OkunoKA Madness im Test: Darf's ein bisschen schwerer sein?
Test
OkunoKa Madness vom Entwickler Caracal Games ist nichts für schwache Nerven. Der Plattformer erfordert extreme Geschicklichkeit und Präzision, häufiges Scheitern ist also vorprogrammiert. Wir haben uns das Spiel, das für PC, Xbox One, PS4 und Switch erschienen ist, trotzdem zur Brust genommen und teilen in unserem Test unsere bewegte Geschichte voller Frust und Freude mit euch.
In den letzten Tagen wurde in der Redaktion ganz schön viel geflucht. Und nein, das lag nicht an den lieben Kollegen, die gemeinsam den Multiplayer von FIFA 21 getestet haben und ihre Teamfähigkeit, nun ja, "erfolgreich" unter Beweis stellen konnten. Vielmehr lag es an dem kleinen, putzig aussehendem Indie-Plattformer-Game OkunoKA Madness, der uns fast zur Weißglut getrieben hat. Denn das Spiel ist alles andere als einfach.
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Ausgelagerte Handlung
Fangen wir erstmal mit der leichten Kost an. Storytechnisch bleibt zunächst unklar, was eigentlich der Grund für die Spring- und Rennlust unseres kleinen blauen Charakters ist. Wir sehen am Anfang ein Tintenfisch-ähnliches und mehrere Elefanten-artige Wesen. Die Musik baut eine gefährliche Atmosphäre auf, bis man irgendwann unseren blauen Freund schlafend in seinem Nest entdeckt.
Was das alles zu bedeuten hat, wird uns im Spiel nicht erklärt. Erst nach weiterer Recherche auf der Webseite des Publisher wird klar, dass unser Hauptcharakter KA heißt. Dieser will die sogenannte Seelenwelt vor dem bösen Os retten. Die Story ist zwar nicht so wichtig, es ist dennoch schade, dass man ohne Internet-Recherche nicht versteht, was in der Welt, in der OkunoKA Madness spielt, passiert.
Gelungene Steuerung
Quelle: PC Games
Dürfen wir vorstellen? KA ist der Hauptprotagonist der Story.
Das Spiel ist in drei unterschiedliche Modi aufgeteilt. In der Story müssen wir vier Welten mit jeweils 20 Level meistern. Im Modus "Wahnsinn" sind noch schwierigere Level als in der Story vorzufinden. Im Zeitangriffsmodus können wir die bisher freigeschalteten Welten durchspielen und versuchen, so schnell wie möglich durch die Levels zu jagen.
Der Plattformer ist süß und bunt gestaltet, das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein extrem schwieriges Spiel handelt. Die ersten Levels des Story-Modus sind dazu da, um uns mit der Steuerung vertraut zu machen. Diese geht auch leicht von der Hand. KA kann rennen, springen (was für eine Überraschung in einem Plattformer!) und an bestimmten Stellen die Aggregatszustände von Wasser, Feuer und Blitzen ändern. Diese Technik brauchen wir auch, um im Spiel weiterzukommen. An einigen Stellen müssen diese Fähigkeiten gut getimt werden, da diese nicht parallel genutzt werden können. Das führt schnell zur kompletten Überforderung, da mehrere Tasten gleichzeitig betätigt oder im perfekten Moment gedrückt werden müssen. Das Spiel verzeiht dabei so gut wie keine Fehler, es gibt nur wenig Puffer zum Korrigieren.
Quelle: PC Games
Wer zur Hölle hat sich denn das ausgedacht? Oft müssen wir die Fähigkeiten geschickt einsetzen, um an das Ziel zu kommen.
Die Kameraführung lässt leider an einigen Stellen zu wünschen übrig. Wir sehen meist nie, wo das Ende der Stage ist. Dafür kann man die Kameraposition etwas verändern, hilfreich bei allen Levels ist das aber nicht. Viel zu häufig müssen wir ins Ungewisse springen, um herauszufinden, ob das der richtige Weg ist.
Sollten wir sterben, spawnen wir immer am Anfang des Levels. Wir dürfen die Welten so oft wiederholen, wie wir möchten (oder die Geduld es zulässt). Einen Level beenden wir immer durch das Einsammeln von schwarz gefärbten Seelen, die vermutlich durch Os ihre normale, gelbe Farbe verloren haben. Wir fressen die Seelen und jagen sie durch unseren Verdauungstrakt, wodurch sie wieder ihre natürliche Farbgebung erhalten.
Quelle: PC Games
Der mit Abstand unfairste Kampf im Spiel: Full Metal Jack befindet sich im Vordergrund, wodurch wir unserem Gedächtnis vertrauen müssen, wo Hindernisse sind.
Der letzte Level einer jeden Welt beinhaltet den Bosskampf, der in drei von vier Fällen ziemlich anspruchsvoll ist. Sterben wir hier, müssen wir auch hier von vorne starten, was oft frustrierend ist. Einige Bosskämpfe sind auch extrem unfair. So greift uns in der Wüstenwelt der Full Metal Jack an. Wir müssen so schnell wie möglich nach oben klettern. Der Gegner befindet sich im Vordergrund und nimmt uns an einigen Stellen einfach die Sicht auf die Stage. Dafür dürfen wir aber beim nächsten Boss Buster Bros. einen vermutlich von den Machern nicht so geplanten Trick ausnutzen, der den Bosskampf total vereinfacht. Wir stellen uns einfach so weit wie möglich an den Rand und lassen die im Level vorhandenen Laserstrahlen ihr Werk vollbringen.
Stresslevel über 9000
Die Level absolvieren wir meist in kürzester Zeit, wir brauchen meist nicht länger als 30 Sekunden, um eine Stage abzuschließen - selbstverständlich nur, wenn wir sie nicht wiederholen müssen. Eine klassische Schwierigkeitskurve gibt es nicht, richtig harte Nüsse wechseln sich ab mit Abschnitten, die ohne größere Probleme absolviert werden können.
Wie man im vorherigen Absatz schon herauslesen konnte, ist das Spiel nichts für schwache Nerven. OkunoKA Madness ist ein Hardcore-Plattformer ähnlich wie Celeste. Schafft man es aber nach 176 Versuchen, endlich den Turm in der Wüste zu meistern, freut man sich wie ein Kind darüber - falls das Spiel nicht genau an der Stelle abstürzt, was in unserem Test auf der Switch häufiger vorkam.
Kommen wir zum abschließenden Fazit. OkunoKA Madness ist ein gutes und extrem anspruchsvolles Spiel. Spieler, die gerne Herausforderungen suchen, werden mit dem Hardcore-Plattformer ihren Spaß haben.
