Overkill's The Walking Dead in der E3-Vorschau: Selbst gespielt, aber vom Team im Stich gelassen
Special
Nach etlichen Verschiebungen wird der Koop-Survival-Shooter mit der mächtigen Lizenz namens Overkill's The Walking Dead endlich am 8. November diesen Jahres erscheinen. Auf der E3 2018 in Los Angeles konnten wir den Titel zum ersten mal selbst anzocken und mochten das Gameplay sofort, hätten unsere Mitspieler aber gerne an eine Horde echter Walker verfüttert.
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Die Zuschauerzahlen der TV-Serie The Walking Dead mögen zurückgehen und sich auch allgemein eine gewisse Zombie-Müdigkeit einstellen, doch die Marke des ursprünglich von Robert Kirkman erschaffenen Comics ist immer noch richtig groß und es stehen auch weiterhin genug Leute auf Untote in Spielen. Zudem gibt es kein gutes Action-Spiel zu diesem Franchise, das zu einem großen Teil aus Splatter und Action besteht. Dementsprechend sehnlich wünschen sich die Fans auch schon seit längerer Zeit den Koop-Multiplayer-Shooter Overkill's The Walking Dead herbei, in dem ihr als Vierer-Team gegen die untoten Horden antretet. Nach langer Wartezeit erscheint der Titel endlich am 8. November und wir durften ihn auf der E3 2018 in Los Angeles erstmals anspielen. Dabei hatten wir gemischte Gefühle, was allerdings nicht am Spiel lag.
Teamwork aus der Hölle
Als wir zu unserem Termin bei 505 Games erscheinen, werden wir in ein Team mit drei internationalen Medienvertretern gesteckt, die wir vorher noch nie gesehen haben und bekommen von zwei Starbreeze-Entwicklern eine kurze Einführung zum Spiel. Man erklärt uns zunächst, dass wir zwischen vier verschiedenen Klassen wählen dürfen. Wir sollen uns für den Nahkämpfer, den Sniper, die Schleichexpertin mit Armbrust oder die Sanitäterin entscheiden. Wir nehmen in der E3-Demo die Armbrustschützin, worauf uns gesagt wird, dass wir auch eine Rauchgranate besitzen, um die Zombies zu verwirren und am besten die Vorhut bilden sollten, die unerkannt den Weg frei macht. Alles klar. Jeder bekommt die Einführung für seine Klasse und uns allen wird gesagt, dass Lärm ein großer Faktor im Spiel ist. Man legt uns ans Herz, leise und vorsichtig vorzugehen, uns über den Voice Chat abzusprechen und stets zusammenzuarbeiten. Nun startet man die Demo und wiederholt die Worte: "Leise und Teamwork".
Unser Team startet etwas versteckt auf einer Straße. Unser Ziel ist es, gewisse Materialien in einem kleinen Städtchen zu sammeln. Vor uns auf der Hauptstraße wimmelt es nur so vor Zombies. Es wäre blanker Selbstmord, einfach dort durchzugehen. Doch wir entdecken vor der Zombie-Ansammlung eine kleine Seitengasse, in der wohl gerade keine oder nur vereinzelte Beißer umherstreifen. Diese Beobachtungen machen wir innerhalb einer Sekunde. Nicht, weil wir so scharfe Adleraugen haben oder so viel Multiplayer-Skill besitzen (ganz bestimmt nicht der Autor dieser Zeilen!), sondern weil sie offensichtlich sind.
Wir wollen uns also gerade die Ansage machen, dass wir uns vorsichtig aus der Deckung bewegen, um das Team in die Gasse zu führen und die paar Zombies auf dem Weg heimlich mit unserer Armbrust auszuschalten, da wirft ein Kollege schon eine Granate in die Menge, ein anderer rotzt mit seinem MG auf die Untoten und Nummer 3 stürmt mit seiner Nahkampfwaffe mitten ins Getümmel. Offenbar wurde unseren Mitspielern schon vor dem Termin das Hirn von einem Zombie herausgelutscht.
Quelle: Overkill SOftware
Overkill's The Walking Dead in der E3-Vorschau: Vom Team im Stich gelassen (6)
Die Zombie-Meute kommt nun von der Straße auf uns zu und auch die Untoten in den Seitengassen haben den Krach gehört und schlurfen heran. Nun stürmen unsere Teamkameraden in eine Seitenstraße, wo wir in der Falle sitzen. "I'm down!" schreit der Erste - sie wissen also doch, wie man ein Headset benutzt. Während die beiden anderen sich darum einen feuchten Dreck scheren, schießen wir den über unserem Kameraden hockenden Untoten Bolzen in die modrigen Schädel. Insgesamt kann er eine Minute überleben - so viel Zeit haben wir, um zu ihm zu gelangen und ihn zu heilen.
