Overcooked 2 im Test: Die beste Zutat für eure Party - verbrüht euch nicht die Finger, hier kochen die Emotionen hoch
Test 20,69 €
Kinder, zu Tisch! Overcooked 2 kommt frisch für Switch, PC, Xbox One und PS4 aus dem Ofen. Beim Umfang war allerdings Schmalhans Küchenchef! Der Test verrät, wie uns Overcooked 2 geschmeckt hat.
Zu viele Köche verderben den Brei? Der Mehrspieler-Partyhit Overcooked ist der Phantasie von nur zwei Entwicklern entsprungen, Phil Duncan and Oli De-Vine. Gemeinsam sorgten sie 2016 mit Overcooked für erhitzte Gerichte und Gemüter: Selten kochen die Emotionen so hoch wie bei der Erkenntnis, dass das gegnerische Team gerade alle Pfannen geklaut hat oder im kooperativen Modus ein Glied der Küchenkette versagt, sodass eine Bestellung nicht rechtzeitig an den Gast geht. Beweisstück A: Unser Let's Play zu Overcooked. In dieser Hinsicht hat sich in Overcooked 2 (jetzt kaufen 82,20 € / 20,69 € ) nichts geändert. Ob selige Gemeinschaftsküche oder diabolische Küchenschlacht, Overcooked 2 ist ein Spaßgarant für zwei bis vier Freunde. Allerdings schöpft das Duo Ghost Town Games auch in der Fortsetzung das Potential nicht voll aus.
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Die Vorspeise
Um das Zwiebelreich vor der Unbroten-Bedrohung (ja, das sind Zombie-Brote) zu retten, müsst ihr die Welt erkunden und neue Rezepte in immer komplexeren Küchen erlernen. Ist doch klar, nur ein echter Küchenmeister kann den Hunger der Unbroten stillen! In sechs Welten warten jeweils sechs Küchen mit unterschiedlichen Schwierigkeiten auf euch, bei besonders guten Leistungen schaltet ihr die acht geheimen Levels frei, die noch ein bisschen anspruchsvoller sind.
Euer Ergebnis wird mit Sternen bewertet. Ambitionierte Naturen streben natürlich die Höchstwertung von drei Sternen in jedem Level an! Habt ihr den ersten Teil gespielt, ein Händchen für Multitasking und effiziente Kommunikation, schließt ihr die Story mit Bestwertung in jedem Level locker an einem Abend ab. Dieser magere Umfang vermag den Hunger nach mehr Küchenchaos nicht zu stillen, und im Versus-Modus warten bloß fünf Level auf konkurrierende Teams. Zwar sind die meisten Maps toll gestaltet und sorgen mit verrückten Mechaniken dafür, dass das Kochen nie zu einfach abläuft, aber da wäre mehr drin gewesen. Immerhin besteht eine gewisse Langzeitmotivation, wenn man immer bessere Highscores anstrebt und die Abläufe optimiert, die Levels machen auch nach dem dritten und vierten Anlauf noch Spaß.
Der Hauptgang
Die Ausgangssituation ist stets gleich: Ihr steht in einer Küche, und die Gäste haben Hunger! Oben links kommen die Bestellungen rein. Um ein Gericht fertig zu stellen, müsst ihr unterschiedliche Arbeitsschritte absolvieren. Ganz einfach ist Sashimi: Garnele oder Fisch aus der Vorratstruhe nehmen, hacken, auf einem Teller drapieren und rausschicken. Später wird's deutlich komplizierter. Mischt Mehl, Ei, Honig (vorher hacken!) und Schokolade (auch vorher hacken!) in der Küchenmaschine, dann kommt der Teig in den Ofen, dann auf den Teller und dann zum Gast. Und vergesst nicht, die Teller zu spülen, niemand möchte seine Bestellung vom Tischtuch essen.
Es ist ständig zu viel zu tun und nur mit Absprache läuft es in der Küche reibungslos. Je schneller ihr beim Brutzeln seid, desto mehr Trinkgeld bekommt ihr; trödelt ihr, hagelt es Strafpunkte. Und wenn alleine die Kooperation nicht schon anspruchsvoll genug wäre, erschweren die von sadistischen Architekten gestalteten Küchen den Workflow. Werkelt etwa in einem Heißluftballon, dessen Gasbrenner ständig kleine Feuer legt, oder verköstigt die Angestellten einer Zauberakademie, in deren Küche sich Treppen verschieben und ihr durch Portale die Ebenen wechselt.
Quelle: PC Games
Über den Wolken kämpft ihr wie immer gegen das Zeitlimit, aber auch gegen die Flammen, die aus dem Gasbrenner züngeln.
