Ungeachtet seiner problematischen Thematik stürmte Jonathan Demmes "Philadelphia" 1993 die Kinocharts und gewann im darauffolgenden Jahr zwei "Oscars". Nicht zuletzt ist der Erfolg einem grandiosen Tom Hanks in der Hauptrolle zu verdanken
Seit dem Erfolgs-Schocker "Das Schweigen der Lämmer" von 1991 hatte Jonathan Demme seinen Ruf als unkonventioneller Regisseur weg. Zugleich katapultierte der Film ihn in die erste Riege der Hollywood-Regisseure.
Prämiert wurde seine Leistung mit dem "Oscar" für die beste Regie. Für Demme, der bis dahin von den Kritikern gelobte, aber an den Kassen wenig einträgliche Filme wie "Flotte Sprüche auf Kanal 9? (1977) und "Melvin und Howard? (1980) drehte, ein riesiger Karrieresprung. Dass er auch weiterhin keine Scheu vor heiklen Themen zeigte, bewies er dann keine zwei Jahre später mit "Philadelphia".
Tom Hanks spielt den Anwalt Andrew Beckett, der bei einer der besten Kanzleien in Philadelphia arbeitet. Kurz nachdem ihm eine Beförderung ausgesprochen wurde und er einen wichtigen Fall übernehmen sollte, setzen ihn seine Bosse unvermittelt auf die Straße. Der vorgeschobene Grund lautet Inkompetenz.
Beckett vermutet aber, dass das Wissen um seine Homosexualität und seine Krankheit Aids die wahren Gründe für den Rausschmiss sind. Er verklagt seine einstigen Vorgesetzten auf Schadenersatz. Unterstützung findet er nach einigen Schwierigkeiten ausgerechnet in dem homophoben, republikanischen Anwalt Joe Miller (Denzel Washington) ...
Schwarze, Schwule, AIDS-Kranke -- kaum eine Randgruppe der US-Gesellschaft, die Demme und Autor Ron Nyswaner nicht in ihren Film einbrachten. Die Sensation war allerdings, dass Homosexuelle nicht -- wie bis dato in kommerziellen Hollywood-Streifen üblich -- als gefühllose Killer (z.B. "Schweigen der Lämmer") oder auf komödiantische Weise dargestellt wurden, sondern der Zuschauer emotional mit der Hauptfigur mitleiden konnte.
