Nvidia RTX 2060: Raytracing und Technik
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Nvidias lange erwartete neue x60-Grafikkarte, die GeForce RTX 2060, hat die Händlerregale erreicht. Wir bewerten die Leistung der Grafikkarte auf Basis von mehreren bereits veröffentlichten Tests und ordnen zwecks einer Kaufberatung ein, wie sie sich in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis schlägt. Außerdem bieten wir über 30 aktuelle RTX 2060-Modelle in einer Marktübersicht.
Raytracing-Feature
Bei der Nvidia GeForce RTX 2060 handelt es sich um die mittlerweile vierte Gaming-Grafikkarte mit einem Chip aus der neuen Turing-Familie. Bei den Modellen RTX 2070, 2080 und 2080 Ti hob vor allem die Raytracing-Fähigkeiten hervor.
In diesem Artikel
Raytracing, was wir hier mit RT abkürzen wollen, ist eine ursprüngliche Art, um 3D-Grafiken zu berechnen, die aber auch enorm viele Ressourcen benötigt. Zu dem Thema hatten wir im September 2018 auch ein großes Specal veröffentlicht, das Euch das Prinzip von Raytracing näher erklärt und auch auf Nvidias RT-Technik eingeht. Nvidia will mit seiner neuen RT-Technologie klassische 3D-Spielegrafik mit Elementen mischen, die per RT berechnet wurden, um das Bild realistischer aussehen zu lassen.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte Aorus RTX 2060 Xtreme 6G
Bisher sind die Vorteile allerdings marginal, oder aber ein sichtbarer Unterschied wird mit einem Leistungseinbruch erkauft. Hinzu kommt, dass ein Spiel - so wie auch bei PhysX - de RT-Funktion aktiv unterstützen muss. Battlefield V diente beispielsweise bei der ersten Präsentation der neuen RTX-Grafikkarten als Praxisbeispiel für RT in Spielen, aber die Entwickler von Battlefield V haben für die finale Version RT deutlich zurückgeschraubt, da es zu viel Ressourcen benötigte. Ob sich Nvidias RT langfristig durchsetzt, wird sich noch zeigen müssen. Einen nennenswert größeren Stellenwert als PhysX erwarten wird allerdings in absehbarer Zeit nicht, und die GeForce RTX 2060 dürfte selbst dann, wenn ein Spiel RT bietet, aus leistungstechnischer Sicht eher ungeeignet sein, um das Feature auch sinnvoll zu nutzen.
RTX 2060 - technische Daten
Wie schon erwähnt, nutzt die GeForce RTX 2060 einen Chip der Turing-Familie, und zwar den TU106-200X. Auch die RTX 2070 arbeitet mit einem TU106, allerdings dem Modell 400X. Der TU104-400X kommt bei der RTX 2080 zum Einsatz, bei der RTX 2080 Ti ist es der TU102-300X.
Dem Anschein nach ist die RTX 2060 also der RTX 2070 auf der technischen Seite am ähnlichsten - hier ist ein Vergleich der technischen Eckdaten am ehesten noch zulässig. Normalerweise kann man Eckdaten wie den Takt nur bei Chips, die aus der gleichen Baureihe stammen, bedenkenlos zu Rate ziehen. Wir sehen uns daher die Daten der RTX 2060 und 2070 in einer Tabelle an, hinzu kommen als Vergleich die 1000er-Modelle GTX 1060 und GTX 1070, die noch im Handel zu haben sind und derzeit günstiger als die RTX 2060 sind. Die GeForce GTX 1070 war aber lange Zeit nicht unter 400 Euro zu haben und kostet erst seit kurzem weniger als die GeForce RTX 2060. Ein Hinweis zur TDP: die TDP ist nicht mit dem Strombedarf gleichzusetzen, sondern sie beschreibt nur, welche maximale Abwärme zu erwarten ist - dies ist relevant für die Kühlung. Die Taktwerte beziehen sich auf die Founders Editionen von Nvidia.
| Grafikkarte | RTX 2060 | RTX 2070 | GTX 1060 | GTX 1070 |
|---|---|---|---|---|
| GPU | TU106-200X | TU106-400X | GP106 | GP104 |
| Familie | Turing | Turing | Pascal | Pascal |
| Basistakt | 1365 MHz | 1410 MHz | 1506 MHz | 1607 MHz |
| Boosttakt | 1875 MHz | 1815 MHz | 1848 MHz | 1860 MHz |
| Shader-Einheiten | 1920 | 2304 | 1280 | 2432 |
| RAM-Typ | 6GB GDDR6 | 8GB GDR6 | 6GB GDDR5 | 8GB GDDR5 |
| RAM-Takt | 7000 MHz | 7000 MHz | 4000 MHz | 4000 MHz |
| RAM-Anbindung | 192 Bit | 256 Bit | 192 Bit | 256 Bit |
| RAM-Bandbreite | 336 GB/s | 448 GB/s | 192 GB/s | 256 GB/s |
| Angegebene TDP | 160 Watt | 175 Watt | 120 Watt | 180 Watt |
| Preis ab etwa | 480 Euro | 355 Euro | 220 Euro | 280 Euro |
Auffällig ist, dass die RTX 2060 einen höheren Boosttakt als die RTX 2070 erreicht - dafür fehlen ihr etwa 17 Prozent der CUDA-Cores (Shader-Einheiten), und die geringere Speicheranbindung sorgt für eine deutlich geringere Bandbreite, mit der der Speicher verwaltet werden kann. Im Vergleich zur vorigen Generation setzt sich die RTX 2060 bei den CUDA-Cores zwischen die GTX 1060 und GTX 1070, beim Takt und der RAM-Bandbreite liegt die neue Grafikkarte vorne - da es sich aber um eine andere Chip-Architektur handelt, ist ein Vergleich auf Basis der anderen Daten eher müßig. Was die Technik leistet, sehen wir gleich in unserer Testanalyse.
