Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, muss Pathologic nicht spielen. Mehr als Labern gibt's nicht zu tun.
Pathologic sieht auf den ersten Blick aus wie ein Ego-Shooter, spielt sich aber wie ein Rollenspiel -- wie ein extrem simples Rollenspiel. Mit einem von zwei Charakteren landen Sie in einem Städtchen irgendwo im Nirgendwo. Die Ausgangslage ist denkbar schlecht, ein tödliches Virus ausgebrochen, eine Heilung nicht in Sicht. Aber vielleicht können Sie ja helfen ... wenn Sie denn wirklich wollen. In erster Linie lassen Sie sich von den Stadtbewohnern nämlich eine Frikadelle nach der anderen ans Ohr labern. Wie die Geschichte weitergeht, hängt von der Charakterwahl ab.
Labertasche
Die ausufernden Dialoge sind vollgestopft mit kryptischen Andeutungen, die Sie in zahlreichen Aufträgen entwirren sollen. Die Quests schicken Sie hin und wieder zwar nur zum nächsten Gesprächspartner, oftmals gibt es aber auch kleinere Aufgaben zu erledigen. Sie müssen sich etwa Zugang zu einem bewachten Gebäude verschaffen oder in der Einöde rund um die Stadt einen Kontaktmann ausfindig machen. Damit Sie sich dabei nicht verlaufen, werden wichtige Orte auf einer Übersichtskarte markiert.
Weder Fisch noch Fleisch
Belohnungen für das Erledigen der Quests sind eher Ausnahme als Regel. Das wäre bei einem freien Spielablauf zu verschmerzen, den gaukelt Pathologic aber nur vor. Ja, Sie können in so ziemlich jedes Haus einbrechen, böse sein und arglose Passanten niederknüppeln -- allerdings sinkt dabei Ihr Ruf. Irgendwann will Ihnen jeder Bewohner ans Leder, ein Weiterkommen in der Geschichte ist fast unmöglich. Also sind Sie nett, spenden Blut, helfen Kindern. Wenn Sie der gute Samariter sind, geht's problemlos weiter.
Inszeniert ist das alles mehr schlecht als recht. Charaktere zuckeln leidlich animiert durch die grob texturierte Stadt. Die meisten der für die Geschichte unwichtigen Häuser sind bestenfalls spärlich animiert. Das mag zum Endzeit-Flair passen, Atmosphäre kommt dabei allerdings nicht auf.
David Bergmann
