Kampf gegen den Entengott höchstpersönlich. Entwickler Purple Tree Studio und Publisher Zordix unternahmen mit Ponpu den Versuch einer Hommage an das klassische Gameplay von Bomberman. Ob wir mit Ponpu den erhofften Bombenspaß hatten oder uns am liebsten selbst in die Luft gejagt hätten, erfahrt ihr in unserem Test.
Man nehme das Gameplay von Bomberman, die Atmosphäre eines Binding of Isaac und ganz viel Ente. So oder so ähnlich könnte die Formel lauten, wenn es um das am 2. Dezember von Entwickler Purple Tree Studio und Publisher Zordix veröffentlichte Action-Adventure namens Ponpu geht. Der Bombenspaß ist damit quasi vorprogrammiert, oder etwa doch nicht? Dieser Frage gehen wir in unserem Test auf die Entenspur.
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The Binding of Bomberman
Als Vorbild für die grundlegende Spielemechanik hat sich Ponpu eindeutig am Maze-Actionspiel Bomberman orientiert. Beim Gameplay und seiner Atmosphäre hat man sich wiederum vom Rogue-like The Binding of Isaac inspirieren lassen. Herausgekommen ist eine bombenlegende Ente, die sich ganz alleine dem Entengott entgegenstellt, um ihn an der Neuanordnung des Universums zu hindern.
Bevor wir uns dieser Rettungsmission stellen, können wir uns noch einen von vier Ponpus auswählen, die sich alle voneinander unterscheiden und einen jeweils anderen Farbakzent aufweisen. Der blauäugige Ponpu kommt beispielsweise mit Knopfaugen daher, wohingegen der gelbäugige Ponpu fast schon böse dreinblickt. Für die Rettung des Universums stehen den Ponpus lediglich normale Eierbomben und eine von zwei speziellen Eierbomben zur Verfügung. Bei den speziellen Bomben handelt es sich um das Bohr-Ei, welches wie eine Mine funktioniert, und das ferngesteuerte Ei, das einen Fernzünder in sich trägt. Außerdem besitzen wir noch einen Schild, der aber primär zum Wegschleudern unserer Bomben zweckentfremdet wird. Die Bomben explodieren nur beim Kontakt mit einem Gegner, an Wänden prallt ein solches Bomben-Ei ab und wird direkt zurückgesendet.
Quelle: PC Games
In so ziemlich jeder neuen Welt wird man von einer leicht erotisch anhauchenden Skulptur des Entengotts begrüßt. Wem's gefällt.
Zu guter Letzt können wir zur schnelleren Fortbewegung auf Knopfdruck dashen, also einen großen und zügigen Schritt in Blickrichtung vollführen. Das alles passiert auf einer Art unsichtbarem Raster, denn bewegen können wir uns lediglich in die vier Himmelsrichtungen. Die Steuerung ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, so wird das Ei etwa direkt vor Ponpu abgelegt anstatt wie beim Vorbild Bomberman an der aktuellen Position. Ab und an, vor allem, wenn es wie in den Bosskämpfen etwas hektischer wird, wirkt die Steuerung unsauber, was frustrieren kann. Dann kommt es vor, dass wir wegen unbeabsichtigten Fehlern zu virtuellem Enten-Frikassee verarbeitet werden.
Im Story-Modus bestreiten wir insgesamt sechs Welten, die bis auf die letzte Welt mit je vier Leveln daherkommen. Der letzte Level einer jeden Welt ist dabei stets für einen Bosskampf reserviert. Diese stellen kleine Highlights dar und legen noch einmal eine Schippe auf den ohnehin fordernden Schwierigkeitsgrad drauf. Die Bosse und ihre Bewegungsmuster müssen genauestens studiert werden, um eine siegreiche Strategie austüfteln zu können. In späteren Leveln sehen wir frühere Bossgegner außerdem als Zwischenbosse wieder.
Quelle: PC Games
Die Bosskämpfe stellen die wahren Highlights des Story-Modus dar und haben es allesamt faustdick hinter den Ohren.
