Verlaufen, scheitern, neu beginnen - Wie Peak das Gefühl völliger Orientierungslosigkeit zum Spielprinzip macht und dabei nicht frustriert!
Verlaufen macht Spaß!
Heutzutage wollen Spiele vor allem eines - uns nicht verlieren. Vor allem nicht unsere Aufmerksamkeit, was sich darin zeigt, dass wir ständig für gefühlt jeden Schritt, den wir in einem Spiel machen, belohnt werden (beispielsweise durch Erfahrungspunkte). Nichts soll dem Spieler das Gefühl von "Das habe ich jetzt umsonst gemacht" geben.
Quelle: Steam
Aber genau hier unterscheidet sich Peak von seiner Konkurrenz und macht das "Verlaufen" auf charmante Art und Weise zu einer gut funktionierenden Spielmechanik, die in anderen Spielen so nicht klappen würde. In einem Assassin's Creed wäre es eine Zumutung, den Spieler auf die offene Welt loszulassen, damit er völlig auf sich allein gestellt die etlichen Landmarken abgrast und einsammelt.
Selbst mit diesen Wegpunkten in einem völlig durchstrukturierten System wirken Open-World-Spiele nicht selten ziemlich reizüberflutend. Solche Spiele setzen zwar auch auf Erkundung - aber nicht auf so eine entschleunigende Weise wie Peak.
Vertraue dir selbst
In Peak ist es für die Spielerfahrung wichtiger als alles andere, sich mit seiner Umgebung zu befassen, seiner Intuition nachzugehen und sich auch mit Unsicherheiten zu beschäftigen. Ist diese Route die richtige? Schaffe ich den Sprung? Kann ich die Beere essen oder ist sie giftig? All diese Fragen bekommt man nur durch Ausprobieren beantwortet - und selbst wenn die Konsequenzen mal negativ ausfallen, wird es nicht frustrierend.
Man lernt dazu und entwickelt immer mehr ein Gefühl dafür, sich besser in dieser orientierungslosen Welt zurechtzufinden - immer mit dem Ziel, die Bergspitze zu erreichen. Obwohl das Spiel ganz klar auf Multiplayer ausgelegt ist, hat es auch im Singleplayer seinen Reiz. Hier spielen das Verlaufen und Entdecken noch eine viel größere Rolle.
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Während man sich im Team zumindest noch etwas absprechen und mehrere Routen gleichzeitig ausprobieren kann, hat man diesen Luxus im Alleingang natürlich nicht. Trotzdem funktioniert es - und macht ebenso Spaß. Die Erfahrung im Singleplayer ist noch einmal eine ganz eigene, weil man hier nur sich und die Spielwelt hat, ohne in seinen Entscheidungen von anderen beeinflusst zu werden.
Bildergalerie
Peak ist kein Spiel, das uns permanent belohnt, um uns zu motivieren. Aber das hat es auch gar nicht nötig. Vielmehr bietet es einen Raum, der uns einfach machen lässt, weil es uns zutraut, selbst einen Weg zum Ziel zu finden. Wir werden dazu gebracht, auf das eigene Gespür zu vertrauen und daran erinnert, dass Orientierung nicht nur von Karten oder Wegweisern abhängig ist. Der Weg ist das Ziel - und so käsig dieses Sprichwort auch ist, trifft es damit bei Peak den Nagel auf den Kopf.
