One Piece World Seeker im Test: Neues Abenteuer mit Ruffy und der Strohhut-Bande
Test 39,99 €
Mit dem Sprung in die Open-World hat das Entwicklerstudio Ganbarion mit One Piece World Seeker für PS4, PC und Xbox One einen mutigen und auch von vielen Fans lange ersehnten Schritt gewagt. Nun ist die Frage, ob die offene Welt im One-Piece-Universum trotz der Fülle an Open-World-Spielen heutzutage zu begeistern weiß.
Mit One Piece World Seeker (jetzt kaufen 22,99 € / 39,99 € ) erhalten wir Anfang dieses Jahres neben Jump Force bereits das zweite Spiel, welches das beliebte Shonen-Manga-Genre zelebriert. Euch erwartet dabei ein Open-World-Action-Adventure mit einem kleinen Schuss Rollenspiel. Dies ist mit Spielen wie One Piece: Unlimited Cruise 1 und 2 sowie One Piece: Unlimited World Red zwar nicht das Erste, das zumindest eine Semi-Open World à la den Tales-Spielen wählt. Jedoch ist es das allererste One Piece, das mit einer Open-World im klassischen Sinne aufwarten kann. Nach ausführlichem Testen können wir euch sagen, ob es einen Blick wert ist.
Inhaltsverzeichnis
Abenteuer auf der Gefängnisinsel
Unser Abenteuer mit der Strohhut-Bande beginnt in medias res, als Ruffy sich im Himmelsgefängnis des Gefängnisleiters Isaac befindet. Doch gehört all dies zum Plan von Ruffy und seiner Crew, denn auf der Insel direkt unter der Haftanstalt soll nämlich ein äußerst wertvoller Schatz versteckt sein. Die Gefängnisinsel, die früher einmal den Namen Juweleninsel trug, stellt dabei auch den Schauplatz dar, den wir im Großteil des Spieles erkunden.
Quelle: PC Games
Die beiden neuen Charaktere Jeanne und Isaac stehen im Mittelpunkt der Geschehnisse auf der Gefängnisinsel.
Im Zuge dessen trifft Ruffy, welcher auch die einzige spielbare Figur ist, die junge Jeanne, die gemeinsam mit ihrem Bruder Isaac vom Manga-Schöpfer Eiichiro Oda eigens für One Piece World Seeker kreiert wurde. Die beiden nehmen im weiteren Verlauf der Geschichte, in der sich zusätzlich der Konflikt zwischen der auf der Insel ansässigen Marine und den Piraten zuspitzt, eine zentrale Rolle ein. Erst im letzten Drittel der Hauptmissionen kommt ein wenig Fahrt in der Geschichte auf, während vorherige Hauptquests versuchen, einige Charaktere zumindest ein wenig näher zu beleuchten. Alles in allem würde der Plot für eine passable Episode des Anime ausreichen, allerdings nicht, um jemanden über die gesamte Dauer des Spieles zu fesseln.
So schön, doch auch so leer
Der Star von One Piece World Seeker soll - wie der Titel vermuten lässt - jedoch die Open-World sein. Mit ihr haben die Entwickler von Ganbarion sehr solide Arbeit geleistet - wenn auch nur im Design-Bereich. Natürlich sollte man keine Vergleiche zu AAA-Spielen ziehen, doch die Gefängnisinsel sieht zu fast jeder Zeit hübsch und stimmig aus. Das hat man an anderer Stelle schon wesentlich schlechter gesehen, zumal One Piece World Seeker die erste Anime-Videospieladaption ist, die eine echte Open World bietet. Ebenso vermittelt die Welt das Gefühl, sich gemeinsam mit Ruffy sowie seiner Crew auf einem unbekannten Territ
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Die Fortbewegung mit Ruffy durch die Open-World gestaltet sich nach ein wenig Übung äußerst spaßig.
orium zu befinden, welches zum Erkunden einlädt. Wobei genau jener Punkt ein großes Aber bereithält: Die Open-World lädt zur gründlichen Erkundung ein, allerdings stellt man relativ schnell fest, dass es eigentlich so gut wie nichts Lohnenswertes zu entdecken gibt. Zwar lassen sich überall auf der Insel unzählige Schatzkisten finden, die jedoch unverschämt lange zum Öffnen brauchen. Und auch Items, die man zur Herstellung diverser werterhöhender Ausrüstung benötigt, liegen über die komplette Karte verstreut. Doch lockt auch das den Spieler nach kurzer Zeit nicht mehr.