Als im nahen Umkreis erstmal keine Beißer mehr sind, beleben wir ihn wieder und werden nun selbst von einem Zombie angefallen. Da wir beim Kampf um unseren Teamkollegen schon ein paar Kratzer abbekommen haben, gehen nun wir zu Boden. Statt nun uns zu helfen, haut der wiederbelebte dem Zombie, der uns zu Boden brachte eins auf die Mütze, schaut uns an und rennt dann weg zu den beiden anderen Haudraufs, von denen auch gerade einer zu Boden geht und dem nicht geholfen wird. Unsere Bemerkung, dass man uns doch bitte wiederbeleben solle, da gerade kein Zombie in der Nähe ist, wird übergangen. Da kommt doch Freude auf.
Vier Freunde müsst ihr sein
Schlussendlich beißen wir und auch der andere verwundete ins Gras und wir müssen ganze zwei Minuten zuschauen bis wir wieder bei unseren "Teamkameraden" spawnen dürfen. Die Starbreeze-Entwickler sagen uns, dass dies extra so lange dauere, um das Teamwork zu fördern und die Überlebenden in dieser Zeit stärker unter Druck zu setzen. Das kann sicherlich stimmungsvoll und spannend sein, da wir aber gerade innerlich kochen und uns überlegen, ob wir wohl der Messe verwiesen werden, wenn wir unseren Teamkameraden die Zähne in den Hals treten, ist die lange Wartezeit unserer Laune nicht gerade zuträglich.
Als wir endlich wieder mitspielen dürfen, befinden wir uns in einem verlassenen Haus. Die beiden Kollegen haben es tatsächlich irgendwie geschafft, kurzzeitig der Zombiehorde zu entkommen. Einer von ihnen wirft nun im Sekundentakt Munition durch die Gegend, weil er nicht versteht,
Quelle: Overkill SOftware
Overkill's The Walking Dead in der E3-Vorschau: Vom Team im Stich gelassen (12)
dass er mit seiner Support-Eigenschaft auch nützlich spielen könnte. Nun gut, sammeln wir die Muni für unsere schallgedämpfte Pistole doch mal ein, denn mit diesem Team ist es früher oder später sehr wahrscheinlich, dass wir gefühlt eine Milliarde Zombies auf den Fersen haben. Allerdings werden wir jetzt vom Kugelsprinkler sehr vehement darauf aufmerksam gemacht, dass wir seine Munition klauen würden. Jetzt sind wir endgültig in Bizarro-World angekommen.
Diesmal ignorieren wir das Gesagte und bewegen uns langsam aus der Tür hinaus. Wir wollen schließlich das Ziel der Demo-Mission erfüllen. Ein paar Meter vor uns taumeln zwei Beißer umher. Wir zielen mit unserer Armbrust, schießen, verfehlen aber knapp den Kopf. Mist. Wir legen erneut an, haben den modrigen Schädel genau im Visier und plötzlich erschüttert ein Knall die Gasse, denn ein Teamkamerad hat dem Untoten mit der Shotgun in den Bauch geballert. Nun kommen auch die beiden anderen und veranstalten ein ähnliches Spektakel, woraufhin mal wieder aus allen Richtungen Beißer angewankt kommen.
Wir und unser Kollege, der vor ein paar Minuten ebenfalls zum Sterben zurückgelassen wurde, werden in eine kleine Garage gedrängt und stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Erst verschießen wir die Bolzen unserer Armbrust, als diese verschossen sind, greifen wir zur Pistole. Gut, dass wir der Intelligenzbestie vorhin die Munition "geklaut" haben, denn unser Freund in der Garage hat schon keine mehr und ist auf seine Nahkampfwaffe angewiesen. Mehrere Zombies fallen ihn schließlich an, die wir mit ein paar Kopfschüssen von ihm lösen. Dabei übersehen wir jedoch zwei Gegner, die uns nun von links überraschen und zu Boden bringen. Statt uns zu helfen, nutzt unser Teamkamerad die entstandene Lücke und rennt aus der Garage zu den anderen beiden, die gerade fast von Zombies überrannt werden.
Wir sterben also erneut. Diesmal sind es jedoch drei Minuten, die wir bis zum Respawn zuschauen dürfen. Was für ein Spaß! Nach und nach fallen auch zwei weitere Teamkameraden, doch bevor wir wieder zocken dürfen, wird uns von den Entwicklern gesagt, dass unsere Zeit mit der Demo nun abgelaufen ist. Keine einzige benötigte Ressource für den Abschluss der Mission wurde von unserem Team gesammelt. Ein Erfolg für die Ewigkeit! Wir packen schnell unsere Sachen und verschwinden, bevor wir drei Morde begehen und ärgern uns, dass wir Overkill's The Walking Dead nicht so erleben konnten, wie es gedacht ist, da die angedachten Features ja anscheinend funktionieren. Eine Aussage können wir aber auf jeden Fall treffen: Wenn der Titel erscheint, zockt ihn am besten nur mit einem richtigen Team bestehend aus Freunden und nicht mit zufälligen Mitspielern. Und solltet ihr doch mit einem zusammengewürfelten Trupp an den Start gehen wollen, fragt lieber besser vorher, ob die Mitspieler zufällig Teil der französischen oder spanischen Spielepresse sind.
