Pokémon TCG boomt so stark, dass selbst PSA nicht mehr hinterherkommt

News Lukas Bohnau
Pokémon TCG boomt so stark, dass selbst PSA nicht mehr hinterherkommt
Quelle: buffed

Pokémon-Sammelkarten erleben aktuell einen historischen Boom. So groß sogar, dass PSA, der weltweit wichtigste Bewertungsdienst für Sammelkarten, mehrere Services pausieren muss.

Pokémon-Sammelkarten sind aktuell beliebter denn je. Neue Sets sind regelmäßig innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, seltene Karten erzielen auf dem Zweitmarkt teils enorme Preise und immer mehr Sammler lassen ihre wertvollsten Fundstücke professionell bewerten. Genau dieser Trend sorgt jetzt allerdings für Probleme bei einem der wichtigsten Unternehmen der Branche.

Denn das weltweit größte und renommierteste Unternehmen für die Echtheitsprüfung und Bewertung von Sammelkarten PSA hat angekündigt, ab dem 2. Juni 2026 mehrere seiner Bewertungsdienste vorübergehend auszusetzen. Der Grund dafür ist, dass das Unternehmen aktuell mit Einsendungen komplett überlastet ist.

Für Sammler ist PSA die wichtigste Anlaufstelle, wenn es darum geht, Karten professionell bewerten und versiegeln zu lassen. Mit einer exzellenten Beurteilung lässt sich nämlich der Preis um ein Vielfaches steigern. Doch mittlerweile stößt selbst PSA an seine Grenzen.

Über 10 Millionen Karten im Rückstau

Laut dem Unternehmen liegt der aktuelle Rückstand bei mehr als zehn Millionen Karten. Und das, obwohl PSA seine Kapazitäten seit 2021 bereits verfünffacht hat!

Um die Situation zu entschärfen, werden jetzt mehrere günstige Einsendeoptionen vorübergehend pausiert. Wer weiterhin Karten bewerten lassen möchte, muss auf die teuren Express-Angebote ausweichen oder mit Wartezeiten von bis zu zwölf Monaten rechnen.

PSA hofft, den Rückstand innerhalb der kommenden vier Monate zumindest auf fünf Millionen Karten reduzieren zu können.

Pokémon als Auslöser

Natürlich landen bei PSA nicht nur Pokémon-Karten. Auch Magic: The Gathering, Yu-Gi-Oh! oder Sportkarten werden dort bewertet. Trotzdem dürfte Pokémon aktuell einer der Hauptgründe für die enorme Nachfrage sein.

Dass der Trend immer größer wird, zeigen auch aktuelle Zahlen der Pokémon Company. Laut einer kürzlich aktualisierten Statistik wurden seit 1996 inzwischen mehr als 85 Milliarden Pokémon-Karten produziert. Allein in den vergangenen zwölf Monaten kamen über 10 Milliarden neue Karten hinzu.

Noch verrückter: Im Mai 2021 lag die Gesamtzahl gedruckter Karten noch bei rund 34 Milliarden. Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich diese Zahl also mehr als verdoppelt.

Ein Zeichen für den aktuellen Hype

Das Interesse am Pokémon TCG ist aktuell größer denn je. Eigentlich sollte man meinen, dass Milliarden neu produzierter Karten die Nachfrage irgendwann decken müssten. Stattdessen erleben wir das Gegenteil.

Viele Produkte sind regelmäßig ausverkauft, Scalper kaufen begehrte Sets auf und immer mehr Sammler lassen ihre Karten professionell graden. Dass selbst PSA mittlerweile an seine Grenzen stößt, wirkt deshalb fast wie ein Symbol für den aktuellen Zustand des Marktes.

Gleichzeitig stellt sich aber auch die Frage, wie nachhaltig diese Entwicklung ist. Denn immer häufiger entsteht der Eindruck, dass Karten nicht mehr nur zum Sammeln oder Spielen gekauft werden, sondern vor allem als Investment dienen. Wie seht ihr die Entwicklung? Lasst ihr eure Karten graden oder sammelt ihr lieber einfach aus Spaß?

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