Grafikkarten: Aktuelle Marktlage und Tipps

Special Antonio Funes
Grafikkarten: Aktuelle Marktlage und Tipps
Quelle: PC Games Hardware

Durch zahlreiche Gerüchte und Leaks ist auch ohne offizielle Bestätigung an sich klar, dass es demnächst eine Nvidia GeForce RTX 3070 Ti und RTX 3080 Ti geben wird. Wir fassen zusammen, was man bisher schon weiß oder zu glauben weiß, blicken aber auch allgemein auf die aktuelle Lage auf dem Grafikkartenmarkt inklusive Kauftipps.

Aktueller Grafikkartenmarkt und Kauftipps

Seit Herbst 2020 ging es bergab, was die Situation auf dem Grafikkartenmarkt aus Kundensicht angeht. Dabei geht es nicht um die Qualität oder das Sortiment von Grafikkarten, sondern um deren Verfügbarkeit und die Preise. Zuerst traf es die Neuveröffentlichungen von Nvidia aus der RTX 3000-Reihe, die direkt zum Release ausverkauft waren und auch danach nur ab und an in einzelnen Shops ab Lager lieferbar waren, dann aber bereits zu deutlich höheren Preisen als beim Release.

Im Winter traf es dann auch mehr und mehr bereits länger auf dem Markt befindliche Grafikkarten bis runter zur absoluten Einsteigerklasse. Seit vielen Wochen sind Grafikkarten aus allen Leistungsklassen nur noch vereinzelt bei Händlern bestellbar und kosten dann deutlich mehr als vor dem Herbst 2020 beziehungsweise deutlich mehr als beim Release, was die RTX 3000er- und AMD 6000er-Modelle angeht.

Die Gründe hierfür sind vielfältig - am Ende steht natürlich die simple Erkenntnis, dass die Nachfrage viel höher als das Angebot ist. Letzteres ist wegen Problemen bei der Produktion kleiner als Nvidia und AMD es sich wünschen würden. Die Probleme sind wohl auch technischer Natur, es spielt aber auch eine Rolle, dass wegen der Corona-Pandemie andere Produkte Vorrang haben und so gut wie keine frei verfügbaren Kapazitäten mehr buchbar sind. Ebenfalls wegen Corona stieg weltweit die Nachfrage nach Gaming-Produkten. Und zu allem Übel kommen auch noch Miner rund um Kryptowährungen dazu, für die sich wegen der extremen Kurse und einer mangelnden Verfügbarkeit von spezieller Mining-Hardware auch der Kauf überteuerter Grafikkarten für die nötige Rechenpower lohnt. Wegen letzterem Phänomen will Nvidia - wir erwähnten es ja oben - bei neuen Grafikkarten sogar technisch dafür sorgen, dass die Boliden bei Mining-Tätigkeiten eher schwächeln. Die folgende Tabelle zeigt euch, wie viel Aufpreis ihr (in Prozent) aktuell für Grafikkarten im Vergleich zu ihrem Minimal- oder Release-Preis bezahlen müsst:

Grafikkarten-Serie Minimal- bzw. Release-Preis Preis 18. März Preis 26.März Aufpreis   Differenz 26. zu 18.März
Nvidia GeForce GTX 1050 Ti 120 Euro 200 Euro 200 Euro 67 Prozent   keine Veränderung
Nvidia GeForce GTX 1650 155 Euro 210 Euro 270 Euro 74 Prozent   29 Prozent
AMD Radeon RX 570 140 Euro 670 Euro 655 Euro 368 Prozent   minus 2 Prozent
AMD Radeon RX 580 160 Euro 560 Euro 550 Euro 245 Prozent   minus 2 Prozent
Nvidia GeForce GTX 1650 Super 150 Euro 400 Euro 480 Euro 220 Prozent   20 Prozent
Nvidia GeForce GTX 1660 215 Euro 450 Euro 450 Euro 109 Prozent   keine Veränderung
Nvidia GeForce GTX 1660 Super 245 Euro 480 Euro 400 Euro 63 Prozent   minus 17 Prozent
AMD Radeon RX 5600 XT 280 Euro 916 Euro 915 Euro 227 Prozent   keine Veränderung
Nvidia GeForce RTX 2060 320 Euro 550 Euro 520 Euro 72 Prozent   keine Veränderung
AMD Radeon RX 5700 XT 410 Euro 1100 Euro 1200 Euro 193 Prozent   9 Prozent
Nvidia GeForce RTX 3060 330 Euro 770 Euro 730 Euro 121 Prozent   minus 5 Prozent
Nvidia GeForce RTX 3060 Ti 400 Euro 1300 Euro 1300 Euro 225 Prozent   keine Veränderung
AMD Radeon RX 6700 XT 480 Euro nicht verfügbar 770 Euro 60 Prozent   nicht ermittelbar
Nvidia GeForce RTX 3070 500 Euro 1400 Euro 1100 Euro 120 Prozent   minus 21 Prozent
AMD Radeon RX 6800 580 Euro 1455 Euro 1650 Euro 185 Prozent   13 Prozent
Nvidia GeForce RTX 3080 700 Euro 2299 Euro 2200 Euro 214 Prozent   minus 4 Prozent
AMD Radeon RX 6800 XT 650 Euro 1400 Euro 1400 Euro 115 Prozent   keine Veränderung

