Persona 5 Strikers in der Vorschau: Phantomdiebe, bitte stehlt unsere Herzen erneut!
Special
Nach Persona 5 und der erweiterten Version mit Namenszusatz Royal, setzt Atlus mit Unterstützung von Omega Force mit Persona 5 Strikers bald noch einen obendrauf. Nicht nur wird die Geschichte fortgeführt, sondern auch kurzerhand ein komplett neues Kampfsystem integriert. Also ein Crossover zwischen JRPG und Hack & Slash? Ja, zumindest fast. Wir erhielten bereits im Voraus die Möglichkeit, einen Einblick zu wagen und erzählen euch, ob dies Veränderungen einen erfolgreichen Raubzug der Phantomdiebe verheißt. Inklusive Video!
Wir staunten nicht schlecht, als wir vor etwa zwei Jahren zum ersten Mal etwas von Persona 5 Scramble: The Phantom Strikers zu sehen bekamen. Fast ein Jahr mussten wir aber warten, bis es aus Japan den Weg zu uns schaffen sollte. Mit Persona 5 Strikers, wie es nun beim Release in unseren Gefilden heißen wird, spendiert uns Atlus in Zusammenarbeit mit Omega Force ein Crossover aus JRPG und Hack & Slash, ähnlich, wie es schon Hyrule Warriors: Zeit der Verherrung vormacht. Omega Force, bekannt für die Dynasty-Warriors-Spiele, verknüpft seit einigen Jahren vermehrt bekannte Spielemarken mit dem Schlachtplatten-Gameplay der hauseigenen Serie, bekannt unter dem Subgenre-Namen Musou.
Auf dieser Seite
Wir erhielten schon vorweg die Möglichkeit reinzuschauen und erzählen euch, wie gut sich Persona 5 im Warriors-Gewand schlägt.
Phantomdiebe zurück im Geschäft
Quelle: PC Games
An Dialogen mangelt es Persona 5 Strikers nicht, und sie kommen genauso wie die Menügestaltung wie gewohnt extrem stylisch daher.
Persona 5 Strikers ist ungefähr ein halbes Jahr nach den Ereignissen aus Persona 5 angesiedelt, die Welt scheint wieder in Ordnung und frei von den von ihnen bezwungenen inneren Dämonen zu sein. Schade: Die zusätzlichen Figuren und Ereignisse aus der erweiterten Persona-5-Version namens Royal werden nicht berücksichtigt. Nachdem sich die Freunde Joker, Ann, Ryuji, Morgana und Co. aus dem Vorgänger ein Weilchen nicht gesehen haben, beschließen sie, die Sommerferien gemeinsam zu verbringen. Bei der Planung unterstützt sie die künstliche Intelligenz EMMA. Die ist aber mehr als ein besonders kluger Terminkalender. Flugs sehen sich Joker und seine Kollegen wegen ihr wieder ins Meta-Universum verfrachtet, in dem die Begierden der Menschen zum Leben erwachen. Im Kampf gegen die mysteriöse Alice, die im Meta-Universum als Herrscherin in einem Palast sitzt und den Menschen ihre Begierden raubt, wird schnell klar, dass dies nicht die entspannten Sommerferien werden, welche die einstigen Phantomdiebe sich erhofft hatten.
Fortsetzung oder Spin-off?
Quelle: PC Games
Die Kämpfe laufen prinzipiell mit Gegnerscharen im Musou-Stil ab, erlauben euch aber eine kleine Verschnaufspause, sobald ihr das Persona-Auswahlmenü aufruft.
