Park Beyond im Test: Ein holpriges Bauvergnügen

Test Andreas Altenheimer Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid 26,99 €
Park Beyond im Test: Ein holpriges Bauvergnügen
Quelle: Limbic Entertainment/Medienagentur plassma

Mit Park Beyond könnt ihr euch nicht nur die Anreise zum Freizeitpark sparen, sondern bestimmen, wie verschwurbelt die Achterbahnen sein sollen. Unser Test!

Ein paar Statistikbildschirme gewähren euch den nötigen Überblick über den Gemütszustand der Besucher und eben auch eure Finanzen. Der Aufbau der Statistiken ist schön übersichtlich, weshalb selbst "Zahlenphobiker" halbwegs mit ihnen zurechtkommen sollten. Ebenfalls wichtig: Je erfolgreicher euer Park ist, desto höher ist seine Attraktivität. Diese wiederum bestimmt eure Parkstufe und gewährt euch Zugang zu Sofias Labor, um weitere Attraktionen freizuschalten. So gewährleistet das Spiel, dass ihr nicht gleich zu Beginn die tollsten Fahrgeschäfte aufstellen könnt und euch stattdessen Stück für Stück hocharbeiten müsst.

Fehlerteufel

Park Beyond möchte jedenfalls mehr als eine knochentrockene Simulation sein und bietet euch deshalb an, euren Park aus der Sicht eines beliebigen Besuchers zu erleben. Die Idee klingt auf den ersten Blick verlockend, weil die Attraktionen bereits aus der Ferne mit ihren aufwendigen Animationen glänzen. Doch leider stoßt ihr spätestens beim Wechsel in die Ego-Perspektive auf den größten Makel des Spiels: Es ist alles andere als bugfrei.

So sind uns zahlreiche Grafik-Glitches aufgefallen, wie beispielsweise aufflackernde Polygone oder sich ruckartig drehende Besucher, obwohl sie nur dem kurvigen Verlauf eines Weges folgen. Gelegentlich stecken Gebäudeteile in der Landschaft, wir konnten keine Torbögen zentral auf einem Weg platzieren und zusammengesteckte Pfade, die eigentlich nahtlos ineinander übergehen müssten, offenbaren unschöne Lücken.

Könnte man diese optischen Mängel noch mit einem Achselzucken ignorieren, so weiten sich die technischen Sorgen bedauerlicherweise auch auf den Spielinhalt aus.

Dies zeigen zum einen zahlreiche negative User-Reviews, die seit Release in regelmäßigen Abständen auf Steam erscheinen, und zum anderen unsere eigenen Erfahrungen, die wie folgt aussahen: Nach dem Laden eines Speicherstandes reduzierte sich plötzlich die Anzahl der Besucher, weil sich der Eintrittspreis wie von Geisterhand erhöht hatte.

EIne Fahrt auf einer Achterbahn aus der Ego-Perspektive Quelle: Limbic Entertainment/Medienagentur plassma Während des Testlaufs einer neuen Achterbahn registrierte das Spiel mitunter Tausende Kollisionen, obwohl rein optisch keine zu sehen waren. Beim Bau einer anderen Bahn weigerte sich das Spiel an einer Stelle, zwei ganz normale Schienenstücke korrekt miteinander zu verknüpfen und lies nur abenteuerlich spitze Winkel zu.

Und dreimal stürzte unser Spiel gar sang- und klanglos ab - wohlgemerkt ist dies alles nach dem offiziellen Release passiert, der am 15. Juni stattgefunden hat.

Manche Fehler lassen sich im übrigen auch leicht reproduzieren: So haben wir den Hinweis eines Steam-Users überprüft, der seine Gebäude farblich individuell gestalten wollte. Und tatsächlich werden diese Einstellungen schlicht und ergreifend nicht gespeichert, weshalb man sie nach jedem Ladevorgang erneut vornehmen muss.

Attraktive Attraktionen

All das ist umso bedauerlicher, weil Park Beyond ein wirklich schönes Spiel ist. Die Attraktionen machen bereits als Standbild einiges her und fühlen sich in Bewegung richtig lebendig und spaßig an. Während die Parkbesucher etwas steif und puppenartig wirken, strahlt euer Park voller leuchtender Farben und Lebensfreude.

Allein deshalb sollte die Ego-Ansicht ein willkommenes Feature sein, weil man so den Charme und die Atmosphäre der Attraktionen noch besser spüren könnte. Nur wird dieser Ansatz durch die eben erwähnten Bugs regelrecht kaputt gemacht.

Eine positive Überraschung erwartet die Fans von Videospielmusik, denn Park Beyond dürfte einen der besten Soundtracks haben, den wir je in einer Aufbausimulation gehört haben. Kein Wunder: Einer der beiden verantwortlichen Künstler ist Olivier Deriviere, der seit geraumer Zeit dank der Soundtracks zu Spielen wie Remember Me (2013), Get Even (2017) und A Plague Tale: Innocence (2019) zu den besten Komponisten seiner Generation zählt.

Besonders einprägsam ist das Titelthema "Life is Fun", das mit seiner Mischung aus realen Instrumenten, pulsierenden Synthie-Tönen und fröhlich trällernden Kinderstimmen für die perfekte Einstiegsstimmung sorgt.

Park Beyond gibt es in mehreren Ausführungen zu kaufen: Ihr könnt euch auf die normale Vollversion beschränken, die euch je nach System 50 bis 60 Euro kostet. Wer zusätzlich 30 Euro investiert, der kann sich gleich den Season Pass mit drei noch folgenden DLCs sichern.

In die Kategorie "besonders mutig" gehört die Idee von Publisher Bandai Namco Entertainment, für knapp 120 Euro eine sogenannte "Impossified Edition" anzubieten.

Darin enthalten sind neben Spiel und Season Pass eine Tischfigur, ein paar Sticker, mehrere Postkarten, ein Poster und der Soundtrack auf CD. So cool die Inhalte auch sein mögen, so fraglich ist es, ob jemand derart viel Geld für einen Themenparksimulator ausgeben möchte.

Wertung zu Park Beyond (PC)

Wertung:

6.0 /10
Fazit

Park Beyond könnte so gut sein. Die zahlreichen Bugs, die hoffentlich nach und nach ausgebügelt werden, halten es aber stark zurück.

Park Beyond ist seit dem 15. Juni 2023 erhältlich. Erschienen ist die Freizeitpark-Simulation für den PC, die Playstation 5 und Xbox Series X beziehungsweise Xbox Series S. Eine Umsetzung des Titels für die Nintendo Switch ist den bisherigen Informationen nach leider offenbar nicht geplant.

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