Alle Zeichen stehen auf PS5 Pro - bald dürfte Sony die stärkere Variante der PlayStation 5 enthüllen. Aber das wäre ein großer Fehler!
Dazu kommen noch Probleme, die nur indirekt mit der Pandemie zusammenhängen. Fakt ist: Der Gaming-Branche geht es nicht gut. Die Kosten für Spieleentwicklungen explodieren, alles muss größer, besser, teurer sein, so sehr, dass schon als finanzieller Flop gilt, wenn sich ein Blockbuster-Titel "nur" fünf oder zehn Millionen Mal verkauft. Völlig wahnsinnig!
Es rumort in der Gaming-Branche
Die Folge: Diese nicht nachhaltige Bubble platzt gerade. In den letzten Jahren aggressiv vorangetriebene Übernahmen enden in Schließungen von Dutzenden Studios oder zumindest Massenentlassungen, Spiele werden angekündigt, nur, um sie kurz darauf wieder zu canceln, Unzufriedenheit und Existenzangst sind ständiger Begleiter von Entwicklern auf der ganzen Welt.
... Und dann hier mit einer neuen Maschine um die Ecke kommen, die im Grunde Sinnbild für diese Entwicklung ist? Höher, weiter, stärker, mehr, mehr, immer mehr? Auch symbolisch schwierig.
Dazu kommt noch ein ganz nüchterner Aspekt, beziehungsweise eine ganz simple Frage: Braucht es denn wirklich eine stärkere PS5, zumindest jetzt schon? Braucht es eine PlayStation 5 Pro?
Spiele sind grafisch und technisch auf einem extrem hohen Niveau angekommen. Klar, es geht immer noch mehr, aber es hat ja auch einen Grund, warum bei der Einführung der normalen PS5 nicht im Mittelpunkt stand, aus wie vielen zusätzlichen Polygonen die Ohrläppchen von Aloy aus Horizon: Forbidden West bestehen.
Quelle: PC Games
Nö, stattdessen ging es da primär um die verbaute SSD, die Ladezeiten extrem verkürzt und durch das schnelle Laden von Daten spannende neue Gameplay-Ideen wie die nahtlosen Level- beziehungsweise Dimensionssprünge in Ratchet & Clank: Rift Apart erlaubt.
Natürlich, der PC ist technisch weiter als die PS5, das war er aber auch schon, als die Konsole ursprünglich erschienen ist, und er wird es im Vergleich zu Konsolen auch in Zukunft immer sein, wenn man als Endnutzer*in bereit ist, entsprechend Geld in die Hand zu nehmen.
Dass auch der PC-Markt durch die Pandemie und den Chip- und Grafikkartenmangel gehörig durchgerüttelt wurde, mal ganz außer Acht gelassen.
Warten auf die PlayStation 6?
Also nein: Ich sehe aktuell keinen Nutzen einer stärkeren PS5. Vielleicht in zwei Jahren, oder von mir aus dann halt mit der PlayStation 6 im Jahr, keine Ahnung, 2028 oder so.
Jetzt kann man berechtigterweise einwenden, dass es am Ende des Tages relativ wurscht ist, ob der Lukas von der PC Games das sinnvoll findet oder nicht. Aber auch hier bin ich mit meiner Meinung keineswegs alleine.
Auf Nachfrage von Journalist*innen gaben auch direkt betroffene Entwickler*innen an, dass sie den Sinn hinter einer PS5 Pro derzeit absolut nicht erkennen würden. Man sei auch noch keiner Person aus der Branche begegnet, die das groß anders sehen würde.
Eben auch wegen der Pandemie habe man aus dem, was die ganz normale PS5 zu leisten imstande ist, noch nicht einmal ansatzweise alles herausgeholt.
Wird sich die PS5 Pro trotzdem verkaufen? Natürlich, nicht zuletzt, wie gesagt, wegen Deppen wie mir. Aber am Ende des Tages ist sie mehr Pflicht als Kür, und während die PS4 Pro durch den Fokus auf 4K-Darstellung eine gut argumentierbare Existenzberechtigung hatte, sehe ich diese bisher bei der PS5 Pro nicht.
Was eine PS5 Pro bringen könnte
Klar, möglicherweise fallen die derzeit etwas nervigen Qualitätsunterschiede zwischen den oftmals verfügbaren Performance- und Grafik-Modi in Spielen dann etwas weniger ins Gewicht, dafür eine neue Konsole ist dann aber doch etwas übers Ziel hinaus schießend.
In diesem Sinne: Sony, lasst das mit der PS5 Pro lieber mal sein! Die Alte ist ja noch gut, die geht ja noch, Eckat. Ich werde, wenn ich Ende des Jahres mit dem Teil in der Hand aus dem Laden gehe, auf jeden Fall sehr kritisch dreinschauen, um meiner Ablehnung gegenüber dem Produkt Nachdruck zu verleihen.