Persona 5 trifft Dynasty Warriors - auch, wenn man das nach Hyrule Warriors und Co. erwarten dürfte, trifft das nicht hundertprozentig zu. Denn neben den Kämpfen, die tatsächlich jenen der Warriors-Titel ähneln, gibt es noch weitaus mehr zu entdecken. Das beginnt damit, dass wir nicht direkt in die Action geworfen werden, sondern genauso flott-schleichend die Dungeons erkunden, wie es auch in Persona 5 der Fall war. Wir suchen benötigte Schalter und Hinweise, entdecken Schätze und springen über Hindernisse hinweg. Ein Kampf wird erst initiiert, wenn wir den Gegner hinterrücks überfallen, ihn normal attackieren oder er uns entdeckt und angreift. Manchmal begegnen wir dabei auch stärkeren Feinden, die sich alleine schon durch ihre überdurchschnittliche Größe sowie eine gesonderte Lebensleiste hervorheben. Sobald wir uns im Kampf befinden, heißt es aber wirklich Showtime.
Das Kampfsystem stellt auf den ersten Blick hingegen tatsächlich eine Mischung aus Persona 5 und Dynasty Warriors dar. So kloppen wir uns in gewohnter Manier durch Gegnerscharen. Dabei greifen wir auf Kombos aus leichten Angriffen und Spezialangriffen zurück. Hinzu gesellen sich unsere Schusswaffen, zudem kann die Umgebung durch spezielle Aktionen in das Gekloppe mit einbezogen werden. So wirbeln wir an einem Laternenmast umher, nehmen Feinde mit Konfetti-Kanonen unter Beschuss oder überfahren sie ganz einfach mit dem Skateboard. Überhaupt sind der gute Joker und seine Gesellen ganz schöne Bewegungstalente. Mittels des sogenannten Phantomsprints sind wir nicht nur während der Kämpfe extrem agil unterwegs, sondern überwinden auch abseits davon Hindernisse. Während des Kämpfens können wir außerdem jederzeit zwischen unseren aktuellen Teammitgliedern umherwechseln und diese sogar außerhalb der Kämpfe steuern. Warriors-typisch steht uns eine Fülle an spielbaren Recken zur freien Verfügung, jeder Heroe mit Unterschieden bezüglich der vorhandenen Angriffe und Moves.
Quelle: PC Games
Der Showtime-Spezialangriff stellt euer Ass im Ärmel dar und lässt eure ausgerüstete Persona ein Bombardement entfesseln. Dabei wird das gesamte Schlachtfeld in Mitleidenschaft gezogen.
Einen gänzlich anderen Weg als vergleichbare Warriors-Crossover geht Strikers beim Einsatz der titelgebenden Personas. Diese können wir in Aktion treten lassen, um beispielsweise Schwächen unserer Gegner gezielt anzugreifen. Während wir uns für eine Fähigkeit entscheiden, friert der Rest des Spielgeschehens ein. Vorstellen kann man sich dies in etwa wie beim Final Fantasy 7 Remake. Haben wir den Schwachpunkt eines Gegners getroffen und ihn somit niedergeschlagen, können wir einen mächtigen Angriff ausführen. Zu guter Letzt haben wir nach ausreichend gesammelten Treffern die Möglichkeit des Showtime-Angriffs. Hierbei handelt es sich um einen entfesselten Angriff unserer ausgerüsteten Persona, dem das gesamte Schlachtfeld zum Opfer fällt. Haben wir Glück, lassen die feindlichen Schatten Masken zurück, wodurch wir neue Personas rekrutieren.
Somit gesellen sich zu den im Musou-Stil ablaufenden Kämpfen rundenbasierte Rollenspielelemente und weitere spannende, in den Omega-Force-Titeln noch nicht gesehene Elemente hinzu. Zusätzlich existieren sogenannte Hacking-Kämpfe, bei denen es darum geht, unserem Party-Mitglied Futaba beim Hacken diverser Gerätschaften solange den Rücken freizuhalten, bis sie ihre Arbeit abgeschlossen hat. Die Kämpfe dürften somit genügend Varianz zu bieten haben, um nicht schon nach wenigen Stunden ausgelutscht zu sein.
Den Wurzeln treu geblieben
Quelle: PC Games
Die ikonische Pose unseres Phantomdieb-Anführers ist bei weitem nicht das einzige Element aus Persona 5, das es in Strikers geschafft hat.
