Phantom Doctrine in der E3-Vorschau: Mehr als nur ein XCOM-Klon
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Auf der E3 2018 haben wir uns die aktuelle Version von Phantom Doctrine angespielt. In der Vorschau zur Runden-Taktik mit Geheimagenten erklären wir euch, war es sich hier nicht nur um einen Klon von XCOM handelt. Das Spiel hat uns unter anderem mit seinem interessanten Setting und seiner Komplexität gefallen.
Anfang der 80er-Jahre war der kalte Krieg in seiner wohl heißesten Phase und die Welt stand mehrmals am Rande der Vernichtung. Diese spannende Zeit haben sich die polnischen Entwickler von Creative Forge Games als Szenario für ihr taktisches Strategiespiel Phantom Doctrine (jetzt kaufen 35,99 € ) gewählt. Auf der E3 2018 haben uns die Macher das Spiel ausführlich vorgestellt und uns ein paar Runden selbst spielen lassen.
Das Spielprinzip erinnert nicht nur auf den ersten Blick frappierend an die XCOM-Reihe, sondern lehnt sich sehr stark an den Genreprimus an. Kenner des Strategiehits von Firaxis werden sich in Phantom Doctrine daher sehr schnell zurechtfinden. Doch anders als im großen Vorbild kämpfen hier keine Elite-Soldaten gegen außerirdische Invasoren. Stattdessen schickt ihr Geheimagenten der beiden Blöcke auf geheime Missionen.
Selfmade-Geheimagent
Zu Spielstart wählt ihr aus, ob ihr als CIA-Agent oder KGB-Spion die Kampagne bestreiten wollt. Nach dem erstmaligen Durchspielen steht außerdem der Mossad als Fraktion zur Auswahl. Ihr führt eine kleine Organisation innerhalb des Geheimdienstes an, Cabal genannt, die versucht eine globale Verschwörung aufzudecken. Dabei greift das Spiel auch stark auf tatsächliche historische Ereignisse dieser Zeit zurück.
Quelle: Creative Forge
Phantom Doctrine in der E3-Vorschau. (6)
Zu Spielstart wird zunächst der Schwierigkeitsgrad festgelegt - Ironman-Modus inklusive. Außerdem gibt es einen erweiterten Modus, der nach dem ersten durchspielen freigeschaltet wird, und einen noch tieferen Einblick in die Story gewährt. Den Entwicklern ist ein hoher Wiederspielwert also sehr wichtig. Als nächstes erstellen wir unseren Hauptcharakter, den Anführer unserer Organisation. Dieser kann männlich oder weiblich sein, mit verschiedenen Hintergründen und natürlich individuellem Aussehen ausgestattet werden.
Danach startet das Spiel mit einer Zwischensequenz, die auf die aufzudeckende Verschwörung einstimmt. Für die Cutscenes haben sich die Entwickler für einen Storyboard-Stil entschieden, um ein altmodisches Gefühl zu erzeugen. Danach finden wir uns direkt in einer taktischen Mission wieder. Unser Hauptcharakter und zwei Kameraden stehen vor einer feindlichen Basis, aus der sie wichtige Informationen über ein nukleares Projekt beschaffen müssen. Als Geheimagenten liegt der Fokus natürlich meisten auf einem heimlichen vorgehen und nicht auf direkter Konfrontation.
Verdeckte Operation
Unsere Agenten starten diese Mission daher mit einer Verkleidung, die sie relativ frei auf der Basis bewegen lässt, so lange wir nichts Verdächtiges anstellen. Bei den ersten Aktionen fällt auf, dass Phantom Doctrine bei den Aktionspunkten zwischen Bewegung und Aktionen unterscheidet. Unsere Agenten verfügen derzeit über zwei Bewegungspunkte und einen Aktionspunkt. Anders als in XCOM können wir also zwei Bewegungen durchführen und danach immer noch Skills einsetzen oder unsere Waffe abfeuern.
Quelle: Creative Forge
Phantom Doctrine in der E3-Vorschau. (4)
Zur Planung des anstehenden Zuges hilft es sich das Verhalten der Gegner anzuschauen. Dazu fahren wir mit der Maus über einen Feind und das Spiel blendet uns dessen Sichtbereich sowie seine Bewegungsroute in der nächsten Runde ein. Neben feindlichen Einheiten befinden sich auch Zivilisten in der Nähe. Diese stellen zwar keine direkte Gefahr dar, allerdings schlagen sie Alarm, wenn sie etwas Verdächtiges beobachten. In unserer Verkleidung betreten wir jedoch zunächst ohne Probleme das Gelände.
Hier bekommen wir als sekundäre Aufgabenstellung eine Laserbarriere zu deaktivieren, die unseren Weg zum Missionsziel versperrt. Wir könnten uns auch auf anderem Wege Zugang verschaffen. Da wir aber erst einmal nicht auffallen wollen, begeben wir uns mit unseren Agenten in ein nahegelegenes Haus, wo sich die Kontrollen für die Laser befinden sollen. Darin befinden sich außerdem zwei Zivilisten. Damit diese keinen Verdacht schöpfen, wenn wir an der Steuerung rumspielen, müssen die Zwei zunächst ausgeschaltet werden.
