Oxenfree 2: Lost Signals - In der Preview auf den Spuren rätselhafter Radiosignale
Special
Das preisgekrönte, storylastige Adventure Oxenfree bekommt eine Fortsetzung - wir haben uns den Mystery-Thriller Oxenfree 2: Lost Signals im Rahmen eines digitalen Events angesehen und verraten, was euch im zweiten Teil erwartet.
Oxenfree (hier lest ihr unseren Test des Erstlings) ist ein sperriger Name, dessen Bedeutung für den deutschen Otto-Normal-Spieler vermutlich nicht ohne Weiteres verständlich sein dürfte. Tatsächlich basiert der Titel des Spiels auf dem Ausdruck "olly olly oxen free", der bei Kinderspielen wie Verstecken Verwendung findet. Seine Herkunft ist unbekannt. Mysteriös! Damit passt er tatsächlich ziemlich gut zum Spiel, denn Oxenfree und auch Oxenfree 2: Lost Signals sind im Mystery-Bereich angesiedelt und konfrontieren euch unter anderem mit übernatürlichen Geschehnissen in einer amerikanischen Kleinstadt. Die Oxenfree-Macher Night School Studio wurden von Netflix gekauft, um dort die Gaming-Sparte des Streaming-Dienstes auszubauen, wie das Team im September auf ihrer Webseite offiziell bekannt gab.
Auf dieser Seite
Riley gets spooked
Im Vorgänger wart ihr mit einer Bande Teenies unterwegs, dieser Cast wird für die Fortsetzung allerdings nicht erneut rekrutiert. Die Protagonisten in Lost Signals sind älter, allen voran Heldin Riley Poverly, eine Umweltforscherin, die in ihre alte Heimat Camena zurückkehrt. Dort möchte sie dem Ursprung geheimnisvoller Radiosignale auf den Grund gehen und stellt bald fest, dass es auf der kleinen Edwards-Insel in der Nähe des Städtchens vor übernatürlichen Geistergeschichten nur so wimmelt. Insofern dürfte der Plot also dem des ersten Teils ähneln, nur mit einer anderen Charakterriege und Verbesserungen in einigen Bereichen des Spiels. Kurz gesagt: Wenn euch Oxenfree gefallen hat, stehen die Chancen sehr gut, dass auch Oxenfree 2 genau euren Geschmack trifft.
Lasse redn
Für alle, die mit dem Erstling bislang nichts zu tun hatten, müssen wir etwas weiter ausholen. Sowohl Oxenfree als auch Oxenfree 2 zeichnen sich aus durch die ungewöhnliche 2,5-D-Perspektive mit weit herausgezoomter Kamera. Ihr seht eure Figuren meist nur aus großer Entfernung auf dem Bildschirm, sodass sie wie Strichmännchen wirken. Das ist ungewohnt und erschwert es, ihnen nahezukommen - die Mimik etwa ist nicht erkennbar. Die visuelle Distanz aber wird konterkariert vom Dialogsystem, sodass dennoch Intimität entsteht.
Quelle: Night School Studio
In den gezeigten Szenen unterhielten sich Riley und Jacob. Wir entscheiden, ob und wie Riley das Gespräch am Laufen hält.
So wird Riley in den Spielszenen, die wir zu Gesicht bekamen, von ihrem alten Schulfreund Jacob begleitet, und die beiden haben sich viel zu erzählen. Das Duo unternimmt einen Ausflug, um den merkwürdigen Radiosignalen auf den Grund zu gehen. Während der Unterhaltungen greift der Spieler selbst immer wieder ins Gespräch ein, indem er sich für diverse Antwortmöglichkeiten entscheidet, dem Partner ins Wort fällt oder auch mal einfach nichts erwidert. Selbst, wenn Jacob gerade schweigt, ist Kommunikation allgegenwärtig. Mit den Walkie-Talkies nämlich empfängt Riley diverse Funksprüche, auf die sie antworten kann oder auch nicht. Im vorgespielten Abschnitt etwa kommt auf einmal eine Durchsage von einem Hobbyfunker rein, der die beiden bittet, bei einer verlassenen Fischerhütte in der Nähe nach einem Rucksack zu suchen. In der Demo willigten Riley und Jacob ein, die Folge: Der Rucksackbesitzer zeigt sich per Durchsage dankbar und verspricht, den beiden mit seiner Kenntnis der Umgebung zu helfen. Erforderlich war der kurze Abstecher in die Fischerhütte nicht, wie das Verhältnis der Figuren zueinander am Ende aussieht, bestimmt man als Spieler also weitestgehend selbst und das wirkt sich natürlich auch auf die möglichen Finalszenarios des Abenteuers aus. Einige Charaktere lernt man nur über das Funkgerät kennen, anderen trifft man in der Spielwelt Camena.
Walking und Talking
Oxenfree 2 ist kein allzu rätsellastiges Adventure, auch wenn die Interaktivität im Vergleich zum Vorgänger erweitert wurde. Beim Erkunden der Wildnis etwa entscheiden sich Riley und Jacob zwischen unterschiedlichen Wegen. Mit etwas Pech entpuppt sich eine vermeintliche Abkürzung als fiese Stolperfalle und kostet am Ende mehr Zeit - auch solche Umwege können Einfluss haben auf den Ausgang des Mystery-Thrillers. Später stößt das Paar während einer Höhlenexkursion in einer verlassenen Mine auf ein scheinbar unüberwindbares Hindernis: Ein stillgelegter Aufzug verwandelt die Route in eine Sackgasse. Hier kommt ein übernatürliches Hilfsmittel ins Spiel! Riley kann an bestimmten Stellen ein Portal öffnen und so die Umgebung in einer anderen Zeit erkunden. In diesem Falle etwa Jahre, bevor die Schächte stillgelegt wurden und der Aufzug noch funktionierte. Durch den Fokus auf die Dialoge und den Verzicht auf komplexe Puzzle - so zumindest der Eindruck nach der Demonstration - ist Oxenfree 2: Lost Signals einem typischen Walking Simulator näher als einem Adventure der alten Schule.
Quelle: Night School Studio
Für kurze Zeit kann Riley die geöffneten Portale betreten. Auf diese Weise eröffnen sich neue Wege und Möglichkeiten.
Damit Spieler auch hierzulande trotz der zahlreichen Gespräche Schritt halten können, sind deutsche Texte geplant. Die Vertonung wird aber auch im zweiten Teil nur auf Englisch vorliegen. Um diese abschließend zu beurteilen ist es noch zu früh, in den gezeigten Szenen wirkte der Tonfall der beiden Figuren auch in brenzligen Momente recht distanziert und abgeklärt. Eventuell aber wird sich das im Verlauf des Abenteuers ändern, denn nimmt man den Vorgänger als Maßstab, dürfen Spieler mit Schockmomenten, mitreißenden Szenen und einer gut geschriebenen Story rechnen. Einen kurzen Gruselmoment bekamen wir in der Demo jedenfalls bereits zu Gesicht.
Bildergalerie
Oxenfree 2: Lost Signals erscheint 2022 für PS4, PS5, auf PC über Steam und den Epic Games Store und auf Nintendo Switch.
