Nvidia GeForce RTX 3090 Ti: Technik, Leistung und Preis-Leistung unter der Lupe

Special Antonio Funes
Nvidia GeForce RTX 3090 Ti: Technik, Leistung und Preis-Leistung unter der Lupe
Quelle: EVGA

Mit der neuen GeForce RTX 3090 Ti läutet Nvidia das Ende der Generation Ampere ein. Blickt man auf die GeForce RTX 3080 Ti und 3090, ist es mehr als fraglich, ob eine RTX 3090 Ti überhaupt nötig ist. Wir informieren euch über die Technik, die Leistung, den Strombedarf und das Preis-Leistungs-Verhältnis des neuen Flaggschiffs.

Am vergangenen Dienstag, dem 29. März, war der offizielle Release der neuen Highend-Grafikkarte von Nvidia, der GeForce RTX 3090 Ti. Obgleich wir schon direkt zu Beginn unseres Specials sagen können, dass die Grafikkarte rein von ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis her für normale oder auch ambitionierte Gamer nicht einmal ansatzweise eine Kaufempfehlung darstellt, wollen wir uns die Leistung und Technik der GeForce RTX 3090 Ti genauer ansehen. Denn sie stellt die Speerspitze von Nvidia dar und zeigt vor dem anstehenden Release der RTX 4000er-Reihe, was die RTX 3000er-Reihe mit ihren Ampere-GPUs leisten kann.

Manch ein Gamer, bei dem der Preis keine Rolle spielt, wird vielleicht sogar zugreifen wollen, um einfach nur die stärkste Grafikkarte sein Eigen zu nennen, die es aktuell auf dem Consumermarkt gibt. Neben der Leistung betrachten wir aber auch die Stromversorgung, denn es wird erstmals bei einer Grafikkarte ein PCIe-Stecker mit 16-Pins der neuesten PCIe-Generation 5 fällig. Außerdem listen wir alle bisher bekannten Modellvarianten der Partnerhersteller von Nvidia - fünf (die Founders Edition von Nvidia eingerechnet) sind bereits im Handel gelistet, aber wir haben noch ein gutes Dutzend weiterer Modelle parat.

Nvidia GeForce RTX 3090 Ti: Technik

Bevor wir zur Leistung kommen, beginnen wir mit der Technik der neuen Nvidia GeForce RTX 3090 Ti. Die GPU-Generation Ampere von Nvidia startete im September 2020 auf dem Consumermarkt mit der GeForce RTX 3080 und der GA102-GPU. Inzwischen gibt es drei GPU-Modelle, die bei den nunmehr neun RTX 3000-Reihen im Desktopgrafikkarten-Sektor zum Einsatz kommen: Der GA106 findet sich bei der GeForce RTX 3050 und 3060. Die RTX 3060 Ti, 3070 und 3070 Ti setzen auf den GA104. Die Top-GPU GA102 ist wiederum bei der RTX 3080, 3080 Ti, 3090 und nun auch bei der neuen 3090 Ti das Mittel der Wahl. Je nach Grafikkarten-Reihe sind bei den drei GPUs dann mehr oder weniger CUDA-Cores (Shadereinheiten) oder auch mehr oder weniger Raytracing-Kerne aktiv, und auch die Taktwerte unterscheiden sich. Ebenfalls unterschiedlich können trotz identischer Basis-GPU je nach Reihe die RAM-Menge und auch Speicherart sein. Die folgende Tabelle zeigt euch die technischen Unterschiede der vier Nvidia-Grafikkarte mit GA102-GPU sowie als Vergleich noch die RTX 3070 mit GA104:

Modellreihe RTX 3070 RTX 3080 RTX 3080 Ti RTX 3090 RTX 3090 Ti
GPU GA104 GA102 GA102 GA102 GA102
Fertigung 8nm 8nm 8nm 8nm 8nm
Transistoren 17,4 Mrd. 28 Mrd. 28 Mrd. 28 Mrd. 28 Mrd.
Fläche 393 qmm 628 qmm 628 qmm 628 qmm 628 qmm
CUDA-Cores 5888 8704 10240 10496 10752
Plus an CUDA-Cores entfällt 47,80% 17,70% 2,50% 2,50%
RT-Kerne 46 68 80 82 84
Basistakt 1500 MHz 1440 MHz 1365 MHz 1400 MHz 1560 MHz
Boosttakt 1730 MHz 1710 MHz 1665 MHz 1700 MHz 1860 MHz
RAM-Menge 8GB GDDR6 10GB GDDR6X 12GB GDDR6X 24GB GDDR6X 24GB GDDR6X
RAM-Anbindung 256 Bit 320 Bit 384 Bit 384 Bit 384 Bit
RAM-Bandbreite 448 GB/s 760 GB/s 912 GB/s 936 GB/s 1008 GB/S
TDP 220 Watt 320 Watt 350 Watt 350 Watt 450 Watt
Preis (Nvidia UVP) 549 Euro 759 Euro 1269 Euro 1649 Euro 2249 Euro
Marktpreis ab etwa 730 Euro 1030 Euro 1400 Euro 1950 Euro 2430 Euro

Da die Taktwerte kein guter Index für Leistungsunterschiede ist, haben wir in der Tabelle das prozentuale Plus der CUDA-Cores zur jeweils schwächeren Grafikkarten-Reihe mit eingetragen. Ab der GeForce RTX 3080 Ti beträgt das Plus nur noch 2,5 Prozent - hier ist dann vor allem zwischen der GeForce RTX 3090 und der neuen 3090 Ti die Frage, ob der Mehrtakt letzterer Grafikkarte sowie auch ihr schnelleres RAM den Ausschlag geben können, um mehr als nur 2,5 bis 3 Prozent Leistung einzuheimsen. Für die Raytracing-Leistung gilt dasselbe, da auch bei den Raytracing-Kernen (RT-Kerne) der Unterschied bei 2,5 Prozent liegt. Wohl vor allem dem Mehrtakt der GeForce RTX 3090 Ti geschuldet ist der Strombedarf. Denn die TDP von 450 Watt, die relativ nah an den realen möglichen Strombedarf nur für die Grafikkarte herankommt, setzt mal eben 100 Watt im Vergleich zur normalen RTX 3090 obendrauf - ein Plus von fast 29 Prozent. Aus diesem Grunde übersteigt der mögliche Strombedarf den bisherigen PCIe-Standard, weswegen die GeForce RTX 3090 Ti einen Anschluss für einen 16-poligen PCIe-Stecker hat - zu diesem Punkt sowie passenden Netzteilen kommen wir später noch, aber zuerst wollen wir die Leistung des neuen Nvidia Top-Boliden genauer unter die Lupe nehmen.

  1. Seite 1 Nvidia RTX 3090 Ti: Einleitung und Technik
  2. Seite 2 Nvidia RTX 3090 Ti: Leistungsanalyse
  3. Seite 3 Nvidia RTX 3090 Ti: Strombedarf, Preis-Leistung und Modellübersicht
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