Onimusha: Dawn of Dreams

Test

Fünf Freunde für ein Halleluja: Capcoms Dämonenmetzelei meldet sich mit frischen Finessen furios an der Action-Front zurück.

E igentlich sollte die "Onimusha"-Trilogie mit dem Tod von Stehauf-Schurke Nobunaga in "Demon Siege" ihren krönenden Abschluss finden. Doch was clevere Sequel-Politik anbelangt, sind die Jungs von Capcom ja alte Hasen. Entsprechend betonen die Macher bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass der vierte Teil keine Fortsetzung im traditionellen Sinne darstellt. Vielmehr soll "Dawn of Dreams" (zu Deutsch: "Morgendämmerung der Träume") inhaltlich wie spielerisch einen Neuanfang markieren.

Nach dem Untergang des Dauerdespoten ist Frieden eingekehrt im Japan des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Nobunagas Nachfolger Lord Hideyoshi hat das zerrüttete Reich geeint. Doch irgendetwas scheint mit dem vermeintlichen Friedensstifter nicht in Ordnung zu sein. Nachrichten vom erneuten Auftauchen der gefürchteten Genma-Dämonen versetzen die Bevölkerung in Angst. Zudem lässt der undurchsichtige Herrscher Kirschbäume aus allen Teilen des Landes zu sich herankarren. "Es ist was faul im Staate Japan", denkt sich auch Nachwuchs-Samurai Soki und zieht los, um die mysteriösen Machenschaften aufzudecken.

Alt und neu

Auf den ersten Blick scheint sich im Vergleich zu den Vorgängern nicht allzu viel getan zu haben. Wie gewohnt häckselt sich der Heroe mit seinem Schwert durch angreifende Skelett-Krieger, Riesen-Oger und flinke Ninja-Zombies. Nach dem Ableben der Schreckensschergen schweben deren Seelen noch kurze Zeit im Diesseits und können aufgesaugt werden. Der Clou daran: Mit ihnen lässt sich die eigene Ausrüstung verbessern.

So weit, so bekannt. Doch schon bei der Kamera macht sich eine elementare Änderung bemerkbar: Erstmals in der Serie könnt ihr sie mit dem rechten Analog-Stick frei drehen. Darüber hinaus lassen sich Feinde per Schultertaste fest ins Visier nehmen. Sind mehrere Monster auf dem Schirm, wechselt ihr das Objekt eurer fatalen Begierde über den analogen Steuerknüppel. Diverse Zusatzmanöver wie Ausweichrolle, Blocken und zig Angriffsmanöver runden die exquisite Steuerung ab.

Kriegerquintett

Ganz allein müsste ihr dem zahlenmäßig weit überlegenen Lumpenpack nicht entgegentreten. Vier nicht minder kampfwütige Begleiter schließen sich Sokis Feldzug an. Dabei hat jeder Mitstreiter seine Vor- und Nachteile: Scharfschützin Ohatsu etwa ballert mit ihren Musketen aus sicherer Entfernung anstürmende Widerlinge nieder. Im hektischen Nahkampf allerdings ist die holde Maid mit ihren langsamen Schusswaffen schon mal im Nachteil. Lässt hingegen Muskelprotz Roberto seine gewaltigen Fäuste sprechen, haben einzelne Ekel keine Chance. Im Gegenzug ist die Reichweite des Polygon-Boxers stark eingeschränkt. Eure Kollegen unterstützen euch aber auch in Friedenszeiten. Nur Roberto kann beispielsweise Stahltüren aufbrechen oder kolossale Steinquader aus dem Weg schieben. Ohatsu hingegen schwingt sich mittels Enterhaken über gähnende Abgründe.

Der Lohn der Mühen: Oftmals lagern jenseits solcher Hindernisse neue Waffen oder heilsame Medizin. Ist Soki mit einem Gefährten unterwegs, lassen euch die Entwickler die Wahl: Auf Knopfdruck dürft ihr wieselflink die aktive Spielfigur wechseln. Der jeweils CPU-gesteuerte Mitstreiter metzelt stets autonom drauflos. Sein Verhalten dürft ihr jedoch mit einigen Kommandos beeinflussen: Auf Wunsch geht der Kompagnon in Deckung, um seine Lebensenergie zu regenerieren, oder hält euch lästiges Fußvolk vom Hals, während ihr dem Bossgegner Saures gebt. Per Digi-Kreuz erteilt ihr die Befehle, was nach einer kurzen Eingewöhnungszeit auch gut von der Hand geht.

Home, sweet Home

Anders als in den Vorgängern durchforstet ihr in "Dawn of Dreams" nicht mehr ein (mehr oder weniger) zusammenhängendes Terrain. Stattdessen wollen 17 Einzelmissionen bewältigt werden, zwischen denen sich euer Team immer wieder im Basislager ausruht. Doch auch dort gibt's viel zu tun: Haltet mit den Verbündeten ein Pläuschchen und lasst euch von ihnen aus gefundenen Materialien neue Ausrüstungsteile basteln. Besucht den Warenhändler oder macht einen Abstecher ins Dark Realm, wo 100 Stockwerke voller widerlicher Kreaturen auf mutige Helden warten. gä

Pro & Contra
Motivierender HeldenaufbauCooles Buddy-FeatureGewohnt geniale Schnetzel-Action im Nippon-Look
Einstieg etwas zähSchwächen bei der Präsentation (z.B. reine Textsequenzen)
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