Pokémon Karmesin & Purpur: Miese Technik - und trotzdem kaufe ich mir das Switch-Spiel

Special Johannes Gehrling
Pokémon Karmesin & Purpur: Miese Technik - und trotzdem kaufe ich mir das Switch-Spiel
Quelle: PC Games

Die neue Pokémon-Generation Karmesin & Purpur hat auf der Switch massive Technik-Probleme - trotzdem kann ich dem Kauf nicht widerstehen. Offenbar lässt mich die Nostalgie dumme Entscheidungen treffen. Oder? Ein Kommentar zum Release Day.

"Happy Release Day und viel Spaß an alle, die sich ins neue Pokémon-Abenteuer stürzen!" - so schrieb ich heute Morgen auf Twitter nach einem Blick in die Trends und der Erkenntnis, dass ja heute die neue Pokémon-Generation für die Nintendo Switch veröffentlicht wurde. Das war jetzt natürlich keine Überraschung, aber ich fiebere dem einfach nicht mehr so entgegen wie früher. Unter anderem schreckt mich die vergleichsweise miese Technik gerade von Karmesin & Purpur wirklich ab - die auch meine Kollegin Annika in ihrer Review von Karmesin & Purpur völlig zu Recht kritisiert. Eigentlich wollte ich auf die neuen Pokémon-Spiele verzichten - nun habe ich sie mir trotzdem wieder gekauft. Offenbar treibt mich die Nostalgie zu dummen Entscheidungen? Wahrscheinlich geht es vielen von euch ganz genauso.

Viel Kritik, trotzdem kaufen alle Pokémon

Früher waren neue Pokémon-Spiele in technischer Hinsicht mal das genaue Gegenteil von heute: ganz vorn mit dabei und einfach richtig gut. Man denke nur an die allererste Generation in den späten 90ern, Rot, Blau und Gelb, die aus dem seinerzeit völlig veralteten Game Boy noch mal alles rausgeholt hat. Oder an die dritte Generation einige Jahre später für den Game Boy Advance. Was für eine (seinerzeit) fantastische Grafik entlockten Rubin, Saphir und Smaragd doch dem kleinen Nintendo-Handheld!

Heutzutage ist das leider nicht mehr so, Fans haben sich daran gewöhnt und offenbart auch damit abgefunden, dass neue Pokémon-Spiele in technischer Hinsicht meilenweit hinter anderen Nintendo-Games hinterherhinken und dass die Entwicklerinnen und Entwickler bei Game Freak in dieser Hinsicht keinen Strich mehr tun als das absolut Notwendigste. Denn obwohl die Technik absolut zu Recht mit jedem Release aufs Neue heftig kritisiert wird, werden Pokémon-Spiele zig millionenfach für die Switch verkauft. Das ist ein Problem, weil so für die Verantwortlichen bei The Pokémon Company natürlich kein Anreiz entsteht, diesen Missstand zu verbessern. Und auch ich habe mich abermals schuldig gemacht.

Enttäuscht und begeistert zugleich bei Pokémon Karmesin & Purpur

Denn eigentlich hatte ich bereits die Entscheidung getroffen, Karmesin & Purpur nicht zu zocken. Doch nun ist der Release Day und ich wurde wieder schwach. Warum? Weil Nostalgie heimtückisch sein kann und bei vielen von uns Nintendo- und Pokémon-Fans besonders stark ausgeprägt ist - bei mir auf jeden Fall. Während ich also die Reviews las, war ich einerseits abermals enttäuscht, dass die neue Generation technisch wieder massive Probleme hat - und gleichzeitig kam in mir der unbändige Drang auf, in die neue Paldea-Region einzutauchen und mal wieder richtig schön Pokémon zu zocken, so wie früher als Kind.

Nostalgie trübt das rationale Denken der Pokémon-Fans

Was mich letztlich dazu gebracht hat, dass ich nun doch wieder schwach wurde und statt Nintendo völlig zu Recht mit Gleichgültigkeit abzustrafen, mir stattdessen Pokémon Karmesin gekauft habe? Die Nostalgie in erster Linie. Ja, auch die endlich wirklich offene Spielwelt spricht mich an und obwohl seit einem Vierteljahrhundert unverändert, ist auch das Gameplay immer noch spaßig. In erster Linie aber hat die Nostalgie mal wieder mein Hirn vernebelt, das rationale Denken ausgesetzt und mich in die vermeintlich wohlig warmen Arme der neuen Pokémon-Generation getrieben. Wahrscheinlich geht es vielen anderen Switch-Spielern ganz genauso - und ebenso wahrscheinlich weiß Nintendo das auch ganz genau.

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