Pokémon Karmesin & Purpur DLC-Test: Technisch sogar noch schlechter aber inhaltlich gut
Test
Die erste DLC-Erweiterung von Pokémon Karmesin & Purpur namens Die Türkisgrüne Maske schickt euch auf eine Exkursion nach Kitakami. Die erneut schlechte Technik trübt leider ein wenig die sonst gute Erweiterung.
Ash Ketchum mag endlich ein Champion geworden sein, das Pokémon-Franchise hat dadurch aber noch nicht sein Ende gefunden. Wenn wir raten müssten, wird es das auch noch sehr viele Jahre lang nicht, immerhin zählt es weiterhin zu den absoluten Topsellern von Nintendos Marken überhaupt. Knapp ein Jahr ist der Release der neunten Generation mit Pokémon Karmesin und Purpur (unseren Test findet ihr hier) für die Nintendo Switch nun her, die stark mit technischen Problemen sowie einer enttäuschenden Grafikqualität zu kämpfen hat. Darunter verbirgt sich dennoch ein spaßiges Spiel, wie wir es von der Reihe gewohnt sind.
Am 13. September 2023 ist nun die erste von zwei Erweiterungen aus dem Paket Der Schatz von Zone Null für die beiden Editionen auf Nintendo Switch erschienen. In Die Türkisgrüne Maske nehmt ihr an einer Schulexkursion teil und geht einer alten Dorflegende auf den Grund, die nicht so zu sein scheint, wie alle es glauben. Wir erklären euch, ob sich der Abstecher in das neue Gebiet lohnt oder ihr euch lieber auf die Akademie konzentrieren solltet. Unser Abenteuer haben wir genau wie den Test des Hauptspiels mit der Purpur-Edition bestritten.
Wandertag an der Trauben-Akademie
Die Erweiterung zu starten ist nicht nur simpel, sondern bereits sehr früh möglich. Sobald ihr das Spiel nach dem DLC-Download zum ersten Mal startet, bekommt ihr einen Anruf von Señor Jim, der euch bittet, bei Gelegenheit in der Eingangshalle der Akademie vorbeizuschauen. Dort berichtet er euch von einer Exkursion in die Kitakami-Provinz, an der ihr nach einer Verlosung der Plätze teilnehmen dürft.
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Die einzige Voraussetzung, um in das neue Gebiet zu kommen, ist der Beginn eurer Schatzsuche. Das lässt sich bereits nach wenigen Stunden erledigen, da es sich dabei um den offiziellen Startschuss der Hauptgeschichte handelt. Ihr könnt zudem beliebig zwischen Paldea und Kitakami reisen, sodass ihr den DLC jederzeit pausieren und ins Basisspiel zurückkehren könnt.
In dem Dorf namens Midoriya erwarten euch Pokémon auf dem Weg zum Gemeindehaus, in dem ihr und eure Mitschüler für die Dauer der Exkursion wohnt. Die Taschenmonster befanden sich bei uns zu Beginn durchschnittlich auf den Leveln zehn bis zwölf, allerdings hängt ihre Stärke von eurem Fortschritt im Spiel ab. Dementsprechend braucht ihr keine Angst haben, zu stark für die Erweiterung zu sein, wenn ihr erst im späteren Verlauf einsteigen könnt.
Kulturelle Feste treffen auf kampfbegeisterte Teenager
Die Geschichte der Erweiterung ist leichte Kost, wie wir es von der Reihe gewohnt sind, dafür aber unterhaltsam und sogar emotional erzählt. Kurz nach eurer Ankunft trefft ihr auf die vorlaute Hana und ihren zurückhaltenden Bruder Jo, die sich erstmal ein eigenes Bild von den Fremden in ihrer Heimat machen wollen. Der Gemeindeverwalter hat sich für euch eine besondere Form der Exkursion ausgedacht: Ihr sollt in Zweierpaaren Fotos von euch vor den drei Infotafeln machen, die in der Provinz verteilt sind und die Legende von dem Oni und den drei Gefährten wiedergeben.
Ihr landet gemeinsam mit Jo in einem Team, der sich zunächst kaum blicken lässt und nach getaner Arbeit schnell das Weite sucht. Mit der Zeit taut Jo aber auf und freundet sich mit euch an. Er ist geradezu vernarrt in den Oni, eine Art Dämon, der vor langer Zeit das Dorf überfallen haben soll und von den drei Gefährten aufgehalten wurde. Um die Helden zu ehren, wird jedes Jahr das Maskenfest gefeiert, was zufälliger Weise genau während eures Aufenthalts der Fall ist.
Quelle: PC Games
Während des Fests trefft ihr gemeinsam mit Hana auf den Oni, der sich selbst hinter einer Maske versteckt. Bei seinem Fluchtversuch verliert er diese jedoch, wodurch die Geschichte ins Rollen kommt. Der Großvater von Hana und Jo erzählt euch mehr darüber, was sich damals zugetragen hat, und wieso die überlieferte Geschichte eigentlich ganz anders abgelaufen ist.
Während wir uns an Hanas Teenager-Allüren und ihr am Anfang fast schon feindseliges Verhalten gewöhnen mussten, ist Jo als schüchterner Junge im etwa gleichen Alter wie unser Charakter schneller sympathisch. In den gut sechs Stunden, die wir für die Handlung der Exkursion gebraucht haben, sind uns aber doch beide ans Herz gewachsen. Von den eigenen Mitschülern, die ebenfalls mit dabei sind, ist dagegen so gut wie nichts zu sehen.
Macht dieselben Mons nochmal!
Das DLC-Gebiet umfasst das Dorf sowie eine Handvoll weitere Areale, die um den Berg Oniyama herumliegen. Abseits der Großstädte aus dem Basisspiel vermittelt Midoriya einen charmanten Eindruck, der entfernt ans traditionelle Japan erinnert. Die Landschaften selbst sehen genauso aus wie in Paldea und sind auch entsprechend leer und irgendwie trostlos. Ab und zu trefft ihr auf Trainer, die mit euch kämpfen möchten, und natürlich tummeln sich diverse Pokémon in den Bereichen.
Da diese allerdings nur nach und nach ins Bild ploppen und es außer einigen Items so gut wie nichts zu entdecken gibt, ist das Erkunden nicht gerade belohnend - aber das kennen wir ja schon. Wofür es sich schon eher lohnt, seine Schulkameraden links liegen zu lassen und auf eigene Faust loszuziehen, ist der neue Pokédex. Die Erweiterung bringt zahlreiche bekannte Taschenmonster zurück, die zwar wirklich nichts Neues sind, aber einen Anreiz zum Sammeln schaffen. Bei der schieren Menge an Pokémon, die es mittlerweile gibt, ist das zwar ganz nett, allerdings kein großes Highlight.