Die normalen Level sind dem Design der jeweiligen Welt angepasst, so dass es uns zum Beispiel in dunkle Wälder oder futuristische Maschinenräume verschlägt. Wie gesagt erinnert uns das Design an Binding of Isaac, nur, dass die Levels in Ponpu nicht zufallsgeneriert sind und auf Dauer etwas eintönig werden. Das liegt daran, dass es überhaupt nichts zu entdecken gibt. Es lassen sich zwar bunte Federn sammeln, doch erfüllen diese keinerlei Zweck. Genauso wie die goldenen Feder, die uns zwar zusätzliche Energie verleihen, aber nur bis zum Ende des jeweiligen Levels. Auch an Gegnern gibt es neben wandelndem Gefieder und Geschütztürmen, welche beide ebenfalls stets dem Design der Welt angepasst sind, nichts zu sehen. Somit besteht unsere einzige Mission stets darin, den Schlüssel und die dazugehörige Tür zum Abschluss des Levels zu finden.
Ponpu mal Vier
Quelle: PC Games
Die Farbschlachten á la Splatoon sorgen auch im Mehrspieler-Modus von Ponpu für massig Spaß.
Besser sieht es im Mehrspieler-Modus aus, der definitiv die Hauptattraktion des Spiels darstellt. Nicht nur, dass wir mit Münzjagd, Mal-Duell und Todeskampf drei verschiedene Modi spendiert bekommen, mit dem Gift- und dem Eis-Ei stehen uns sogar zwei weitere Spezial-Eier zur Auswahl. Bei der Münzjagd geht es schlicht darum, die meisten Münzen zu ergattern. Das erreichen wir entweder durch das Zerstören von Hindernissen, oder das Zerbomben unserer Kontrahenten. Mit Mal-Duell bekommen wir ein Spielprinzip nach Splatoon-Art geboten. Mit unseren Eierbomben färben wir den Level in der Farbe unseres Teams und machen nebenbei noch unsere Gegner platt, was für zusätzliche Farbkleckse sorgt. Beim Modus Todeskampf handelt es sich um einen klassischen Eliminations-Modus, in dem jeder mit drei Leben startet und der letzte Überlebende gewinnt. In jedem Modus stehen acht Arenen zur Verfügung, die durch ihre Machart für Bomberman-Feeling sorgen. Die Mehrspieler-Modi sind alle lokal wie auch online spielbar und bereiten überraschend viel Spaß, zumindest mehr Spaß, als das monotone Pseudo-Erkunden der Story-Level.
Eier-Malerei
Neben dem gelungenen Multiplayer-Modus sticht auch der Look des Spiels, positiv ins Auge. Hier wurde handgezeichnet und Liebe zum Detail bewiesen. Die Welten und Level sind in Schwarz-Weiß gehalten, rar gesäte, bunte Details sorgen für Auflockerung. Das Design ist prinzipiell wirklich sehr schön, schade bloß, dass man nach einen Level weiß, wie er funktioniert und es dann zu wenig Varianz gibt, trotz der thematisch unterschiedlichen Welten. Die Bosse hingegen überzeugen mit einzigartigen Designs und Abwechslung hinsichtlich der notwendigen Herangehensweise.
Quelle: PC Games
In Arenen wie dieser sprudeln nostalgische Erinnerungen an Bomberman nur so über.
Ponpu hat Potenzial als amüsanter Mehrspieler-Spaß für Zwischendurch, vor allen dank der deutlichen Parallelen zum Klassiker Bomberman. Es ist chaotisch und schnelllebig, was im Multiplayer-Modus ausschließlich als etwas Gutes zu werten ist. Leider schafft es Ponpu nicht, langfristig zu motivieren, im Online-Modus genauso wenig wie im Story-Modus. Das ist schade, denn die Entwickler haben sich sehr viel Mühe bei der Gestaltung des Spiels gegeben. Die Animationen sind flüssig und das Design, zusätzlich zur minimalistischen Farbgebung, liebevoll und detailliert. Wer auf der Suche nach kurzweiligem und dezent anspruchsvollem Spielspaß ist, der könnte mit Ponpu glücklich werden.
Ponpu ist für PC, PS4, Nintendo Switch und Xbox One erhältlich.
