Neben Oculus Rift gibt es Techniken für die 3D-Illusion am PC, die bereits erhältlich sind. Die bekannteste davon ist das Nvidia 3D Vision 2. Wir testen es mit modernen Spielen.
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Grand Theft Auto 5
Quelle: Rockstar Games
Nvidias 3D Vision macht in GTA 5 eine sehr gute Figur. Die 3D-Effekte wirken sehr plastisch, allerdings leidet die Framerate drastisch. Grand Theft Auto 5 ist mit hohen Grafikeinstellungen ein echter Hardware-Fresser. Zwar skaliert die Engine auch sehr gut nach unten, aber ich bin nun mal ein LoDHasser und möchte das Spiel nur ungern mit geringeren Details spielen. Auf eine Kantenglättung abseits FXAA kann ich jedoch zur Not verzichten. Mit 3D Vision und nur einer GTX 980 ist flüssiges Spielen aber einfach nicht drin. Selbst mit einer Reduzierung der Sichtweite und dem Verzicht auf die "erweiterten Grafikeinstellungen" ist die Grafikkarte überfordert. Zwar schafft die übertaktete GTX 980 in unserem Benchmark rund 40 Fps. Doch diese sehen wegen der Shutterbrille nicht aus wie 40 Fps, sondern eher wie 25–30. Für GTA 5 würde ich mir daher eine zweite GPU wünschen, denn das spaßige Open-World-Chaos macht in 3D eine sehr gute Figur. Kurios: Weder die AMD- noch die Nvidia-Schatten sind mit 3D Vision zuschaltbar.
Metro 2033 Redux
Quelle: twitter.com
Die schmalen, düsteren Gänge der Moskauer U-Bahn sind ein Paradebeispiel für eine gelungene 3D-Umsetzung. Probleme gibt's trotzdem. Wow, die Redux-Version von Metro 2033 sieht in 3D wirklich sehr beeindruckend aus. Die Darstellung wirkt außerordentlich plastisch, Staubpartikel und Spinnweben wehen mir beim Spielen scheinbar um die Nase und die schicken Licht- und Schatteneffekte schaffen mit 3D Vision eine nochmals packendere Atmosphäre. Zwar bricht auch hier die Framerate beim Aktivieren der Shutterbrille drastisch ein, doch liefert die GTX 980 noch gerade so erträgliche Bildraten – wenn ich auf Supersampling verzichte. Ein bisschen ruckelig wirkt das Bild zwar trotzdem, aber damit könnte ich wohl leben. Nervig dagegen: Einige Texturen und Effekte flackern bei Bewegung heftig. So etwas reißt mich sofort aus dem Spiel. Ähnliches gilt für Lens-Flares sowie die Darstellung von Wassertropfen oder Blut auf der Gasmaske. Diese "kleben" zweidimensional auf der Mattscheibe. Das wirkt, als schaue man in eine Kiste, über die jemand eine verdreckte Glasscheibe gelegt hat – unschön.
Alien: Isolation
Quelle: Sega
Es ist sehr beeindruckend, wenn der Xenomorph aus dem Bildschirm herauszukriechen scheint. Allerdings gibt es auch einige Grafikfehler. Alien: Isolation bietet in weiten Teilen einen recht guten 3D-Effekt. Jedoch macht die Shutterbrille das an sich schon dunkle Spiel nochmals deutlich finsterer. Die 3D-Light-Boost-Funktion des Monitors kann das nicht ausgleichen. Da Alien: Isolation meist auch weiche Kontraste bietet, werden diese durch das 3D Vision 2 nochmals etwas verwaschener. Das Spiel solltet ihr deshalb nur bei gedämpfter Umgebungshelligkeit spielen, um den Helligkeitsverlust auszugleichen. Der eigentlich sehr plastischen und eindrucksvollen 3D-Erfahrung stehen mehrere kleinere Grafikfehler gegenüber: So gibt es einen merkwürdigen Lichtbrechungseffekt, der an allen Kanten auftritt, die einen starken Tiefenunterschied zu ihrem Hintergrund aufweisen. Zudem erscheinen manche Objekte doppelt. So entpuppte sich eine im Spiel doppelte Neonröhrenlampe auf einem Screenshot der Szene als eine einzelne Neonröhre.
