Folgt den Urinstinkten - Darum sind Survival-Games so großartig!
Kolumne
Fressen oder gefressen werden, Leben oder Überleben - Survival-Games überlassen uns die Geschichte. Wir entscheiden, wer wir sind und wo die Reise hingeht. Ein Genre, das zum Entdecken einlädt.
Jäger und Sammler - Arbeitsteilung in Minecraft
Wenn ich hier schon über Survival-Spiele rede, darf eines natürlich nicht fehlen: Minecraft. Immer mal wieder kommt bei mir im Freundeskreis diese 2-Wochen-Minecraft-Phase hoch, doch eine Sache ist seit Jahren gleich: Ich bin nicht der kreative Typ, ich bin der Abenteurer! Das ist doch so wunderbar an dem Block-Spiel. Man kann das machen, wonach einem gerade der Sinn steht. Die Kreativ-Köpfe bauen umwerfende Prachtgebäude, Ingenieure tüfteln mit Redstone herum und Überlebenskünstler gehen raus auf die Pirsch.
Quelle: PCGH
Holz abbauen und das erste, rudimentäre Werkzeug craften. Rasant geht's weiter: Steine abbauen, Ofen anfeuern, Eisen hineinwerfen und auf Jagd nach Diamanten gehen. Meine kleine Behausung war da immer eher nebensächlich. Viel wichtiger ist es mir mittlerweile, im Spiel neben einem Dorf zu wohnen, um die Dorfbewohner fleißig abzuzocken oder für mich arbeiten zu lassen.
Ich bin derweil in tiefen Höhlen unterwegs, suche mir meine Wege durch den Nether oder entdecke prächtige Landschaften. Dabei habe ich meist einen Podcast auf den Ohren oder irgendeine Dokumentation über den tschechoslowakischen Wolfshund läuft auf dem zweiten Bildschirm. Das sind meine Momente, um richtig abzuschalten.
Keine Quest sitzt mir im Nacken, die unbedingt erfüllt werden muss. Ich bestimme selbst, wo die Reise hingehen soll. Und wenn ich keine Lust mehr habe, dann reicht's auch wieder und ich nehme mir die nächste Aufgabe vor - genug zu tun ist schließlich immer. Mal möchte ich die Welt erkunden, mal die ganze Nacht Zombies schlachten und ein anderes Mal wiederum auf die Suche nach den seltensten Rohstoffen gehen. Das ist MEIN Survival-Training, in dem ich auf mich allein gestellt bin und diese Me-Time genieße ich.
Weniger ist manchmal mehr
Das ist der Grund, weshalb ich meine Survival-Spiele auch eher rudimentär mag. Nahrung und Wasserhaushalt, Ausdauer, Lebensleiste, Tragekapazitäten, Verletzungen und Wetterbedingungen sind für mich genug Elemente, die ich dauernd beachten muss.
Quelle: Gamespires, Devolver DIgital, Croteam
Das Spiel SCUM mag womöglich die perfekte Überlebenssimulation sein, für mich hört da aber einfach der Spaß auf. Plötzlich werde ich dort mit Fragen nach meiner Blutgruppe, der Anzahl meiner Zähne oder den Nährwerten, die ich zu mir nehme, konfrontiert. Wie soll ich denn mit solchen Statistiken klarkommen, wenn ich es gerade einmal packe, meine Ernährung im echten Leben zu wuppen?
So etwas mag für Fans von Statistiken oder Zuschauer von Fritz Meinecke ein Traum sein, in mir löst das nur Panik aus. So ein bisschen Quatsch muss auch sein. Und von mir aus auch sogar ein bisschen mehr. In diesem Jahr erschien ein Spiel im Early Access, das mich genau deshalb mehr packte, als ich es zunächst erwartete.
