Zelda für PlayStation2? Gibt’s leider nicht! Dafür aber Okami - ein ebenbürtiges Fantasy-Abenteuer mit japanischer Aquarellgrafik.
Abenteurer-Alltag
Vielköpfig: Jeden einzelnen von Orochis acht Köpfen müssen wir in heiligem Sake ertränken.
Bei all diesen Action-Elementen darf das eigentliche Abenteuer natürlich nicht zu kurz kommen. Doch auch hier haben die Programmierer ihre Hausaufgaben gemacht. Wenn wir nicht durch weitläufige Landstriche streifen, sprechen wir in Dörfern und Städten mit unzähligen Bewohnern. Jedes dabei gesammelte Infohäppchen treibt die Handlung voran. Mal erfahren wir lediglich, wo wir einer Wache eine neue Angel kaufen können, mal bekommen wir lebenswichtige Tipps für den Kampf gegen den nächsten Bossgegner.
Zwischendurch besuchen wir immer wieder diverse Dungeons, die an Abwechslung fast nicht zu überbieten sind. Wir kämpfen uns durch spiegelglatte Eiswelten, erkunden riesige Burgen oder suchen -- auf Insektengröße geschrumpft -- im Gras den Weg zu einer gefangenen Schönheit.
Aus großer Entfernung: Diese nützliche Waffe ist eine Art magische Peitsche.
Um gegen die immer stärker werdenden Dämonen eine Chance zu haben, müssen wir jede Menge Glückspunkte sammeln. Die erhalten wir durch das Erledigen von Nebenaufgaben. Davon gibt es in "Okami" etliche. So helfen wir beispielsweise einer alten Bäuerin, die Wäsche zu trocknen, bringen mit dem göttlichen Pinsel sämtliche Bäume zum Erblühen oder füttern Tiere. Stets werden wir mit einer bestimmten Anzahl Glückspunkte belohnt, dank derer wir unsere Fertigkeiten verbessern können. Wir verlängern beispielsweise unsere Lebensleiste, erhöhen die Farbmenge, die unser Malwerkzeug fasst, oder das Volumen des Wolfsmagens. Füllen wir letzteren mit genügend Nahrung, bekommen wir ein Extraleben gutgeschrieben und können nach dem Bildschirmtod sofort wieder durchstarten.
Wirklich einzigartig
Die Grafik von "Okami" ist wirklich ganz außergewöhnlich und mit keinem anderen Spiel zu vergleichen. Jedes einzelne Bild wirkt wie eine japanische Aquarellzeichnung -- inklusive der geriffelten Papieroberfläche. Trotz Cel-Shading-Look sind die meisten Levels sehr detailliert und abwechslungsreich. Besonders die perfekt animierten Bossgegner haben uns nachhaltig beeindruckt.
Harte Schale: Um diesen Gegner verletzen zu können, müssen wir erst die Knospe öffnen.
Bei der technischen Umsetzung stört uns nur eine Kleinigkeit: Die "Okami"-Charaktere wurden nicht von Sprechern synchronisiert, sondern plappern in einer zeitweise recht nervigen Fantasiesprache. Wir müssen also den deutschen Text mitlesen. Ansonsten gibt es aber wirklich nichts zu beanstanden. Und mit mindestens 35 Stunden Spieldauer gehört "Okami" auch zu den längsten PS2-Spielen dieses Genres. Bravo!
