Das neue PS Plus im Check: Was taugen Extra und Premium? - Seite 3

Special David Benke
Das neue PS Plus im Check: Was taugen Extra und Premium? - Seite 3
Quelle: Sony

Am 23. Juni hat Sony das neue Playstation Plus gestartet. Wir haben zum Release die Features der Extra- und Premium-Variante des Abos-Service getestet.

Grafik und Performance der Classics

So, genug gelabert, jetzt mal Butter bei die Fische: Wie spielen sich die Titel der PS-Plus-Collection denn nun, besonders die Klassiker? Die Antwort: eigentlich so wie damals, nur eben hübscher. Die meisten PS1-Games kommen mit einer höheren Auflösung daher. Auf der PS5 laufen sie in 1440p, die PS4 rechnet auf 1080p runter. Ausnahmen sind Titel wie Oddworld: Abe's Oddysee, die komplett auf 2D-Sprites basieren, die sich nicht so einfach überarbeiten ließen. Optisch sieht das alles grundsätzlich ganz schick aus, das Upscaling sorgt hier und da aber für ein komisches Flackern.

Noch etwas ärgerlicher wird es bei der Bildrate. Sony setzt beim europäischen PS Plus vermehrt auf PAL-Versionen. Die kommen dann zwar mit passender Synchro daher, allerdings auch nur mit einer Bildwiederholrate von 50 Hz. Die Klassiker laufen also nur mit 25 statt 30 Frames pro Sekunde. Das lässt die Bewegungen auf dem Bildschirm nicht nur etwas unrund wirken, die Titel spielen sich auch merklich langsamer als ihre NTSC-Pendants. Ein Problem, das es bereits bei der Playstation-Classic-Konsole gab und damals schon frustrierte.

In Sachen Grafik-Einstellungen bieten PS1-Spiele drei verschiedene Filter: Da wäre natürlich der Standard-Modus, dann noch Retro-klassisch, das dem Bild Scanlines eines alten Röhrenfernsehers verpasst, und schließlich noch Modern, mit dem die Optik noch einmal etwas kontrastreicher wirkt.

Außerdem lässt sich das Bildverhältnis anpassen. Zur Auswahl stehen die Original-Auflösung, 16:9, 1:1, viereckige Pixel und Zoom. Wobei die letzten drei Optionen das Bild auf seltsame Weise strecken und stauchen. Wir raten eher zu den ersten beiden Menüpunkten.

PS1-Klassiker wie Syphon Filter haben eine technische Überarbeitung spendiert bekommen. Quelle: Sony PS1-Klassiker wie Syphon Filter haben eine technische Überarbeitung spendiert bekommen. Apropos Menü: Für einige Klassiker gibt es ein neues User-Interface, das Features wie eine Rückspul- oder eine Quick-Save-Option bietet. Auch Trophäen wurden nachträglich in einige Spiele hineingepatcht. Ihr könnt jetzt etwa auch eine Platin-Auszeichnung in Syphon Filter erspielen.

In die PS2-Spiele wurde leider etwas weniger Arbeit gesteckt. Hier bekommt ihr einfach die emulierten Versionen vorgesetzt, die sich bereits seit 2016 im PlayStation Store kaufen lassen. Die laufen dank Up-Rendering in 1080p, ansonsten gab es aber leider keine Überarbeitungen. Noch düsterer sieht's bei den PS3-Spielen aus. Die werden ausschließlich via Cloud gestreamt, Grafik- oder Performance-Updates standen damit komplett außer Frage. Es bleibt also bei 720p. Ein weiterer Wermutstropfen: PS3-Spiele unterstützen auch keine DLCs.

Das mag bei Motorstorm nicht allzu schlimm sein, schließlich entgehen euch dadurch nur ein paar zusätzliche Strecken und Fahrzeuge. Bei Asura's Wrath sieht die Sache dann aber schon wieder ganz anders aus: Ohne die Erweiterungen fehlen euch hier essenzielle Teile der Story, etwa die "Untold Chapters", die einige Kapitel des Originalspiels sinnvoll miteinander verbinden, oder das "Real Ending", das Publisher Capcom erst zwei Monate nach dem physischen Release nachreichte.

Konsolen-Streaming

Aber kommen wir doch mal zum Streaming selbst. Hier kommt die gleiche Technik zum Einsatz, wie auch schon bei PS Now. Ihr werdet also remote mit einer Playstation 3 beziehungsweise Playstation 4 verbunden, auf der dann euer Spiel läuft und deren Bild auf euren Fernseher projiziert wird.

Entsprechend müsst ihr beim Start jeder Sitzung erst einmal bis zu 30 Sekunden warten, bis diese vorbereitet wurde. Wenn ihr zu lange untätig seid, werdet ihr aus der Session gekickt, um auf dem Server "Platz für andere Spieler zu machen". Das ist ziemlich ärgerlich, denn danach müsst ihr den Titel neu starten und ab dem letzten automatischen Speicherstand weitermachen. So eine Art "Quick Resume" wie auf der Xbox Series gibt es nicht.

PS3-Spiele können nur gestreamt werden, daher unterstützen sie auch keine DLCs. Das ist bei Asura's Wrath durchaus problematisch. Quelle: PC Games PS3-Spiele können nur gestreamt werden, daher unterstützen sie auch keine DLCs. Das ist bei Asura's Wrath durchaus problematisch. Neu ist dagegen, dass ihr euch bei der Bildqualität für eine von zwei Optionen entscheiden könnt: Ihr spielt zwar immer mit 30 FPS, jetzt aber in wahlweise 720p und 1080p. Sofern das eure Internetverbindung mitmacht. Sony empfiehlt generell eine Geschwindigkeit von mindestens 5 Mbit/s, für das bestmögliche Erlebnis sogar 15 Mbit/s.

Wenn ihr nicht sicher seid, ob eure Konsole das tatsächlich leistet, sorgt ein integrierter Speedtest für Klarheit: Einmal draufklicken und ihr bekommt kurze Zeit später die Info, ob's zum Streamen reicht oder nicht.

Wir raten in dem Kontext übrigens definitiv dazu, eure Konsole per LAN-Kabel mit dem Internet zu verbinden. Das beschert euch ein deutlich stabileres Spielerlebnis als via WLAN. So lassen sich auch anspruchsvolle Open-World-Abenteuer wie Marvel's Spider-Man in ihrer ganzen Pracht genießen. Zumindest meistens.

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