Es ist so weit -- macht euch bereit für das Treffen mit dem Giganten!
SINNVOLLENEUERUNGEN
Besonders innovativ: Michel Ancels Urwaldhatz kommt völlig ohne Bildschirmanzeigen aus. Es gibt kein Zielkreuz, keine Lebensanzeige und kein Inventar. Das Tollste daran ist, dass es funktioniert! Mit ein wenig Übung werft ihr Speere ganz ohne Zielhilfe und trefft auch mit Feuerwaffen ohne anzulegen. Anfangs könnt ihr beim Speerwurf euren Zeigefinger als Zielhilfe einsetzen. Mit Schusswaffen zielt ihr ganz einfach über Kimme und Korn. Nicht immer schafft ihr es, euch die Dinos oder anderes Getier vom Hals zu halten. Werdet ihr verletzt, pulsiert der Bildschirm rot. Ihr hört euren schnellen Herzschlag und euer aufgeregtes Atmen. Die Umgebungsgeräusche treten in den Hintergrund, die melancholisch angehauchte Titelmelodie wird eingespielt, und ihr wisst: Gleich ist es vorbei... Rettet ihr euch über die Zeit, bis das Pulsieren wieder aufhört, habt ihr euch wieder voll erholt. Werdet ihr, bereits verletzt, ein zweites Mal getroffen, könnt ihr euch die Radieschen künftig von unten ansehen.
"Peter Jackson's King Kong" ist gespickt mit Actioneinlagen -- kaum ein Ort auf Skull Island scheint frei von Raubtieren zu sein. Wenn ihr gerade mal nicht vor dem T-Rex flüchtet oder euch gegen Raptoren und Riesenfledermäuse verteidigt, gilt es, kleinere Rätsel zu lösen. Oft müsst ihr dichtes Gestrüpp niederbrennen, indem ihr Feuer von A nach B bringt -- das gestaltet sich mal mehr, mal weniger einfach. Andernorts sucht ihr nach einem Holzkeil, mit dem ihr eine Tür öffnen könnt, oder ihr lenkt die großen Tiere mit aufgespießten Ködern von euch ab.
Natürlich könnt ihr euch auch die Natur zu Nutze machen: Große Felsen und Ruinen versperren dem T-Rex den Weg, enge Gänge hindern Raptoren daran, euch zu folgen. Aber verlasst euch nicht zu sehr darauf ...
NAHTLOSERÜBERGANG
Die Wege von Jack und Kong kreuzen sich des Öfteren. In manchen Levels habt ihr daher Gelegenheit, die Steuerung des Riesenaffen zu übernehmen und euch um die weiße Frau zu kümmern. Ihr klettert an Steilwänden entlang, hangelt euch durch den dichten Urwald und vermöbelt riesige Tyrannosaurier: Das sieht klasse aus und macht ziemlich viel Spaß.
Eigentlich sind die Kong-Levels Entspannungs-passagen, in denen man sich an den Animationen des Affen erfreuen und sich an den Sauriern rä-chen kann. Es macht sich unweigerlich eine gewisse Genugtuung breit, wenn man mit einem Baumstamm bewaffnet hordenweise Raptoren zu kostenlosen Freiflügen verhilft. Ubisoft hat es in den letzten Wochen vor der Veröffentlichung doch noch geschafft, den Schwierigkeitsgrad zu optimieren -- jetzt gibt es keine unfairen Stellen mehr. Zudem greift das dynamische Schwierigkeitssystem, welches die Herausforderung nach unten schraubt, wenn ihr zu oft an derselben Stelle sterbt. Auch die automatisch gesetzten Checkpoints sind gut platziert.
Weniger positiv: Eure Kumpane laufen durch brennende Büsche, kurz bevor die Flammen verlöschen, ein bekannter Sound-Bug wurde nicht mehr ausgemerzt, manche Abschnitte ruckeln so stark, dass euch die Augen schmerzen werden, und manchmal wirkt die ganze Action auf dem Bildschirm einfach überladen. Das sind nicht alle, aber die gröbsten Fehler von "Peter Jackson's King Kong". Dass die Spieldauer gerade mal sechs bis acht Stunden beträgt, ist ebenfalls nicht optimal, war aber in Anbetracht des Konzepts vorhersehbar.
Bei aller Kritik:Der anzeigenfreie Bildschirm funktioniert, die aus zwei Perspektiven resultierende Herausforderung hat man ebenfalls gemeistert. Einige Levels sind für sich genommen einfach fantastische Erlebnisse. Der ganz große Ham-mer ist es leider trotzdem nicht -- dafür sind einfach zu viele Fehler gemacht worden. ?AB