Kenner von Overcooked haben es schon bemerkt: Das Spielprinzip entspricht komplett dem des Vorgängers, hinzugekommen sind neue Rezepte (Sushi, Pfannkuchen, Kuchen, Nudeln mit Ragout, gedünstete Speisen) und die Möglichkeit, rohe Zutaten zu werfen. Mit etwas Zielwasser intus schmeißt ihr Reis gleich in den Kochtopf und Pommes gleich in die Fritteuse und spart euch so Laufwege. Einige Levels forcieren die Mechanik und trennen die Mitspieler räumlich voneinander. Die Zutaten-Zustellung per Luftpost optimiert aber eigentlich in fast jeder Küche die Abläufe. Dumm nur, wenn man die geschnittenen Möhren oder den Burger-Patty aus Versehen in den Müll oder außerhalb der Reichweite der Spieler wirft. Die Steuerung fühlt sich ziemlich schwammig an, genau wie im Vorgänger. Das trägt aber ohne Frage zum spaßigen Stressfaktor bei und dürfte ein gewolltes Design-Element darstellen - schnell, die Nudeln brennen an! Verdammt, wieder den Hühnchenschenkel daneben aufgehoben anstatt die Pasta vom Herd zu nehmen ...
Overcooked 2 ist auf gemeinsames Spielen ausgelegt. Zwar könnt ihr die ganze Story auch alleine bewältigen - dann steuert ihr zwei Köche gleichzeitig, indem ihr zwischen den beiden hin- und herspringt - der ganze Zauber des Kochspiels entfaltet sich aber erst im Beisein von zwei bis drei Freunden. Solltet ihr keine vier Controller besitzen, können sich sogar zwei Spieler einen teilen. Zum ersten Mal sucht ihr außerdem online nach Hilfsköchen oder Versus-Gegnern. Um mit diesen zu kommunizieren sind ein paar einfache Emotes hinzugekommen, mit denen ihr den anderen mitteilt, dass ihr nun abspült, ein Gericht abgebt oder Ähnliches.
Im Versus-Modus entfaltet sich der komplette Wahnsinn. Nur fünf unterschiedliche Maps sind zwar definitiv zu wenig, aber immerhin sind diese fünf toll gestaltet und laden zu allerlei Gemeinheiten ein. Für besonders viel Amüsement sorgte beim Spielen etwa das Versus-Level, in dem der Abgabeschalter die Farbe wechselt. Da kann es passieren, dass man im Eifer des Gefecht Essen serviert, und die Gegner die Punkte bekommen! Vom Pfannendiebstahl bis zum Zutatenklau ist alles erlaubt und gewollt.
Das Dessert
Im Verlauf des Story-Modus schaltet ihr neue Köche frei, aber die unterscheiden sich nur optisch voneinander. Der Waschbär im Rollstuhl ist genauso flink wie die Omi mit Dutt und Brille. Wie in Overcooked sind die Hintergrundmelodien regelrechte Ohrwürmer und nisten sich in den Gehörgängen ein. Sobald der Timer die letzten 30 Sekunden abzählt, nimmt die Musik Fahrt auf und motiviert zu neuen Höchstleistungen. Die Optik von Overcooked 2 ist farbenfroh und niedlich, trotz ihrer Einfachheit ein echter Augenschmaus. Die Oberwelt wurde mit noch mehr Objekten gefüllt, der Unschärfeeffekt am Rand stört die Harmonie aber ein wenig.
Quelle: PC Games
Die Oberweltkarte ist nun mit mehr Krimskrams bestückt. Der dunkle Unschärfeeffekt am Rand stört das Bild.
Die Haare in der Suppe
Abgesehen vom bereits erwähnten geringen Umfang (der ziemlich sicher durch ebenso schmächtigen DLC erweitert wird, wie im Vorgänger) stören Kleinigkeiten das Vergnügen. Oft überlappen sich die Anzeigen bei beieinander stehenden Objekten. Wenn etwa zwei Mixer oder Töpfe Seite an Seite in Betrieb sind, erkennt man nicht sofort, in welchem Behälter welche Fressalien drinstecken, was zu verhängnisvollen Fehlern führen kann. Und wieso gibt es keinen Button, mit dem man ein Level nach Abschluss neu startet? So muss man jedesmal den Weg über eine Ladezeit zurück zur Oberwelt nehmen. Für noch mehr Langzeitspaß hätte sicher ein Endlosmodus gesorgt - oftmals tickt der Timer genau dann herunter, wenn alles wie am Schnürchen läuft. Zu guter Letzt stört die stellenweise holprige Übersetzung und dass Overcooked 2 gar nichts aus der amüsanten Unbroten-Story macht. Nach Abschluss einer Welt müsst ihr den Zwiebelkönig besuchen und seinem banalen Gerede zuhören, bevor es endlich mit dem Kochen weitergeht - langweilig!