Schon beim Starten des Spiels fühlt man sich als Fan des Vorgängers direkt heimisch, denn von seinem einzigartigen Flair hat Persona 5 auch in Strikers (jetzt kaufen 18,90 € ) glücklicherweise nichts eingebüßt. Das gilt nicht nur für die Atmosphäre, sondern zeigt sich auch anhand der vielen übernommenen Mechaniken aus dem Original. So kümmern wir uns auch weiterhin im gruseligen Velvet Room um unsere Personas, die genauso wie gewohnt mit all ihren Skills und sonstigen Eigenschaften daherkommen. Wir stärken sie, fusionieren sie oder opfern sie auch mal, um die neu hinzugekommenen Persona-Punkte zu erhalten. Dank ihnen können wir unserer Personas direkt ein paar Level aufsteigen lassen. Das ist aber noch nicht alles, denn mit Bindungs-Punkten gibt es eine weitere neue Investitionsmöglichkeit.
Die gibt's, wenn wir gemeinsam mit Verbündeten kämpfen, wir wie in Persona 5 in unserer Freizeit etwas mit ihnen unternehmen (spielen durften wir diese Abschnitte noch nicht), oder einfach im Verlauf der Story. Mit diesen Punkten schalten wir Bindungs-Skills frei, die uns zum Beispiel eine höhere Droprate von Items oder bessere Preise im Shop bescheren. Kennt man so ähnlich aus Persona 5, diesmal können wir aus einer Fülle an Verbesserungen aber frei entscheiden, womit wir uns das Leben leichter machen wollen. Nicht mehr dabei sind sichere Speicherräume in den Dungeons, dafür gibt es nun sogenannte Übergänge an jeder zweiten Ecke. Mit ihnen sichern wir zwischendurch den Spielstand oder nutzen sie zur Schnellreise. Außerdem können wir dort den Dungeon jederzeit verlassen, um beispielsweise unsere Heilitems aufzustocken. Anders als im Vorgänger verstreicht in Strikers übrigens keine Zeit, wenn wir einen Dungeon verlassen - wie es im späteren Spielverlauf und abseits der Tempel aussieht, ging, aus der Anspiel-Demo noch nicht hervor.
Was bei Persona 5 Strikers natürlich ein extrem wichtiger Faktor ist, den die Entwickler richtig hinbekommen müssen um die Fans zufriedenzustellen, ist der ikonische Stil des Hauptspiels. Dankenswerterweise wurde hier sehr gute Arbeit abgeliefert. So hat das Interface kein bisschen seiner Coolness eingebüßt und die extrem stimmige Grafik wirkt genauso, wie man es gewohnt ist. Die gekonnte Kombination mit den gelungenen Remixes der Original-Lieder, plus völlig neuer Stücke, sorgt für einen Genuss sowohl für die Augen als auch für die Ohren.
Persona 5 Strikers könnte der Zugang zur Reihe für all diejenigen werden, die aufgrund des ursprünglichen Kampfsystems oder der komplexen sozialen und Zeitmanagement-Komponenten noch nicht auf den Geschmack des JRPG-Epos gekommen sind. Atlus und Omega Force scheinen unseren bisherigen Eindrücken nach einen hervorragenden Job gemacht zu haben, denn Strikers fühlt sich nicht an wie ein Anhängsel, sondern wie ein integraler Bestandteil des Serienuniversums. Das, was wir bisher von der Story sehen durften, scheint ebenso vielversprechend. Somit darf man sich als Liebhaber des Vorgängers definitiv auf Persona 5 Strikers freuen, dank der zahlreichen Gameplay-Ideen sogar dann, wenn man mit Musou sonst nicht viel anzufangen weiß. Wer sich selbst davon überzeugen mag, kann das auf PC, PS4 und Nintendo Switch ab dem 23. Februar tun, beziehungsweise ab dem 19. Februar, sofern man zu den Vorbestellern der digitalen Version zählt.
