One Punch Man: A Hero Nobody Knows: Das Anime-Prügelspiel im Test

Test Lucas Ott Lukas Schmid
One Punch Man: A Hero Nobody Knows: Das Anime-Prügelspiel im Test
Quelle: PC Games

One Punch Man ist ein Serien-Phänomen, welches in den letzten Jahren viele Fans für sich gewinnen konnte, sei es wegen des einzigartigen Helden oder der toll gemachten Action. One Punch Man: A Hero Nobody Knows nutzt das Potenzial der Anime-Vorlage nicht aus. Warum, verraten wir in unserem Test zu dem Beat 'em Up.

Als Manga wurde One Puch Man bekannt und 2015 erstmalig als Anime-Serie in Japan ausgestrahlt. Seitdem Netflix vor zwei Jahren die Superhelden-Fiktion in das Seriensortiment mit aufgenommen hat, ist die Popularität besonders in der westlichen Hemisphäre deutlich angestiegen. Diesen Hype wollte sich auch das japanische Entwicklerstudio Spike Chunsoft zunutze machen und brachte jüngst in Kooperation mit dem Hersteller Bandai Namco eine Spieleadaption auf den Markt.

In dem gleichnamigen Spiel One Punch Man: A Hero Nobody Knows schlüpft ihr in die Rolle eines neuen Helden, der in Hero City versucht, sich einen Namen zu machen. Während eures Wegs an die Spitze der Hero Association trefft ihr immer wieder auf Charaktere der Serie. Saitama, Genos, Mumen Rider und Co. sind fester Teil des Spielgeschehens und stehen euch häufig in Kämpfen zur Seite.

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Kampfmonotonie²

Wie man es bereits aus so vielen japanischen Spieladaptionen kennt, ist auch One Punch Man ein Arena-Kampf-Spiel, in dem man in der Third-Person-Perspektive auf Gegner einprügelt. Leider hat das Kampfsystem selbst nicht viel mehr als Button-Mashing zu bieten und fühlt sich zudem sehr behäbig an. Die Zahl der verknüpfbaren Combos ist begrenzt. Darüber hinaus sorgen die Todesstöße, was der Name der Spezialfähigkeiten ist, zwar für visuelle gut aussehende Attacken, jedoch bringen diese nur wenig Spieltiefe mit sich. Sobald eure Gegner durch einige erfolgreiche Treffer zu Boden gehen, könnt ihr mit entsprechendem Timing Todesstöße endlos aneinanderreihen - selbiges gilt natürlich auch für euren Helden.

Die Attacken sehen optisch alle sehr gut aus, allerdings gibt es nicht sonderlich viele Möglichkeiten, die Angriffe zu kombinieren. Quelle: PC Games Die Attacken sehen optisch alle sehr gut aus, allerdings gibt es nicht sonderlich viele Möglichkeiten, die Angriffe zu kombinieren. Die benötigte Zeit zum Aufstehen wirkt überzogen und oftmals könnt ihr der Situation nur entkommen, wenn eines der zufälligen Events auftritt. Diese spontan auftretenden Ereignisse können ein Meteoritenregen, ein Gewitter oder andere Helden, die euch im Kampf kurz aushelfen, sein. Nur fällt die Unterstützung eurer heldenhaften Helfer unterschiedlich stark aus.Was zur Folge hat, dass Gegner entweder sofort ausgeschaltet werden oder kaum Schaden nehmen. Nützlicher sind eure Heldenkumpanen dann, wenn sie vor dem Kampf als wirklicher Mitstreiter verfügbar sind. Während einer Prügelei können euch maximal zwei Helden zur Seite stehen, die aber, solange ihr nicht zu ihnen wechselt, inaktiv sind. Falls ihr getroffen werdet oder wie so oft am Boden liegt, ist ein Wechsel nicht möglich. Auch hier ist es schade, dass die eigentlich interessante Funktion nicht besser genutzt wurde, um beispielsweise Angriffskombinationen zwischen den verschiedenen Helden zu ermöglichen.

RPG, weil RPG halt

Zu Beginn des Spiels erstellt ihr in üblicher RPG-Manier euren Helden. Das Spiel bietet dafür eine Vielzahl von Anpassungsmöglichkeiten, die durchaus für den ein oder anderen Lacher sorgen, allerdings werden viele davon erst im späteren Verlauf freigeschaltet. Nach abgeschlossener Charaktergestaltung steht ihr schon inmitten von Hero City. Der Großteil aller Missionen kann an den verschiedenen Standorten der Hero Association gestartet werden und nach einem Ladebildschirm befindet ihr euch im Angesicht eines Mutanten oder anderer Bösewichte. Varianz wird dabei keine geboten. Die Gegner ähneln sich alle sehr und der Grund, wieso ihr sie vermöbelt, auch. In der Spielwelt selbst gibt es neben der Mainstory auch einige Nebenmissionen, allerdings stellen diese die Spitze des Monotonie-Eisbergs dar.

Spontan auftretende Events sorgen für Abwechslung in den Kämpfen. Quelle: PC Games Spontan auftretende Events sorgen für Abwechslung in den Kämpfen. Manchmal bitten euch NPCs darum, etwas zu einem anderen Spielcharakter zu transportieren, der 30 Meter entfernt steht. Die Herausforderung dabei ist, dass ihr dort ein völlig uninteressantes Gespräch mit einer x-beliebigen Person führen müsst - können die beiden NPCs sich nicht ausstehen, oder wieso braucht es dafür die Hilfe eines Helden? Hinzukommen häufige FPS-Einbrüche, die die offene Welt heimsuchen und noch weniger Lust auf Nebenmissionen machen. Wieso die Hauptcharaktere keine größeren Passagen erhalten haben, um den Charme der Anime-Serie noch besser einzufangen, ist nicht nachvollziehbar. Es wird zwar versucht, den Humor der Vorlage zu integrieren, aber das wurde nur in den wenigsten Fällen gut umgesetzt. Wünschenswert wäre es gewesen, wenn sich One Punch Man ähnlich wie Dragon Ball FighterZ mehr auf die Kämpfe fokussiert hätte. So wurden RPG-Elemente eingefügt, die wohl auf Kosten des eigentlichen Gameplays ihren Weg ins Spiel gefunden haben.

Meinung & Wertung

Meinung

Wertung zu One Punch Man: A Hero Nobody Knows (PC)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu One Punch Man: A Hero Nobody Knows (PS4)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu One Punch Man: A Hero Nobody Knows (XBO)

Wertung:

5.0 /10
Pro & Contra
Helden der Anime-Serie sind spielbarAnimationen der Angriffe sehen gut ausSpontane Events während der Kämpfe sorgen für AbwechslungViele optische Anpassungsmöglichkeiten der Helden
Kämpfe bieten zu wenige CombosÜberflüssige RPG-ElementeHumor der Serie wird nur schlecht eingefangenFPS-Einbrüche beim Bewegen durch die StadtRedundanz der verschiedenen MissionenDie zusätzlichen Mitstreiter in Kämpfen bringen nur wenig Abwechslung
Fazit

Mäßige Umsetzung einer tollen Anime-Vorlage

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