Mit 100 Millionen gestohlenen User-Daten ist der Hack auf Sonys Online-Netzwerke einer der größten in der Geschichte. Wir haben alle bisherigen Infos gesammelt und in diesem Artikel übersichtlich und chronologisch zusammengefasst. Lest alles über den PSN-Hack und die Folgen für Sony.
Quelle: PC Games
Ob wirklich auch Kreditkartendaten von den Sony-Servern entwendet wurden, ist unklar - Sony kann das allerdings nicht ausschließen.
Die Gegenwart: Server weiterhin offline
Es gibt also noch immer keinen genauen Zeitplan für den Neustart des Playstation Networks. Verantwortliche für den Hack sind ebenfalls nicht gefunden. Derweil machen Gerüchte um personelle Konsequenzen die Runde. So soll beispielsweise ein neuer Chief Information Officer gefunden werden und auch der Stuhl von Konzernchef Howard Stringer wackelt. Der Playstation-Chef Hirai wird als möglicher Nachfolger gehandelt, sollte Stringer wirklich gehen müssen. Als Entschädigung für die User will der Konzern jedem Playstation-Spieler zwei Gratis-Spiele und einen Gratis-Monat Playstation Plus schenken. Genaue Pläne hierfür liegen allerdings noch nicht vor. Außerdem zieht Sony eine Belohnung für die Ergreifung der Hacker in Erwägung. Diese soll aber in Absprache mit den Strafverfolgungsbehörden beschlossen werden.
Der Hack ist jedoch nicht nur für Sony und seine Kunden tragisch. Auch die Hersteller leiden unter dem PSN-Ausfall. "[Das] kostet uns offenbar hunderttausende wenn nicht gar Millionen Dollar an Einnahmen, die wir fest in unserem Budget eingeplant hatten. Diese Gelder setzen wir eigentlich dafür ein, neue Spiele auf den Markt zu bringen", so Capcoms Vize-Präsident Christian Svensson. Auch die PixelJunk-Entwickler von Q-Games bangen um ihre Einnahmen. Das Unternehmen stellt Download-Games für Playstation 3 her.
Sony selbst will für den Schaden, der mittlerweile auf 1,4 Milliarden Euro beziffert wird, Versicherer in die Pflicht nehmen, schließlich sei man mit diversen Policen versorgt, um derlei Schäden abwickeln zu können. Den ideellen Schaden kann aber auch ein Versicherer nicht gutmachen. Sony muss jetzt alles dafür tun, um das Vertrauen der User zurückzugewinnen.
Was kann ich selbst für meine Sicherheit tun?
Wer Kreditkarteninformationen bei Sony gespeichert hat, sollte weiterhin die Bewegungen auf dem Konto beobachten. Solltet ihr Umsätze feststellen, die ihr beanstanden möchtet, so bietet beispielsweise die DKB ein entsprechendes Formular zur Kreditkarten-Zahlungsreklamation. Ähnliche Services, in den meisten Fällen Chargeback genannt, bieten alle Geldinstitute an. Darunter versteht man eine Rückbuchung der Zahlungen. Solltet ihr tatsächlich einmal den Chargeback-Service nutzen müssen, setzt euch danach mit eurer Bank in Verbindung und beratet weitere Schritte. Eventuell muss die Kreditkarte ausgetauscht werden.
Weil nicht klar ist, ob tatsächlich Kreditkartendaten geklaut wurden, wiegt der Passwort- und E-Mail-Diebstahl noch schwerwiegender. Wenn ihr zum Beispiel im PSN mit eurem Standard-Login und einem Passwort angemeldet seid, das ihr auch auf anderen sicherheitsrelevanten Seiten nutzt, solltet ihr eure Daten dort dringend ändern. Nutzt ihr beispielsweise für das PSN, Amazon, GMX, Facebook und Apples App Store dieselben oder ähnliche Login-Daten, solltet ihr diese bei Amazon, GMX, Facebook und im App Store umgehend ändern. Die Hacker könnten versuchen, eure PSN-Daten auf solchen Portalen zu nutzen.
