Opera GX macht mit Hot Tab Hero eine Kampfansage an das deutsche Abendprogramm
Special
Auf ihrem Trip nach Warschau erhält unsere Redakteurin Toni einen Einblick in Operas Marketing, deren neue Quizshow und warum ein gutes Produkt nicht mehr reicht, um erfolgreich zu sein.
Im Vorfeld weiß ich nicht wirklich, was mich beim Opera-GX-Event in Warschau erwartet wird, sobald ich dort ankomme. Relativ blank mache ich mich auf in Richtung Münchener Flughafen, wo mich mein PR-Kontakt im Airbräu empfängt. Einen bayerischen Kulturschock und ein Schnitzel mit Spätzle um halb zehn in der Früh später sitze ich auch schon im Flieger nach Warschau.
Auf dem Weg zum Hotel erfahre ich, dass am darauffolgenden Tag eine Studio-Besichtigung geplant ist und ich genau eine Stunde Zeit habe, mich auf ein umfangreiches Interview mit Maciej Kocemba vorzubereiten, Product Director bei Opera. Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem sympathischen Herrn bin ich vor allem überrascht, wie lange man sich über einen Browser unterhalten kann. Ein wenig steckte mich seine Begeisterung sogar an und tatsächlich hat Opera GX auf meinem Laptop und in der Arbeit meinen Standard-Browser inzwischen ersetzt. Warum das so ist und was mir Maciej erzählt hat, lest ihr in diesem verlinkten Special, wo wir auf das Für und Wider des Gaming-Browsers eingehen.
Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück direkt los in Richtung TV-Studio. Dort warten neben einem umfänglichen Catering auch mehrere ziemlich laute Deutsche auf mich - Influencer, wie ich anschließend erfahre.
Hohe Ziele gesteckt
Vor der Handykamera sind meine Auserkorenen nicht viel ruhiger, versuchten meine Fragen aber ehrlich und ausführlich zu beantworten. AviveHD, OdumanPique und Danergy arbeiten schon länger zusammen und benutzen Opera GX wohl auch privat neben ihren sehr erfolgreichen und durchaus amüsanten Streams. Sie fackelten also nicht lange, als die Anfrage kam, ob sie zusammen als Team in einer Quizshow antreten wollen würden, die Opera produziert.
Quelle: Opera
Opera GX macht mit Hot Tab Hero eine Kampfansage an das deutsche Abendprogramm (2)
Bei Hot Tab Hero handelt es sich um ein klassisches Quizformat, bei dem zwei Teams gegeneinander antreten und Fragen zum Thema Videospiele beantworten müssen. Zwar wird das Endprodukt auf Youtube veröffentlicht, doch das Studiosetup braucht sich nicht vor deutschen Abendprogrammen zu verstecken. Opera will hohe Maßstäbe setzen und ein großes Publikum erreichen.
Überall im Studio sind LED-Monitore verbaut, ich zähle mindestens sieben professionelle Filmkameras, teilweise an Kranarmen. Bevor es aber tatsächlich auch nur an die Probeaufnahme geht, kriechen Techniker und Setbauer durch die Kulisse und kümmern sich um den letzten Feinschliff.
Das ist auch die Zeit, in der der Host eintrifft. Eine ominöse Gestalt, über die nichts gesagt wurde, außer, dass man sie kennt und es eine große Überraschung für die Streamer sein soll.
Ein junges Urgestein
Wenn ich den Mitarbeitern von Opera Glauben schenken darf, ist der Moderator der Show sogar schon an mir vorbeigelaufen. Aber wer war da vorbeigehuscht? Ich kann mich nur an blonde Locken erinnern; nicht sehr hilfreich.
Nun ein zweiter Hinweis von einem der Opera-Mitarbeiter: der Host ist sehr bekannt in Deutschland und zudem Professor an einer Uni. Mein Verdacht erhärtet sich schließlich, als ich vor seiner Garderobe stehe und schwarz auf weiß lese: Uke Bosse. Ehemaliger Redaktionsleiter bei Game One und der Sendung Reload; Autor, Professor für Game Design; Regisseur und Schauspieler.
Auf ein Interview mit ihm bin ich nicht vorbereitet. Das ist aber auch schwierig, wenn man weder das Thema noch den Interviewpartner kennt. Dennoch wage ich mich todesmutig in die Höhle des Löwen. Na gut, so schlimm ist der gute Uke nicht. Zwischenzeitlich dreht er den Spieß um und stellt auf einmal mir die Fragen. Abseits davon antwortet er mir aber gewissenhaft.
Uke verrät mir auch, dass er sich eingehend mit den Teilnehmern beschäftigt hat: "Ich versuche natürlich, auf die Teilnehmer der Show einzugehen, es geht ja schließlich um sie, nicht um mich". Einer der Verantwortlichen für Operas Quizshow erzählt mir außerdem, dass sie sich gegen einen zweiten Host entschieden haben, weil Uke bereits so viel Präsenz hat, dass daneben jede weitere Person vermutlich unterginge.
Aber es steht Uke ja auch gut, das Rampenlicht, und bereits in der ersten Probeaufnahme hat er die Teilnehmer im Griff. Auf die Show bin ich vor allem wegen ihm gespannt und wie viel seiner Art er einbringen darf. Aber das alles beantwortet die entscheidende Frage nicht: Warum um alles in der Welt veranstaltet ein Browser für Gamer so viel Aufwand, um eine Youtube-Show auf TV-Niveau zu produzieren?