Dazu positionieren wir zunächst zwei Agenten in Reichweite und schlagen die Zivilisten dann in der nächsten Runde koordiniert KO. Wir könnten uns jetzt noch darum kümmern, die schlafenden Körper zu verstecken, aber da die Entdeckungsgefahr hier eher niedrig ist, verzichten wir darauf. Wir deaktivieren die Laser und machen uns auf den Weg zu unserem eigentlichen Missionsziel. Hier zeigen uns die Entwickler die "Breach"-Funktion, mit der uneinsehbare Räume gesichert werden können.
Dazu positionieren wir zwei Agenten jeweils links und rechts der Tür. In der darauffolgenden Runde befehlen wir diesen dann den Raum zu stürmen. Wir erkennen, dass drei Feinde im inneren auf uns warten. Unseren beiden Agenten weißen wir nun jeweils ein Prioritätsziel zu und befehlen die Sicherung des Raumes. Der dritte Feind wird dabei dann automatisch angegriffen, nachdem unsere Männer ihr erstes Ziel ausgeschaltet haben. Das funktioniert prima intuitiv und sieht auch noch ziemlich cool aus. Allerdings haben wir durch den Einsatz unserer Waffen die Basis auf uns aufmerksam gemacht. Jetzt heißt es schnell die Dokumente beschaffen und zum Abholpunkt fliehen.
Quelle: Creative Forge
Phantom Doctrine in der E3-Vorschau. (11)
In der Operationsbasis
Nun wechselt das Spiel in die strategische Übersicht, die ebenfalls stark an XCOM erinnert. Hier bauen wir den Unterschlupf unserer Organisation aus, heuern neue Agenten an und managen Geheimoperationen. Jeder Spion verfügt über spezielle Eigenschaften, wie zum Beispiel Vorlieben für bestimmte Waffen. Mit diesen ist der Agent dann deutlich effektiver und sie können zusätzlich modifiziert werden. Über spezielle Trainingsprogramme bringen wir unseren Leuten neue Fähigkeiten bei.
Quelle: Creative Forge
Phantom Doctrine in der E3-Vorschau. (12)
Die Agenten können auch mit verschiedenen Arten von Rüstung ausgestattet werden. Hier müssen allerdings auch Nachteile beachtet werden. Eine schwere Rüstung zum Beispiel verkleinert den Bewegungsradius des Agenten und ist außerdem sehr auffällig, was den Verdacht von Zivilisten erregen kann. Um die Werte eines Kämpfers zu verbessern, werden diese in einer speziellen Einrichtung der Basis mit entsprechenden Drogen behandelt.
Je mehr Missionen ein Agent bestreitet, umso gefährlicher wird die Situation für ihn, da er Gefahr läuft enttarnt zu werden. Das bewirkt unter anderem längere Reisezeiten und eine allgemeine Reduzierung der Effektivität. Um dem entgegen zu wirken, können wir beim Fälscher die Identität des gefährdeten Spions ändern. Das beinhaltet nicht nur neue Papiere, sondern bei Bedarf auch ein verändertes Aussehen.
Entdeckungsgefahr
Für den Fortschritt des Spiels schicken wir auf einer Weltkarte unsere Agenten zu verschiedenen Missionen. Dazu müssen Orte zunächst jedoch ausgekundschaftet werden, ob dort tatsächlich Aktivitäten der Verschwörung zu finden sind. Eine Gefahren-Leiste zeigt dabei an, wie geheim unsere Operationen noch sind. Wenn wir zu viele Opfer hinterlassen, viele Agenten in kurzer Zeit anheuern und andere auffällige Aktionen durchführen, lenken wir die Aufmerksamkeit der Verschwörung auf unsere Operation. Ab einem bestimmten Gefahrenlevel, müssen wir mit einem Angriff auf unsere Operationsbasis rechnen. Um dem zuvor zu kommen, sollten wir eine Ausweich-Location erkundet haben, an die wir im Ernstfall unsere Basis verlegen können.
Unsere Operationszentrale bietet noch viele weitere Einrichtungen mit denen wir Gegenstände herstellen, in Missionen gefundene Dokumente analysieren und Verbesserungen erforschen. Das Spiel ist in allen Aspekten erfreulich komplex und bietet jede Menge Details, in die es sich einzuarbeiten lohnt. Ein Durchgang durch die Kampagne soll je nach Spielweise rund 40 Stunden Spielzeit in Anspruch nehmen. Dabei werdet ihr von einem Soundtrack aus der Feder von Marcin Przybylowicz begleitet, der bereits die Musik für The Witcher 3 komponiert hat. Erscheinen soll Phantom Doctrine Ende des Sommers für PC, PS4 und Xbox One.
