Pentiment im Test: Obacht, ein bayerisches RPG-Meisterwerk!
Test
Das großartige Obsidian-RPG Pentiment verwandelt das mittelalterliche Bayern in einen eindrucksvollen Schauplatz voller Intrigen und moralischen Graustufen.
Ob beim Abendessen, bei der Arbeit im Skriptorium oder beim Spaziergang durch den nahegelegenen Wald: Wir haben die Möglichkeit, Andreas und seine Rolle in Tassing massiv zu beeinflussen. Sind wir ein trinkfreudiger und geselliger Partylöwe, den das Schicksal anderer nur wenig interessiert, solange er seine eigenen Ziele und Ambitionen erfüllt? Oder doch ein belesener und intelligenter junger Mann, der an Gerechtigkeit und die große Liebe glaubt? Immer mal wieder steht es uns frei, aus diversen Möglichkeiten eine Eigenschaft für Andreas auszuwählen.
Haben wir etwa Medizin studiert, was uns helfen kann bei einer Autopsie, Verletzungen und einem grundlegenden Verständnis des menschlichen Körpers? Oder sind wir süchtig nach Astrologie und Physik, was offensichtlich auch einen Einfluss auf die frommen Nonnen und Brüder in der Kirche hat. Haben wir ein paar Jahre in Venedig gewohnt, wodurch wir mit der italienischen Sprache und lokalen Berühmtheiten vertraut sind? Oder doch in Paris? Pentiment verzichtet auf Kämpfe, ein Inventar oder ein ausgebautes Skillsystem, hinterlässt dabei aber nie das Gefühl, man wäre in den Möglichkeiten innerhalb des vorgegebenen Charakters beschränkt.
Quelle: PC Games
Pentiment im Test: Obacht, ein bayerisches RPG-Meisterwerk! (2)
Der perfekte visuelle Rahmen: Aufklappen und Eintauchen
Ein weiterer Faktor, der den Blick in Andreas' Leben so einzigartig macht, ist die visuelle Präsentation: Die handgezeichneten Umgebungen und Details sowie das virtuelle Buchformat geben der Geschichte, die auch mit viel Detailliebe zum Buchdruck und der Schriftkunst versehen ist, einen perfekten visuellen Rahmen.
Begeben wir uns etwa in einen neuen Raum oder ein neues Areal innerhalb der Stadt, so zoomt die Kamera aus der Szenerie und eine neue Buchseite mit neuer Umgebung wird aufgeblättert. Ebenso gibt es in unserem Menü die Möglichkeit, im Tagebuch von Andreas unsere Aufgaben nachzuschlagen oder über spezielle Begriffe, Personen oder Orte zu lesen.
Fällt etwa ein neues Wort, das uns unbekannt sein könnte, so wird das während der Gespräche rot markiert - wie bei einem Lektorat. Es gibt keine Vertonung, wodurch viel gelesen werden muss, das wird aber ebenso visuell aufgehübscht. Etwa mit unterschiedlichen Schriften oder Fehlern, die erst im Nachhinein korrigiert werden.
