Pest Control in der Vorschau: Lasst mich durch, ich bin Schädlingsbekämpfer!
Special
In Pest Control versucht ihr euch als Schädlingsbekämpfer durchzuschlagen - mit mehr oder weniger großem Erfolg. Wir haben die Beta des Spiels getestet und sagen euch, warum ihr hoffen solltet, dass die Waschbären eure Mülltonnen in Ruhe lassen, damit der Schädlingsbekämpfer nicht vorbeischauen muss.
Schon immer das Bedürfnis gehabt, Schädlinge zu bekämpfen, ohne diese bei euch zu Hause einziehen zu lassen? Das Indie-Entwicklerstudio EON46 hat dafür eine Lösung gefunden. Derzeit arbeitet das Team an Pest Control, einer Schädlingsbekämpfer-Simulation, die voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheinen wird. In der Möchtegern-Schädlingsbekämpfer-Simulation schlüpft ihr in die Rolle eines Kammerjägers, der sich mit unterschiedlichen Arten von Ungeziefern rumschlagen muss - und das mit rabiaten Mitteln. Wir durften die Beta ausprobieren und verraten euch, ob die Simulation was taugen könnte oder man lieber die Fliege machen sollte.
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"Hallo, ist hier der Schädlingsbekämpfer?"
Das Spiel startet komplett ohne Tutorial. Wir müssen uns also alle Infos selbst aneignen. Wir beginnen das Spiel immer im Büro unseres Kammerjägers, im oberen Bereich des Monitors können wir auf den Shop, das Skill- und Craftingsystem und die Map zugreifen. Ohne großartige Vorbereitungen starten wir über die Map einen Kundenauftrag. Wir können zunächst aus drei Aufträgen einen auswählen, da die Aufgaben aber extrem repetitiv sind, ist es egal, welchen wir nehmen. Das Ziel ist es, eine vorgegebene Anzahl an Ungeziefern zu töten. Dafür kriegen wir neben Geld Prestige und "Fame", was es damit auf sich hat, hat sich uns nicht erschlossen.
In einem Sims -ähnlichen Apartment darf unser Schädlingsbekämpfer loslegen. Nicht nur beim Aussehen erinnert uns das Spiel an die beliebte Spielreihe. Denn der Kammerjäger läuft so elegant wie der Einbrecher aus Sims 2. Der Boden ist schachbrettmusterartig aufgeteilt. Für jedes Feld, das unser Arbeiter betritt, werden ihm fünf seiner 30 Aktionspunkte abgezogen. Zur Fortbewegung nutzen wir die linke Maustaste. Um uns zu bewegen, klicken wir erstmal ein Feld an und bestätigen den Weg mit einem weiteren Click. Reichen unsere Punkte nicht aus, gehen wir nur so weit, bis unsere Aktionspunkte ausgehen. Haben wir unsere Punkte verbraucht, sind die Schädlinge an der Reihe - wenn sie denn auftauchen. Denn häufig werden diese nicht angezeigt oder verschwinden ganz plötzlich.
Fresst das, ihr Schädlinge!
Quelle: PC Games
Arachnophobiker müssen jetzt ganz stark sein! Auch Spinnen gehören zu den Schädlingen, die wir ausschalten müssen.
Die Ungeziefer können sich bewegen, häufig tendieren sie aber dazu, einfach stehenzubleiben und zu warten, bis ihre Vernichter vorbeischauen. Haben die Schädlinge ihren Zug abgeschlossen, sind wir wieder an der Reihe. So schleichen wir uns Zug um Zug nach vorne. Sind wir in der Nähe der Plagegeister und haben noch genügend Aktionspunkte, können wir diese angreifen. Dazu haben wir zunächst den Hammer und eine Spraydose dabei. Der Einsatz kostet, mal wieder, Aktionspunkte. Nur wenige Schädlinge können wir mit einem gezielten Angriff sofort töten. Wer jetzt denkt, dass die Gegner sich nicht wehren, irrt sich. Sind diese am Zug, können sie den Kammerjäger angreifen. Sonderlich gefährlich werden sie ihm jedoch nicht, wodurch das Spiel keinen hohen Schwierigkeitsgrad hat.
Das Portfolio an Ungeziefern besteht aus Ratten, Waschbären, Wespen und Spinnen. Diese haben unterschiedlich viele Lebenspunkte. So sind Wespen meist innerhalb von nur einem Zug besiegt, während wir für Waschbären um die zwei bis drei Züge brauchen. Leider macht es schadenstechnisch keinen Unterschied, ob uns der Waschbär angreift oder die Spinne. Uns werden entweder acht oder zwölf von unseren 200 (!) Lebenspunkten abgezogen. Zum Vergleich: Ein Waschbär hat knapp 60 Lebenspunkte unser Hammer richtet einen Zehn-Punkte-Schaden an, während die Spraydose 20 Punkte beim Gegner abzieht.
Wozu ein Crafting-System?
Quelle: PC Games
Das Crafting-System enttäuscht auf ganzer Linie. Es ist unklar, warum wir beispielsweise eine Lampe zur Schädlingsbekämpfung brauchen. Platzieren wir diese auf dem Boden, erleuchtet sie den Raum (wow, das war ja auch kaum zu erwarten).
Da das Hammer-Rumgekloppe und das Sprayen nach einiger Zeit extrem langweilig werden, haben sich die zuständigen Entwickler etwas ausgedacht. So können wir Käfige und sonstiges Equipment craften. In der Beta brauchen wir noch keine Materialen dafür, sondern können einfach losbauen. Herausragend spaßig ist daran bisher rein gar nichts, denn wir haben nur begrenzte Auswahlmöglichkeiten bei der Gestaltung der Käfige. Auch verschwinden unsere gecrafteten Gegenstände nach jedem Neustart des Spiels. Außerdem sind einige der Gegenstände ziemlich nutzlos. So können wir beispielsweise ein staubsaugerähnliches Gerät basteln, dass uns bei der Schädlingsbekämpfung helfen soll. Leider zieht der Staubsauger nur einen (!) Punkt bei unseren Gegnern ab.
Setzt man selbstgebaute Käfige im Spiel ein, muss man einiges beachten. Denn auch das Käfigaufstellen verbraucht Aktionspunkte. Außerdem können wir die Falle nicht auf das Feld setzen, wo sich das Ungeziefer befindet. Die Wege sollte man nicht verbauen, weil man schlimmstenfalls gar nicht mehr an der Falle vorbeikommt und den Auftrag abbrechen muss. Wer jetzt gehofft hat, dass unsere Käfige die Tiere und Insekten vor einem qualvollen Tod bewahren, wird enttäuscht. Sobald das Ungeziefer das Feld unserer Falle betritt, wird es von den Käfigtüren erschlagen. Ob das so gewollt ist, bleibt unklar.
Auf der Suche nach einer Möglichkeit, negative Bewertungen zu löschen
Quelle: PC Games
Aufträge sind extrem repetitiv und wir erhalten immer das gleiche Gehalt. Leider sind die Auftragsgeber aus unersichtlichem Grund immer unzufrieden mit unserer Arbeit. Woran das wohl liegen könnte?
Menschen, die ihr eigenes Business aufgebaut haben, kennen das. Man versucht die Kunden so glücklich wie möglich zu machen, indem man einen Auftrag mit bestem Gewissen erfüllt. Und dann kommt das böse Erwachen, da eine schlechte Bewertung im Internet auftaucht. Bei Pest Control ist das Standard. Denn obwohl wir die Schädlinge erledigt haben, hagelt es Minuspunkte bis zum Gehtnichtmehr. Es bleibt unklar, warum das so ist. Konsequenzen wegen unserer offenbar unzufriedenstellenden Arbeit erwarten uns aber nicht. Da bleibt zu hoffen, dass die Entwickler noch etwas nachliefern.
MIt Bugs übersät (haha, tolles Wortspiel!)
Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei Pest Control noch um eine Beta-Version des Spiels. Daher sind Bugs an der Tagesordnung. So verlieren wir Prozentpunkte an unserem Fortschrittsbalken, können uns nicht mehr fortbewegen oder landen in einer Wohnung, in der wir nichts tun können. Es bleibt abzuwarten, ob EON46 die Insekten, ähh, Programmierfehler auslöschen wird. Dass das Spiel ein Indie-Kassenschlager wird, darf bezweifelt werden.