Portal 2
Quelle: geeky-gadgets.com
Der Wurmloch-Rätsler aus dem Hause Valve hat für die 3D-Vision-Eignung die Einstufung "Excellent" erhalten. Perfekt ist es aber nicht. Bei allen von mir getesteten Spielen liefert Portal 2 unter 3D Vision 2 die beste Erfahrung. Auf der niedrigsten Tiefeneinstellung bietet das Spiel einen dezenten bis deutlich wahrnehmbaren räumlichen Effekt, wobei es an keiner Stelle sichtbar zu Grafikfehlern und ungewollten Blickfeldüberlappungen kommt. Diese lassen sich erst dadurch erzwingen, indem man eine Tiefeneinstellung nahe dem Maximum verwendet. Perfekt ist 3D Vision aber leider auch in Portal 2 nicht: Denn je nach Tiefeneinstellung liegt das Fadenkreuz mal mehr, mal weniger weit vom eigentlich anvisierten Punkt entfernt. In einem Test-Level, wo man mit der Portalkanone ein Tor durch einen engen Schacht hindurch öffnen muss, musste ich absichtlich danebenzielen, um zu treffen. In solchen Situationen hilft es nur, ein Auge zu schließen – nur so lassen sich auch kleinste Bereiche präzise anvisieren.
Tomb Raider
Quelle: PC Games
Das gelungene Reboot von 2013 ist grafisch zwar nicht mehr ganz frisch, funktioniert aber sehr gut in 3D – ebenfalls mit Abstrichen. Neben dem Open-World-Klamauk GTA 5 wollte ich einen weiteren Third-Person- Titel ausprobieren und habe mir deshalb Tomb Raider ausgesucht – nicht etwa wegen besonders plastisch wirkender sekundärer Geschlechtsmerkmale. Aus dem Alter bin ich raus. Außerdem macht nicht nur Lara in 3D eine sehr gute Figur, auch die Umgebungen vermitteln eine ausgezeichnete Tiefe, die meisten Effekte können überzeugen. Seltsam wirkt es dagegen auch hier, dass Lens-Flares, Regentropfen und Schmutzpartikel auf der nicht als solcher wahrnehmbaren Mattscheibe "kleben". Beim Schwenken der Kamera geraten zudem öfters Teile der Vegetation in den Vordergrund, was sehr befremdlich wirkt. Abgesehen davon ist Tomb Raider aber mit 3D Vision sehr gut spielbar, vorausgesetzt die GTX 980 muss sich nicht mit Supersampling herumschlagen. Ohne dieses erzielt sie brauchbare 50 Fps, die in 3D immerhin fast flüssig wirken.
Trine 2
Quelle: PC Games Hardware / y33H@
Es mag befremdlich klingen, doch das spielerisch zweidimensionale Knobelspiel Trine 2 macht in optischem 3D ordentlich was her. Zwar fehlt Trine 2 mit 3D Vision das "Mittendrin"-Gefühl anderer Spiele im Test, doch dafür vermitteln die fantastisch gestalteten Hintergründe eine ausgezeichnete Tiefe. Viele Details kommen tatsächlich erst in 3D wirklich zur Geltung, Objekte im Vordergrund verstärken den dreidimensionalen Eindruck nochmals. Außerdem stören kaum Grafikfehler oder seltsam dargestellte Effekte den sehr guten Eindruck. Trine 2 wirkt auf mich ein wenig so, als würde ich einen Blick in ein Fantasy- Terrarium werfen, in dem allerlei seltsames Getier herumtollt – und das ist sehr unterhaltsam. Auch positiv zu vermerken: Obwohl die Bildrate in Trine 2 durch das Zuschalten von 3D Vision am stärksten einbricht, wirkt das Bild selbst mit Supersampling noch ausreichend flüssig. Ich vergebe an dieser Stelle daher mal einen 3D-Geheimtipp.