Ganz rechts steht die Veränderung in Prozentpunkten im Vergleich zum 18. März - dabei seht ihr, dass manche Modelle Preis-Sprünge um plus oder minus 20 Prozent haben. Denn sobald eine Karte bei einem bestimmten Shop verfügbar ist, der nicht ganz so hohe Wucherpreise verlangt wie andere, kann der Preis im Vergleich zu den bisherigen Marktangeboten direkt um eben 20 Prozent fallen - umgekehrt aber, wenn die Karte in dem preislich relativ "fairen" Shop gerade vergriffen ist, gelten direkt die 20 Prozent höheren Preise der anderen Shops.

Aktuelle Kauftipps

Was genau soll man aber aktuell tun, wenn man unbedingt eine Grafikkarte braucht? Falls man nicht auf ein Gebrauchtmarkt-Schnäppchen warten will und bisher bereit war, 600 bis 800 Euro zu bezahlen, ist derzeit die AMD Radeon RX 6700 XT eine gute Wahl - denn sie kostet im Vergleich zu ihrem Release "nur" 60 Prozent mehr und ist 400 Euro günstiger als die etwas stärkere Nvidia RTX 3070 sowie kurioserweise sogar über 500 Euro günstiger als die schlechtere Nvidia GeForce RTX 3060 Ti.

Aktuell eine der am wenigsten schmerzhaften Grafikkarten-Käufe ist eine Nvidia GeForce GTX 1660 Super, hier ein Modell von Zotac. Quelle: Zotac Aktuell eine der am wenigsten schmerzhaften Grafikkarten-Käufe ist eine Nvidia GeForce GTX 1660 Super, hier ein Modell von Zotac. Wer nicht so viel ausgeben kann oder will, für den ist derzeit eine Nvidia GeForce GTX 1660 Super noch akzeptabel, und seit es nur zum Übergang. Sie kostet mit ihren 400 Euro zwar deutlich mehr als früher, aber mit 63 Prozent Aufpreis ist die Relation vergleichsweise noch in Ordnung. Wer nicht nur eine neue Grafikkarte, sondern einen neuen PC kaufen wollte, kann auch etwas flexibler handeln, sofern man nicht nur einen Einsteiger-PC für unter 600-700 Euro im Sinn hatte. Nehmen wir an, es war an sich ein PC geplant, der einen modernen Intel Core i7 oder AMD Ryzen 7 mit einem guten Kühler, 32GB RAM, eine SSD mit 1TB Speicherplatz sowie eine 2TB-Festplatte bietet. Dazu ein recht ordentliches Mainboard für 150 Euro sowie ein gutes Netzteil und Gehäuse. Das macht zusammen etwa 950 Euro. Nehmen wir außerdem noch an, es waren bis zu 550 Euro für eine Grafikkarte geplant, so dass der PC 1500 Euro kostet. Zwar ist aktuell dann keine GeForce RTX 3060 Ti oder AMD Radeon RX 6700 XT drin - aber immerhin wäre die schon erwähnte Nvidia GeForce GTX 1660 Super eine Option, mit der der PC am Ende 1350 Euro kostet. Zumindest in Full-HD reicht die Karte für moderne Games sehr gut aus. Oder aber man reizt das Budget aus und nimmt eine Nvidia GeForce RTX 2060 - diese kostet derzeit 520 Euro und ist noch lieferbar, obwohl sogar die Super-Varianten der RTX 2000er-Serie nicht mehr zu haben sind.

  1. Seite 1 Grafikkarten: Lage sowie RTX 3070 Ti und 3080 Ti
  2. Seite 2 Grafikkarten: Blick auf die RTX 3070 Ti und 3080 Ti
  3. Seite 3 Grafikkarten: Aktuelle Marktlage und Tipps
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk