Schwache Verkaufszahlen, kaum Must-Have-Spiele und wenig Interesse in der Community: Aus dem einstigen VR-Boom ist ein laues Lüftchen geworden.
Auch wenn große Exklusivspiele für die PlayStation VR 2 noch Mangelware sind, hat Sony in letzter Zeit das Geschäft angekurbelt. Den Anfang machte ein Adapter, der die Nutzung des VR-Headsets am PC und damit den Zugriff auf die Steam-Bibliotheken ermöglicht. Einschränkungen gibt es dennoch: Zum einen ist ein leistungsstarker PC Pflicht, zum anderen sind PS5-exklusive Features wie Eye-Tracking oder adaptive Trigger und haptisches Feedback am PC nicht verfügbar.
Wer einmal mit der PSVR2 gespielt hat, weiß, wie entscheidend diese Funktionen für das Gesamterlebnis sind. Die Nutzung des Headsets über den PC-Adapter ist daher eher eine Kompromisslösung. In den USA hat die Preissenkung von 550 US-Dollar auf 350 US-Dollar zu einem regelrechten PSVR2-Boom geführt.
Die Verkaufszahlen stiegen um unglaubliche 2.350 Prozent und so zeigte diese temporäre Aktion, dass das Interesse der Community zwar vorhanden ist, der Preis aber die große Hemmschwelle auf dem Weg zur endgültigen Kaufentscheidung darstellt. Dennoch scheint die Zukunft der PlayStation VR 2 ungewiss, nicht zuletzt aufgrund des im Vergleich zum Vorgänger spärlichen Line-ups an First-Party-Spielen.
Quelle: Sony
Das vorläufige Fazit: Noch lange nicht im Mainstream angekommen
Bereits 2021 haben wir ein klares Resümee gezogen: "Dass Virtual Reality in fünf oder zehn Jahren das Gaming dominieren wird, sehen wir nicht." An dieser Aussage halten wir auch drei Jahre später fest. Virtual Reality hat definitiv seinen Platz im Gaming - aber nicht im Mainstream. VR-Spiele sprechen eine bestimmte Zielgruppe an.
Diese ist auch bereit, Kompromisse einzugehen, etwa beim Spielkomfort, bei der Interaktion mit anderen Teilnehmern oder auch bei den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten. Doch während sich die Kunden noch mit diesen Problemen herumschlagen, steht die Industrie vor einer viel größeren Herausforderung: Wie lässt sich mit Virtual Reality wirklich Geld verdienen?
Sony, Meta, Apple - einige der größten Unternehmen der Welt investieren in eine Zukunftstechnologie, schreiben aber rote Zahlen. Virtual Reality und Augmented Reality werden uns in den nächsten Jahren begleiten.
Und dank der Investitionen wird die Technologie kleiner, komfortabler und leistungsfähiger. Das wiederum öffnet VR und AR neue Türen und vielleicht sogar die Chance auf einen zweiten Boom. Denn die wirtschaftlichen Prognosen sind eindeutig. Für Computer- und Videospiele, unser aller liebstes Hobby, wird VR aber vorerst nur die zweite Geige spielen - zumindest bis zum nächsten großen Evolutionssprung.
