Troll-"Fans" sind wieder wütend: One Piece auf Netflix wird kritisiert - aus dem dümmsten aller Gründe

Kolumne Tobias Tengler-Boehm
Troll-"Fans" sind wieder wütend: One Piece auf Netflix wird kritisiert - aus dem dümmsten aller Gründe
Quelle: CaseyCrafford / NETFLIX

Eine laute Minderheit hatet gegen die Realverfilmung von One Piece auf Netflix - und man kann einfach nur den Kopf schütteln.

Was ist Misogynie? Eine simple Suchanfrage auf Wikipedia hilft. Der Begriff setzt sich aus den beiden altgriechischen Worten "misos" für Hass und "gyne" für Frau zusammen. Misogynie beschreibt die Einstellung, dass Frauen eine geringere Wertigkeit und Relevanz im Vergleich zu Männern zugeschrieben wird. Ein beliebtes Werkzeug misogyn eingestellter Männer ist der Sexismus, eine geschlechtsbezogene Diskriminierung einer Person. Genau das findet gerade in Bezug auf die Realverfilmung des Mangas One Piece statt, die bald auf Netflix erscheinen wird.

Alle Infos zur Realverfilmung von One Piece auf Netflix

Die japanische Manga-Serie One Piece wurde 1997 erstmals veröffentlicht und gilt als extrem erfolgreich. Mit weltweit mehr als 500 Millionen verkauften Comic-Bänden hält die Piraten-Bande um Anführer Monkey D. Ruffy ("Luffy") seit über 25 Jahren die Welt in Atem. Der Strohhut-Träger beeindruckt mit seinem Wagemut und seinen aberwitzig anmutenden dehnbaren Armen und Beinen, mit denen er diversen Bösewichten die ein oder andere Lektion erteilt.

Aufgrund des riesigen Erfolges von One Piece sicherte sich Netflix die mit Spannung erwartete Realserie des Mangas. Die 8 Folgen der ersten Staffel sollen ab 31. August 2023 auf Netflix erscheinen. Einen Manga als Realverfilmung glaubwürdig umzusetzen, ist sicherlich ein Drahtseilakt. Erste Trailer offenbaren jedoch eine treffsichere Besetzung und eine authentisch wirkende Inszenierung.

Internet-Trolle "bemängeln" Realverfilmung von One Piece auf Netflix

Auch im Jahr 2023 werden populäre Kinofilme und Serien gefühlt bei jeder sich anbietenden Gelegenheit in abstoßender Art und trauriger Regelmäßigkeit mit widerwärtig anmutenden Shitstorms überzogen. Insbesondere wenn eine Produktion mit einem diversen Cast, einer zeitgemäß angepassten Handlung und dem Verzicht auf völlig veralteten Stereotypen daherkommt.

Bei Arielle, die Meerjungfrau war die Schwarze Hauptdarstellerin Halle Bailey Stein des Anstoßes für den rechten Mob. Im Fall von Peter Pan und Wendy echauffierten sich die Internet-Trolle über weibliche Mitglieder der "Lost Boys". Und bei der anstehenden Realverfilmung von Disney's Schneewittchen wurden zum Unmut der pöbelnden Minderheit die stereotypischen 7 Zwerge gegen eine diverse Räuberbande ausgetauscht.

Die Realverfilmung von One Piece auf Netflix bietet offenbar ebenfalls Grund zur "Kritik". Seitens der hasserfüllten Internet-Trolle wird auf Social Media doch tatsächlich bemängelt, dass die Brüste der Darstellerin Emily Rudd, die als Charakter Nami in der Manga-Adaption mitwirkt, zu "klein" wären. Ein derart sexistisches Verhalten sollte man in der Berichterstattung rund um die Netflix-Serie nicht aussparen. Die Hoffnung besteht, dass die neue Netflix-Serie One Piece in erster Linie aufgrund der unterhaltsamen Inszenierung und der vortrefflich agierenden Darstellerinnen und Darsteller, und nicht wegen zahlreicher Verunglimpfungen wütender Troll-"Fans" in Erinnerung bleiben wird.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk