Persona 5 Tactica im Test: Low Budget, low Effort
Test
Mit Persona 5 Tactica bekommt das beliebte JRPG ein weiteres Spin-off. Ob sich der erneute Abstecher ins Metaverse lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.
Ob ihr die Charaktere ausreden lasst oder die Untertitel selbst lest und dann weiterklickt, macht bei der Menge an Dialogen allerdings einen großen zeitlichen Unterschied. Außerdem gibt es zusätzliche Aufträge sowie optionale Gespräche, für die ihr Skillpunkte erhaltet, die ihr dann pro Charakter im Fähigkeitenbaum verteilen könnt. Der wohl größte Zeitfresser im positiven Sinne ist der Velvet Room, den euch Lavenza in abgespeckter Form zur Verfügung stellt. Dort könnt ihr wie gewohnt Fusionen durchführen. Die Personas, die ihr dafür benutzen könnt, erhaltet ihr als Belohnung nach erfolgreich absolvierten Missionen.
Wie immer, nur anders
Das Herzstück des Spiels ist das taktische Kampfsystem. Mit einem Team aus drei Phantomdieben kämpft ihr euch über die Felder, schaltet Gegner aus und erfüllt Siegesbedingungen. Meistens müsst ihr alle Feinde eliminieren, manchmal müsst ihr die Kämpfe aber auch in einer bestimmten Anzahl an Runden bestreiten oder lebendig auf die andere Seite gelangen. Jede Mission stellt drei zusätzliche Bedingungen, die zwar nicht erfüllt werden müssen, bei Erfolg aber weitere Belohnungen mit sich bringen.
Quelle: Atlus/Sega
Jeder Charakter kann sich eine bestimmte Anzahl an Feldern pro Zug bewegen und eine Aktion ausführen. Trifft er einen ungeschützten Gegner, darf er noch einen weiteren Zug machen. Ihr könnt jederzeit zwischen den drei Dieben hin- und herwechseln, solange sie ihre Aktion noch nicht beendet haben.
Das ist vor allem dann praktisch, wenn ihr kurzzeitig aus einem bestimmten Bereich entkommen oder die Charaktere für eine besondere Attacke positionieren wollt. Habt ihr einen Gegner zu Boden geworfen und dadurch ein "Noch 1" erhalten, könnt ihr den "Zu dritt"-Angriff ausführen, wenn sich der Feind in einem Dreieck zwischen den Phantomdieben befindet.
Klingt unspektakulär, ist aber extrem nützlich. Die Animation erinnert an die "All-out Attack" aus Persona 5 und verteilt gegenüber allen im markierten Bereich befindlichen Feinden ordentlichen Schaden. Neben den Nahkampfangriffen, mit denen ihr Gegner wegstoßt, und Fernkampfangriffen mit einer Schusswaffe sind natürlich auch die Personas ins Kampfsystem integriert worden.
Joker kann zwar nicht mehr beliebig zwischen ihnen wechseln und muss mit Arsène vorliebnehmen, jedoch gibt es mit den Sub-Personas ein neues Feature. Jedes Gruppenmitglied kann eines der Wesen zusätzlich einsetzen, die jeweiligen Fähigkeiten befinden sich dann ergänzend in der Angriffsauswahl. Das erleichtert die Zusammenstellung der Charaktere für den Kampf, da sich so verschiedene Statusfähigkeiten miteinander kombinieren lassen.
Keine Herausforderung für die Herzdiebe
Dazu kommen einzigartige Fähigkeiten, die zunächst mit einer Leiste aufgeladen werden müssen, die sich die Gruppe miteinander teilt. Manche sind nützlicher als andere, letztendlich kommt es aber auf den persönlichen Spielstil und den Verlauf des Kampfes an, ob ihr Einsatz sinnvoll ist.
Die unterschiedlichen Gegnertypen wollen euch aber genauso an den Kragen gehen. Ihr könnt zwar Angriffen nicht aktiv ausweichen, allerdings begrenzt die Deckung hinter bestimmten Elementen wie Kisten und Mauern den Schaden oder verhindert ihn sogar ganz.
Quelle: Atlus/Sega
Das taktische Gameplay harmoniert gut mit dem Einsatz der Personas und ihrer Fähigkeiten. Zudem wurden die bekannten Moves aus den anderen Persona-5-Spielen abgewandelt und sinnvoll in das neue Kampfsystem integriert. Allzu komplex ist es allerdings nicht und auf der normalen Schwierigkeitsstufe auch nicht gerade herausfordernd.
Die verschiedenen Bedingungen für zusätzliche Belohnungen motivieren zwar dazu, nicht Hals über Kopf draufloszustürmen, großes Geschick verlangen sie aber nicht. Dazu kommt, dass sich die Kämpfe vor allem durch die Spielfelder schnell repetitiv anfühlen. In den einzelnen Gebieten sind die Felder zwar immer etwas anders aufgebaut, aber stets mit den gleichen Elementen gefüllt und selten abwechslungsreich.
Gerade in Maries Königreich sehen die Schauplätze durch die triste, eintönige Farbgestaltung leblos und lieblos aus. Das bessert sich im weiteren Spielverlauf nur bedingt und trägt zu dem generellen Eindruck bei, dass nur ein geringes Budget in Tactica geflossen ist.
Der Chibi-Elefant im Raum
Das Entwicklerteam hat sich dennoch sichtbar Mühe gegeben, damit sich Fans von Persona 5 wie zuhause fühlen. Die Phantomdiebe sind wahlweise mit ihren originalen japanischen oder mit englischen und in beiden Fällen hervorragenden Synchronstimmen zu hören. Das Design des Menüs ist an das Basisspiel angelehnt und auch musikalisch geht es wie gewohnt zu: Einige bekannte Tracks haben einen Remix bekommen, außerdem gibt es dazu passende Ergänzungen.
