Der Dualsense Edge ist toll, aber der Preis ein schlechter Witz
Kolumne
Der Dualsense Edge ist der neue Proficontroller von Sony und bietet viele Funktionen wie Back-Paddles, Deadzones und Empfindlichkeitskurven für Sticks und Schultertasten. Das Drift-Problem beantwortet Sony mit austauschbaren Modulen, aber dafür verlangen sie auch einen gepfefferten Preis. In ihrer Kolumne erklärt Toni, warum sie das Gefühl hat, dass Sony an ihr vorbeientwickelt.
Als ich den Dualsense Edge vor Release in der Hand hielt, fand ich ihn - ohne irgendwas erwartet zu haben - ganz toll. Nicht schlecht gestaunt habe ich aber, als mir der Preis genannt wurde. 240 Euro. Klar, Qualität kostet, aber in diesem Fall bin ich skeptisch, ob das gerechtfertigt ist.
Mit dem Dualsense Edge, der im Januar erscheint, können mehrere Spielerprofile mit eigener Tastenbelegung angelegt werden. Die Empfindlichkeit der Sticks ist anpassbar und es gibt natürlich auch mehr Knöpfe zum Drücken. Das sind aber keine echten Neuerungen: Konkurrent Microsoft bietet schon seit Jahren Controller mit diesen Funktionen an, und das zu einem wesentlich erschwinglicheren Preis. Die funktionieren aber natürlich nicht mit der Playstation. Und anscheinend ist genau das der Casus knacksus: Sämtliche Profi-Controller, die es für die Playstation 5 (jetzt kaufen ) bereits gibt, bewegen sich auf einem ähnlichen Preisniveau wie Sonys neues Produkt. Dritthersteller wie Aimcontrollers benutzen in der Regel den Standard-Controller als Grundlage und bauen den um.
Da Sony die Chance hat, ab Werk neue Funktionen zu integrieren, hätte man doch eigentlich mit einem niedrigeren Preis rechnen können. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Aber wenn der Dualsense Edge sein Geld wert ist, will ich nichts gesagt haben. Immerhin bietet er mindestens genauso viele Funktionen wie gleichwertige Produkte. Oder zumindest andere Funktionen.
Alternativen zum DualSense
Am besten lässt sich der Dualsense Egde mit den Playstation-5-Controllern von Scufgaming vergleichen, bei denen ein Exemplar jeweis ebenfalls über 200 Euro kostet. Beide Eingabegeräte haben Extratasten auf der Rückseite, die frei belegt werden können, und Spielerprofile, mit denen sich schnell andere Buttonlayouts abrufen lassen. Zudem lassen sich die Aufsätze der Sticks bei beiden Modellen austauschen.
Wo man sich bei Scuf entscheiden muss, ob man die klassischen adaptiven Trigger haben will oder Schultertasten mit kurzen Anschlägen für Shooter, kann das beim Edge jederzeit via Regler geändert werden.
Quelle: Scufgaming
Meinung: Der DualSense Edge ist ein Schlag ins Gesicht für Sony-Fans (3)
Und ab hier bleibt der Dritthersteller-Controller auf der Strecke, er bietet keinerlei Anpassungssoftware, wie sie der offizielle Sony-Controller haben wird. Mit der lassen sich Deadzones anpassen, in denen Trigger und Analogsticks keine Eingabe wahrnehmen. Und neben den Tasten auf der Rückseite können auch alle anderen Buttons neu belegt werden.
Außerdem bietet die Playstation mit dem Dualsense Edge die Möglichkeit, Empfindlichkeitskurven einzustellen, durch die das Verhalten der Sticks verändert werden können. Gegenüber direkten Vergleichsprodukten kommt der neue Luxus-Controller tatsächlich ausgezeichnet weg. Und trotzdem fühle ich mich als eingeschworene Playstation-Spielerin etwas veralbert - das, was Sony nämlich als neu verkauft, ist bei Microsoft ein alter Hut.
Der Konkurrenz hinterher
Der Xbox Elite bietet zwei zusätzliche abnehmbare Rücktasten im Vergleich zu, Edge und sämtlicher Schnickschnack, den man ab Januar auf der Playstation 5 einstellen kann, ist dort schon längst verfügbar. Und das für immerhin 90 Euro weniger als im Hause Sony.
Zumal der Xbox-Profi-Controller es ermöglicht, die Spannung der Analogsticks zu verändert, wodurch die Bedienung schwer- oder leichtgängiger wird. Und das Ganze funktioniert sowohl für Current- als auch Last-Gen.
Quelle: Microsoft
Meinung: Der DualSense Edge ist ein Schlag ins Gesicht für Sony-Fans (4)
Was den Sony Controller wirklich abhebt: Dort können die Sticks komplett getauscht werden. Also nicht nur die Aufsätze, sondern das gesamte Bauteil. Das trage laut Sony zur Langlebigkeit bei, denn das Problem des Driftens kann anders wohl nicht behoben werden. Für schlappe 25 Euro pro Stickmodul gehen die Ersatzteile allerdings schnell ins Geld, je nachdem, wie lange ein Stick hält.
Sony betont, wie stolz sie auf ihre Technologie sind, mit der die Module getauscht werden können, und trotzdem sollen sie bombenfest sitzen. Dabei wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, die Langlebigkeit der Bauteile unter die Lupe zu nehmen. Und Langlebigkeit erwarte ich, wenn ich mir einen Controller kaufe, der fast halb so viel wie die dazugehörige Konsole kostet. Was bringt mir aller Schnickschnack der Welt, wenn die Bauteile die gleichen Mängel aufweisen wie das Standardmodell?