So bleibt die umfangreiche Welt letztlich einzig ein Mittel zum Zweck und bietet nichts weiter als ihr schönes Design. Wenigstens im Bereich von Ruffys Fortbewegung, die eng mit der Open-World verknüpft ist, kann selbige dann doch noch ein wenig glänzen. Ruffy kann sich nämlich - dank der Gum-Gum-Raketen-Fähigkeit - ähnlich wie Spider-Man an alle möglichen Gegenstände sowie Fassaden heranziehen, um sich somit über weite Entfernungen hinweg zu schleudern. Das Ganze läuft dabei bei Weitem nicht so grazil wie im letzten Spiel des Spinnenmannes ab, doch bekommt man nach kurzer Zeit ein Gefühl für das System und schafft es so, sich binnen kurzer Zeit in eindrucksvoller Weise durch die Welt zu bewegen.
Effektspektakel ohne Tiefgang
One Piece World Seeker ist in mehrere Story-Kapitel unterteilt, wobei der Spieler zwischen Haupt- sowie Nebenmissionen alternieren kann. Dabei läuft es jedoch meist auf eine simple Sammelaufgabe oder das Besiegen einer bestimmten Gruppe von Gegnern an einem Ort hinaus. Das sorgt auch dafür, dass man, statt das durchaus spaßige Fortbewegungs-System zu nutzen, lieber die Schnellreise-Funktion verwendet, um möglichst schnell alle unnötigen Quests abzufertigen. Dann gibt es noch die
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Wenngleich das Kampf-System viel zu wenig Tiefgang hat, sind Ruffys Attacken stets sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt.
sogenannten Karma-Missionen, die den Spieler für den Abschluss bestimmter Errungenschaften mit kleinen zusätzlichen Dialogen oder Szenen belohnen. Ein wesentlich netteres Beiwerk, welches sich auch nicht zu aufdringlich präsentiert. Auch innerhalb der Nebenaufgaben gibt es eine Handvoll Ausnahmen, die sich tatsächlich etwas interessanter gestalten. So deuten einige Aufträge auf eine generische Mission hin, überraschen einen dann aber mit einem optionalen Bosskampf gegen bekannte Figuren wie beispielsweise Borsalino.
Da wir nun schon bei dem Thema sind: Das Kampf-System ist viel zu simpel. Auch wenn es schön anzusehen ist, wie Ruffy mit seiner Elefanten-Gatling eine Horde Gegner malträtiert, läuft am Ende doch alles darauf hinaus, dass man dafür nur eine einzelne Taste drücken muss. Die Entwickler versuchen zwar dem Kampf-System durch einen Fähigkeitenbaum, die Möglichkeit zum Wechsel zwischen zwei Haki (die unterschiedlichen Angriffsmodi im Spiel) und einem optionalen Schleich-System mehr Tiefe zu verleihen, doch misslingt dies fast auf ganzer Linie. Der Wechsel zwischen den Haki, die Zugriff auf einen Modus mit schweren Angriffen sowie einem Block respektive Zugriff auf einen Modus mit schnellen Angriffen sowie einem Ausweichmanöver bieten, findet in der Praxis kaum Anwendung. Standardgegner können allesamt mit nur einem Modus besiegt werden, einzig bei manchen Bossen muss gegebenenfalls mal gewechselt werden, doch bedarf es für selbige keiner speziellen Taktik. Gleiches gilt für das Schleichen, das bei der nur dürftigen KI und dem teils viel zu starken Fernkampf-Angriff ein komplett unnötiges Feature ist. Wieso das Kampf-System, welches eindeutig zu großen Teilen aus One Piece: Unlimited World Red recycelt wurde, sogar noch weiter vereinfacht wurde, bleibt dabei schleierhaft. Ebenso wie die Streichung des Features, Kämpfe gemeinsam mit seiner Crew bestreiten zu können.
Die altbekannten Probleme
Hinsichtlich der Technik des Spieles gibt es nicht allzu viel zu beklagen. Wie vorangehend erwähnt, ist die Open-World in Bezug auf ihr grafisches Design, überraschend gut gelungen, Ladezeiten befinden sich in einem angemessenen Bereich und Bugs beziehungswei
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Im Laufe der Handlung treffen wir auch auf einige bekannte Gesichter, wie beispielsweise Rob Lucci.
se Glitches konnten wir in unserem Durchgang nicht verzeichnen. Grund zum Meckern gibt es allerdings bei den altbekannten Problemen mit Spielen zu Animes und Mangas. Die Vertonung der Figuren kommt im japanischen Original daher, was zwar für Fans von deutscher oder englischer Sprachausgabe enttäuschend sein mag, aber im Rahmen der Entwicklung vollends vertretbar ist. Weniger akzeptabel ist die geringe Menge an vertonten Szenen. Dahingehend ist One Piece World Seeker sogar noch sparsamer mit den Sprechern umgegangen, als so manch anderes Spiel. Mehr als das kurze Grunzen einer Figur ist meist nicht zu vernehmen und in den gesonderten Zwischensequenzen des Spiels, die eh nie länger als ein paar Minuten sind, lassen sich die gesprochenen Worte zumeist an einer Hand abzählen. Auch die Charaktermodelle wirken trotz oder gerade wegen der generell hübscheren Grafik noch zu hölzern und ausdruckslos.
